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Das Blog


9. Juni 2020 | Von Redaktion

Umfrageergebnis: Weiterbildner halten an ihrem Optimismus fest

Wie geht es den Weiterbildnern in Zeiten von Corona? Zum zweiten Mal nach Beginn der C-Zeit hat der Weiterbildungsmarktplatz Seminarmarkt.de ein Stimmungsbild eingeholt. Das Erstaunliche dabei: Trotz aller Widrigkeiten ist die Branche ungebrochen optimistisch. Nur bei dem Thema, wie es mit der Branche langfristig weitergeht, herrscht Uneinigkeit.

Ein Beitrag von Marie Pein

Rund acht von zehn Weiterbildnern sind im Hinblick auf ihre berufliche Lage derzeit optimistisch bis vorsichtig optimistisch. Das ist vor allem deshalb erstaunlich, weil den meisten von ihnen seit Beginn der Krise mindestens 70 Prozent ihrer Aufträge weggebrochen sind. Doch hier bestätigt sich der Eindruck, der bereits bei der ersten Umfrage von Seminarmarkt.de Mitte April deutlich wurde: Optimismus scheint eine „Berufskrankheit“ unter Weiterbildungsexperten zu sein. Etwa die Hälfte der Trainer, Beraterinnen und Coachs ist aktuell sogar überzeugt, gestärkt aus der Krise hervorgehen zu können, jeder dritte ist diesbezüglich noch unentschlossen. Nur etwa 16 Prozent sind sich sicher, eher geschwächt aus der Krise zu gehen. Auch dieses eher positive Stimmungsbild deckt sich mit den Ergebnissen aus der April-Befragung.

Die aktuellen Umfrageergebnisse offenbaren gleich zwei mögliche Gründe für den anhaltenden Optimismus. Zum einen scheinen sich die Lockerungen, die Bund und Länder in den vergangenen Wochen beschlossen haben, positiv auf die Lage der Weiterbildner auszuwirken. Bei immerhin 41 Prozent der Befragten führen die neuen, weniger strikten Corona-Regeln dazu, dass erste Aufträge wieder eingehen. 48 Prozent der Befragten merken allerdings noch keine Besserung.

Zudem scheinen Trainer und Co. Fortschritte in puncto Digitalisierung zu machen. Während fast niemand der Befragten 2019 hauptsächlich mit Online-Trainings und -Coachings seinen Umsatz erwirtschaftete, steigen nun die Auftragszahlen in diesem Bereich. Aktuell geben rund 36 Prozent der Befragten an, dass sie die meisten Aufträge im digitalen Bereich erzielen. Gleichzeitig nimmt – im Vergleich zu April – die Zahl der Beraterinnen, Coachs und Trainer ab, die derzeit gar keine neuen Aufträge erhalten. Das Weiterbildungsbusiness scheint also wieder anzulaufen – wenn auch vermehrt im Online-Umfeld.

Der Umzug ins Digitale ist für die meisten Befragten auch das wahrscheinlichste Szenario für die Zukunft der Weiterbildungsbranche. Rund 71 Prozent zeigen sich überzeugt, dass Seminare und Trainings in Zukunft bevorzugt virtuell stattfinden werden. Dennoch scheinen Präsenz-Angebote nicht völlig abgeschrieben zu sein: Gut 60 Prozent der Weiterbildner erwarten, dass diese weiterhin stattfinden – allerdings mit geringerer Personenzahl und gegebenenfalls auch mit Maske. Erstaunlicherweise ist sogar fast jeder fünfte Befragte überzeugt, dass sich langfristig gar nichts ändern wird und Trainings und Seminare bald wieder wie in Vor-Corona-Zeiten stattfinden können.

Besonders uneinig sind sich die Umfrageteilnehmenden, wie sich die wirtschaftlichen Verwerfungen langfristig auf die Branche auswirken werden. 43 Prozent befürchten, dass alle Weiterbildner noch lange mit wenigen Aufträgen zu kämpfen haben werden. Nur 16 Prozent der Befragten schätzen, dass sich alles wieder normalisiert, sobald auch die Wirtschaft wieder angekurbelt ist. Und 22 Prozent der Weiterbildner erwarten, dass der durch Corona beschleunigte Wandel der Arbeitswelt einen besonders großen Weiterbildungsbedarf hervorbringen wird – der die Branche beflügelt.

Weierbildungsthemen post-coronaEinig sind sich die Befragten darüber, wie sich die Arbeitswelt verändern wird. In ihren Augen wird sie vor allem digitaler, selbstorganisierter und klimafreundlicher. Thematisch erwarten Trainer, Beraterinnen und Coachs – wenig überraschend –, dass sie in nächster Zeit vor allem zu Führen auf Distanz und Krisenbewältigung gefragt sein werden. Aber auch die Trendthemen der Vor-Corona-Zeit – wie zum Beispiel Agilität und New Work – werden in ihren Augen wichtig bleiben.

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Über die Studie:

Der Weiterbildungsmarktplatz Seminarmarkt.de, ein Produkt der managerSeminare Verlags GmbH, hat im Zeitraum vom 28.5. bis 3.6.2020 eine Online-Blitzumfrage zur aktuellen Situation während der Corona-Krise von Anbietern im Weiterbildungsbereich durchgeführt – bereits zum zweiten Mal. Die erste Umfrage erfolgte sechs Wochen zuvor. Insgesamt haben 272 Trainer, Beraterinnen und Coachs an der neuen Umfrage teilgenommen.

Weitere Infografiken und Auswertungen zur aktuellen Umfrage gibt es hier.

Über Seminarmarkt.de:

Seminarmarkt.de ist eine unabhängige Plattform, auf der Weiterbildungsanbieter und Weiterbildungssuchende zueinander finden – ähnlich wie bei einem Vergleichsportal. Die stetig wachsende Datenbank bietet eine große Auswahl an qualifizierten Lehrgängen unterschiedlicher Seminaranbieter. Zudem sind rund 4.500 Weiterbildungsexperten mit maßgeschneiderten Trainings und individuellen Coachings verzeichnet. Passende Räumlichkeiten für Events und Veranstaltungen bietet der Tagungslocations-Bereich.


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30. April 2020 | Von Redaktion

Umfrage: Wie gehen die Weiterbildungsanbieter mit der Krise um?

Face-to-Face-Gespräche, Gruppenworkshops, Teambuildings, kurz: die Präsenz und Interaktion von Menschen – auf einen Schlag hat die Corona-Pandemie zunichte gemacht, wodurch sich viele Weiterbildungsangebote bisher ausgezeichnet haben. Stattdessen stehen Social Distancing, Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote auf dem Programm. Viele Weiterbildner stürzt das in eine tiefe Krise. Wie sie diese wahrnehmen und wie sie ihre aktuelle Lage bewerten, haben 322 Trainer, Beraterinnen und Coachs in einer Online-Umfrage des digitalen Weiterbildungsmarktplatzes Seminarmarkt.de offenbart.

Ein Beitrag von Sarah Lambers

Dabei ist vor allem eines deutlich geworden: Die Zukunftsaussichten sind für viele Weiterbildungsanbieter alles andere als rosig. Drei Viertel von ihnen klagen darüber, dass in den vergangenen sechs Wochen 70 bis 100 Prozent ihrer Aufträge storniert wurden. Ein Drittel muss derzeit sogar ganz ohne Aufträge über die Runden kommen. Staatliche Unterstützungsmaßnahmen wie Soforthilfe, Kurzarbeit und Steuerstundungen nehmen zwar mehr als zwei Drittel der Weiterbildungsanbieter in Anspruch, wirklich weiter helfen sie ihnen allerdings nur bedingt: 67 Prozent fühlen sich von der öffentlichen Hand gar nicht bis mittelmäßig gut aufgefangen.

Doch so schwer diese Zeit auch ist: Für viele Trainer, Beraterinnen und Coachs ist sie auch eine Chance – und zwar gerade weil der reale zwischenmenschliche Kontakt wegfällt. Über zwei Drittel der Weiterbildungsanbieter setzen sich nämlich genau aus diesem Grunde verstärkt mit digitalen Trainingsformaten und virtuellen Tools auseinander. Es kommt zu einer Art „Zwangsdigitalisierung“ – einem Schub in Sachen Anwendung von Technologie, der in der Weiterbildungsbranche längst überfällig war. Und dieser Wandel geht laut Umfrage schnell vonstatten: Hatten vor der Corona-Krise noch über die Hälfte der Weiterbildungsanbieter keine Online-Trainings, -coachings und -beratungen in ihrem Portfolio, haben zwei Drittel diese nun in ihr Angebot mit aufgenommen. Ein Fünftel arbeitet noch an der Integrierung virtueller Tools.

Dass Corona die Weiterbildung nachhaltig verändert, ist laut den Umfrageteilnehmern denkbar. Dass Präsenztrainings in Zukunft vollständig durch Online-Formate ersetzt werden könnten, glauben jedoch nur drei Prozent der Weiterbildner. 83 Prozent sind hingegen der Meinung, Coaching, Training und Beratung werden postcorona ein Mix aus Online- und Offline-Elementen sein. Denn die Vor-Ort-Präsenz und -Interaktion komplett aufzugeben – das hält die Mehrheit für nicht zweckdienlich. 77 Prozent der Weiterbildner sind der Meinung, dass einige ihrer Beratungsthemen physische Präsenz in Form von echten Face-to-Face-Gesprächen benötigen. Über die Hälfte ist zudem überzeugt davon, dass es online schwerer ist, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen – insbesondere zu Neukunden.

Doch schon die Auseinandersetzung mit neuen Formaten und technologischen Möglichkeiten sowie die Erwägung, Hybridmodelle zu entwickeln, zeigen: Weiterbildner können durchaus Change, wenn sie wollen. So machen sich etwa die Hälfte der Trainerinnen, Berater und Coachs derzeit nicht nur Gedanken über die eigene Digitalisierung, sondern auch über Innovationen sowie Ideen, die ihre Unternehmen weiterbringen. Ebenso viele sind zudem mit der Erneuerung ihrer Webseiten oder mit dem Schreiben von Artikeln bzw. Büchern beschäftigt. Schockstarre, Trübsal und Mutlosigkeit – das zeichnet aktuell die wenigsten Weiterbildner aus – ganz im Gegenteil: 88 Prozent der Weiterbildungsanbieter blicken optimistisch bis vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Rund die Hälfte ist sogar der Überzeugung, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Dass viele angesichts der größten Krise seit dem zweiten Weltkrieg eher gelassen bleiben, anstatt in Panik auszubrechen, könnte unter Umständen mit ihrer Berufserfahrung zusammenhängen. Über zwei Drittel der Befragten sind nämlich schon zehn oder mehr Jahre lang als Berufsoptimisten, Produzenten von Frohsinn und Erlebnissen, Glücksgefühlauslöser, Business-Optimierer, Erholungsspezialisten etc. unterwegs.

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Über die Studie:

Der Weiterbildungsmarktplatz Seminarmarkt.de, ein Produkt der managerSeminare Verlags GmbH, hat im Zeitraum vom 16. bis 23. April 2020 eine Online-Blitzumfrage zur aktuellen Situation (Corona-Krise) von Anbietern im Weiterbildungsbereich durchgeführt. Insgesamt haben 322 Trainer, Beraterinnen und Coachs an der Umfrage teilgenommen.

Über Seminarmarkt.de:

Seminarmarkt.de ist eine unabhängige Plattform, auf der Weiterbildungsanbieter und Weiterbildungssuchende zueinander finden – ähnlich wie bei einem Vergleichsportal. Die stetig wachsende Datenbank bietet eine große Auswahl an qualifizierten Lehrgängen unterschiedlicher Seminaranbieter. Zudem sind rund 4.500 Weiterbildungsexperten mit maßgeschneiderten Trainings und individuellen Coachings verzeichnet. Passende Räumlichkeiten für Events und Veranstaltungen bietet der Tagungslocations-Bereich.


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9. Dezember 2019 | Von Nicole Bußmann

Umfrage: Wie gut beherrschen Trainerinnen, Berater und Coachs ihr Handwerk?

Beherrschen Deutschlands Weiterbildungsprofis ihr Handwerkszeug? Und wenn ja: welches? Die neueste Umfrage des Verlages managerSeminare will in den Methodenkoffer von Trainerinnen, Beratern und Coachs gucken und fragt nach theoretischer Fundierung, Kompetenzen und Instrumenten, mit denen Trainerinnen und Coachs erfolgreich im Wettbewerb bestehen. Noch bis zum 31. Dezember können Weiterbildnerinnen und Weiterbildner mitmachen. Selbstverständlich anonym.

Die Befragung ist Teil der Research-Reihe ‚WeiterbildungsSzene Deutschland’, die der Verlag managerSeminare aufgelegt hat, um exklusive Marktdaten über und für die Protagonisten des Weiterbildungsmarktes – Trainerinnen, Berater und Coachs – zu liefern. Die Research-Reihe wurde Ende 2012 gestartet und widmet sich im Wechsel von drei Jahren den Themen Honorare, Methoden und Themen. Die diesjährige Umfrage hat die Methoden im Fokus.

Mit entsprechend großer Beteiligung kann die Umfrage tiefgehende Einblicke in die methodische Ausrichtung von Weiterbildungsanbietern, ihrer Ausbildung und ihren Denkschulen liefern und die Frage beantworten helfen, welche Instrumente wie verbreitet sind, welche Zielgruppen mit welchen Methoden am besten zu erreichen sind und welche Modelle wie erfolgreich machen.

Mitmachen lohnt sich in mehrfacher Hinsicht: Zum einen gibt es etwas zu gewinnen (Ein iPad sowie 10 Bücher aus der Edition Training aktuell werden verlost). Zum anderen bekommen alle Teilnehmenden eine Kurzauswertung der Ergebnisse als Dankeschön. Die komplette Studie gibt es als kostenloses E-Book für die Abonnenten von Training aktuell. Käuflich zu erwerben ist sie natürlich auch.

Und hier geht es zur Umfrage.


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7. November 2019 | Von Redaktion

Zeitkompetenz statt Zeitmanagement: Karlheinz Geißler erhält den Life Achievement Award der Weiterbildungsbranche

Der renommierte Wirtschaftspädagoge Prof. Dr. Karlheinz Geißler wird auf den Petersberger Trainertagen 2020 für sein Lebenswerk geehrt. Seine Erkenntnisse zum souveränen Umgang mit der Zeit haben die Personalentwicklung, das Management sowie Training, Beratung und Coaching entscheidend geprägt und somit die Weiterbildungsbranche maßgeblich beeinflusst.


Karlheinz Geißler ist einer der bekanntesten Zeitberater Deutschlands, wird von den Medien gerne als „Zeitforscher“ tituliert und gilt als Vordenker des achtsamen Umgangs mit der Zeit. Schon während seiner Forschungs- und Lehrtätigkeiten als Professor für Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten in Karlsruhe, Augsburg und München stellte er fest, dass alles einen Anfang und ein Ende hat und somit Zeit ist – jeder Kurs, jedes Semester und auch jeder Mensch. Weiter erkannte er: Statt Zeit bewusst zu leben, entscheidet sich der Mensch meist dafür, sie nicht zu haben
– es fehlt an Zeit, Termindruck entsteht, die Zeit verrinnt wie im Fluge. Diese Einsicht veranlasste Geißler dazu, dem Phänomen Zeit auf den Grund zu gehen und die Entstehung von Zeitproblemen zu untersuchen. Seine interdisziplinären Forschungen in Physik, Theologie, Philosophie, Germanistik und Pädagogik brachten ihn schließlich zu der Kernerkenntnis: Es ist die Vorstellung von der Zeit, die verändert werden kann, nicht die Zeit selbst – denn sie ist weder beeinflussbar noch real.

„Unser Preisträger hat schon früh Position bezogen – für einen souveränen und selbstbestimmten Umgang mit der Zeit und gegen eine permanente Optimierung, wie sie in klassischen Zeitmanagementkonzepten beschrieben wird“, erklärt Nicole Bußmann, Sprecherin des LAA-Gremiums. Gerade in unserer heutigen Ökonomie, in der sich Aufgaben immer mehr verdichten und zugleich eine hohe Geschwindigkeit gefordert ist, gilt es, flexibel zu sein und dem Gefühl von Überforderung und Ohnmacht entgegenzuwirken. Genau da setzt Geißler mit seiner Arbeit an: „Wir müssen uns bewusstmachen, von welchen Zeiten wir abhängig sind und welche wir selbst gestalten können“, erklärt der inzwischen emeritierte Professor gegenüber managerSeminare. Ist eine Selbstgestaltung möglich, können wir uns vom Takt der Uhr lösen und uns die Hoheit über die Zeit zurückerobern – zum Beispiel durch das Wahrnehmen von Gleitzeit oder eines Sabbaticals.

Schon die Änderung ganz profaner Gewohnheiten führt Geißler zufolge zum Aufbau von mehr Zeitkompetenz. Er selbst nimmt beispielsweise pro Tag nur einen Termin wahr, ist ein Fan davon, die eigene Zeit nach der Natur zu organisieren und trägt seit über 30 Jahren keine Uhr. „Die Uhr kann gehen“ ist neben „Time is Honey“ oder „Verweile doch…“ auch der Titel eines seiner bekanntesten Bücher. Zusammen mit seinem Sohn Jonas Geißler betreibt der Preisträger die Firma timesandmore. Das Münchner Institut für Zeitberatung möchte Personen in der Entwicklung ihrer Zeitkompetenzen und Unternehmen bei der Veränderung ihrer Zeitkulturen unterstützen. Karlheinz Geißler ist zudem Mitgründer der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik und Mitinitiator des Projekts „Ökologie der Zeit“ der Evangelischen Akademie Tutzing.

Geißlers Denken und Wirken wird der Astrophysiker, Wissenschaftsjournalist und TV-Moderator Harald Lesch in seiner Laudatio im Rahmen der Ehrung am 24. April 2020 würdigen. Am zweiten Kongresstag auf dem Petersberg halten Karlheinz und Jonas Geißler dann gemeinsam eine Keynote mit dem vielversprechenden Titel „Time is honey“.

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Der Life Achievement Award (LAA) wird jährlich von einem Gremium, bestehend aus führenden Vertretern der Weiterbildungsbranche, verliehen. Dazu gehören: Anja Myrdal, Vorstandsmitglied des DVNLP, Nicole Bußmann, Chefredakteurin im Verlag managerSeminare, Gerd Kulhavy, Geschäftsführer der Referentenagentur Speakers Excellence, André Jünger, Inhaber und Geschäftsführer des Gabal Verlags und Vize-Präsident des didacta Verbands, sowie Andreas Buhr, Past President der German Speakers Association. Verliehen wird der Preis auf den Petersberger Trainertagen in Königswinter bei Bonn. Der Weiterbildungskongress wird von der managerSeminare Verlags GmbH ausgerichtet. www.life-achievement-award.de

Die Petersberger Trainertage (PTT) sind ein Kongress für Weiterbildungsprofis und Personalexperten, der seit 2005 von der managerSeminare Verlags GmbH veranstaltet wird. Die Verleihung des Life Achievement Awards ist seit 2009 auf dem Branchenevent beheimatet. 2020 finden die Petersberger Trainertage am 24. und 25. April im Steigenberger Grandhotel Petersberg statt. www.petersberger-trainertage.de

Fotocredit: Sarah Lambers, managerSeminare, Bonn.


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6. November 2019 | Von Redaktion

Crowdwriting-Aktion „Briefe an den Chef“: „Falsche Wertschätzung ist schlimmer als fehlende“

„Schreibt eurer Chefin oder eurem Chef einen Brief – und schickt ihn uns.“ Mit diesen Worten hatte das Team vom Zukunftslabor CreaLab, einem Kreativitätsnetzwerk der Hochschule Luzern, eine Crowdwriting-Aktion gestartet. Eingesendet wurde eine Fülle von Briefen, die emotionale Einblicke in die Beziehungen von Mitarbeitenden zu ihren Führungskräften gewähren. Im Interview liefern drei Teammitglieder einen Blick aufs Ergebnisbild und hinter die Kulissen der Aktion.

Ein Beitrag von Andree Martens

Mit ihrer Aktion wollten Sie ein Schlaglicht auf die besondere Beziehung zwischen Mitarbeitendem und Führungskraft werfen. Welches Bild hat sich ergeben?

Patricia Wolf: Ein sehr differenziertes. Die Gefühle, die in den Briefen ausgedrückt wurden, sind extrem vielfältig und nuanciert. Man denkt ja immer, alle anderen würden genauso empfinden wie man selbst – unsere Ergebnisse zeigen, wie sehr man sich da irren kann. Es ist eben nicht so, dass die Mitarbeitenden ihren Führungskräften überall die gleichen oder ähnliche Gefühle entgegenbringen, es überall vergleichbare Beziehungen gibt.

Christine Larbig: Dass das Ergebnisbild so differenziert ausgefallen ist, hängt vor allem damit zusammen, dass die Briefautorinnen und -autoren mit dem Thema extrem selbstreflexiv umgegangen sind. Sie haben ganz offensichtlich nicht einfach drauflosgeschrieben, sondern sich Gedanken gemacht. Und zwar nicht nur über ihre Führungskraft, sondern auch über ihre eigene Rolle in der Beziehung zu dieser. Natürlich gibt es auch einzelne Briefe, in denen wenig Selbstreflexion deutlich wird, in den meisten ist das Maß an Selbstreflexion jedoch sehr hoch.

Trotzdem gibt es doch sicher bestimmte Gefühle, die eine besondere Rolle spielen, wenn man die eingegangenen Briefe in der Gesamtheit betrachtet …

Ursina Kellerhals: Viele Briefe zeigen Enttäuschung, in unterschiedlicher Ausprägung. Die dazugehörigen Geschichten erzählen vor allem von nicht erwiderter Loyalität und Scheinwerten, also Werten, die zwar propagiert, aber intern alles andere als gelebt werden. Aber auch positive Gefühle wie Dankbarkeit werden ausgedrückt – dafür, als Mensch wahrgenommen und wertgeschätzt zu werden, fürs Zuhören, Ernstnehmen, Rückenfreihalten … Aber, wie gesagt, letztlich sind die ausgedrückten Gefühle doch sehr individuell.

Welche inhaltlichen Schlüsse zu der Beziehung zwischen Mitarbeitendem und Führungskraft ziehen Sie aus den Ergebnissen?

Christine Larbig: Gute Beziehungen entstehen vor allem dann, wenn die Führungskraft den Mitarbeitenden das – berechtigte – Gefühl gibt, einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Organisation zu leisten. Diese emotionale Form der Wertschätzung setzt ungeahnte Kräfte frei. Ich sage bewusst emotionale Wertschätzung, und zwar auch im Sinne von echter Wertschätzung. Worthülsen werden rasch erkannt. Das war auch eines der zentralen Themen in den Briefen. Eine als falsch enthüllte Wertschätzung ist schlimmer als fehlende.

Ursina Kellerhals: Gerade in einer Zeit, in der sich so Vieles so rasch und fundamental wandelt, ist emotionale Intelligenz in der Führung extrem wichtig. Die Briefe zeigen sehr schön, wie stark diese mit Vertrauen in Mitarbeitende, Mut und Rückgrat verbunden ist. Einige Briefe driften auch in Sarkasmus ab, weil eben die dazugehörige allgegenwärtige Leadership-Theorie und das, was seitens der Führungskräfte in der Realität erlebt wird, so krass auseinanderklafft. Aber um nicht nur schwarz zu malen: Es haben uns auch durchaus positive Texte erreicht, die aufzeigen, wie viel Energie und ja auch Glück durch eine positive Beziehung zur eigenen Chefin oder zum eigenen Chef freigesetzt werden kann.

Zur Gestaltung von Beziehungen gehören aber immer mindestens zwei …

Christine Larbig: Das stimmt. Natürlich sind auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich für die Qualität der Beziehung zu ihren Chefinnen und Chefs. Viel bewirkt es oft schon – das wird in den Briefen sehr deutlich – wenn sich die Mitarbeitenden den Gefühlen, die sie ihrer Führungskraft entgegenbringen, stellen und sich mit diesen auseinandersetzen. Je klarer sie sich ihrer entsprechenden Gefühle sind, desto mehr Möglichkeiten haben sie, die Beziehungsqualität zu verbessern. Allein schon insofern, dass sie der Führungskraft dann besser signalisieren oder klarer sagen können, was sie sich von ihr wünschen, was sie erwarten oder auch mit welchem Verhalten sie nicht gut umgehen können. Unsere eigenen Gefühle sind der beste Zugang zu uns selbst – zu unseren Erwartungen, Werten, Prinzipien –, den wir haben. Meistens nutzen wir ihn aber viel zu wenig. Das ist uns bei der Auswertung der Briefe noch einmal sehr klar geworden und hat auch mit uns selbst etwas gemacht: Wir alle haben angefangen, mehr über unsere eigenen Gefühle im Arbeitskontext nachzudenken. Selbst unserer Lektorin ging das so, die die Entstehung unseres Buches über die Aktion betreut hat.



Die Ergebnisse hätten Sie aber auch einfacher haben können. Warum haben Sie die Menschen nicht einfach nach ihren Gefühlen gefragt, die sie ihren Führungskräften entgegenbringen?

Ursina Kellerhals: Uns ging es darum, über das Schreiben als kreative Handlung an tieferliegende Beobachtungen und Erfahrungen heranzukommen. In einem Interview – wie sie ja auch in Mitarbeitendenzufriedenheitsstudien durchgeführt werden – kommt man solchen unterschwelligen Gefühlen und Wahrnehmungen selten auf die Spur.

Christine Larbig: Und wenn man ihnen in sozialwissenschaftlichen Studien doch auf die Spur kommt, büßen sie meist ihren besonderen Charakter ein. Die Darstellung von Emotionen und immanenten Erwartungen in Bulletpoints spricht unser Gehirn nicht emotional an und lässt uns kalt. Eine solche Darstellung würde – außer ein paar Fachexperten – kaum einen interessieren. Außerdem ist der Kontext sehr wichtig, um etwas zu verstehen bzw. sich damit auseinanderzusetzen. In den Briefen wird dieser Kontext geliefert – mittels Geschichten, Erfahrungen und Reflexionen, die unser Gehirn ansprechen und das Projektergebnis erlebbar machen. Deshalb haben wir auch nicht nur Auszüge der Briefe, sondern 30 Briefe in unserem Buch komplett veröffentlicht.

Werden Sie an der Crowdwriting-Aktion noch einmal anknüpfen?

Ursina Kellerhals: Die Perspektive ist ja mit Briefen an Führungskräfte sehr einseitig. An sich ist es unsere Aufgabe, nun auch „Briefe an die Mitarbeitenden“ in Angriff zu nehmen. Ein Brief in der Sammlung ist zufälligerweise schon mit dieser Sichtweise geschrieben. Auch dieser Text gibt einen guten Einblick, wie vielschichtig die Gefühlslagen – und auch Abhängigkeiten – auf der anderen Seite der Dyade Mitarbeitende-Chefin ist.

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Das Team des CreaLab hat 30 der – natürlich anonymen – Briefe, die es im Rahmen der Crowdwriting-Aktion erreicht hat, samt den dazugehörigen Inhaltsanalysen im Buch „Briefe an den Chef“ veröffentlicht.

Foto 1 – Die Mitglieder des CreaLabs von links nach rechts: Ute Klotz, Patricia Wolf, Christine Larbig, Ursina Kellerhals und Jens Meissner.
Foto 2 – Fruzsina Korondi, die Grafikerin des Crea-Lab-Teams, hat die Auswertung der Emotionen als Landschaft visualisiert.


Kommentar (1) | Kategorie: Management & Führung, _erforscht

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