Tipps aus dem trainerkoffer

Monatlich stellen wir Ihnen einen praktischen Impuls rund um Training, Beratung und Coaching vor. Hier lesen Sie kostenfrei alle bereits erschienenen Tipps.

Spontan mit Irritation umgehen

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Manchmal sprechen andere Dinge an, die unpassend oder unangenehm sind. Mit dieser Übung wird sanfte Schlagfertigkeit trainiert. Denn Spontanität kann wie ein Muskel trainiert werden. Je häufiger wir assoziieren, behaupten, entwickeln und an Ideen andocken, desto leichter fällt es uns – und wir lernen auch, Irritationen humorvoll nehmen zu können.
Mann Für die Übung finden sich zunächst Paare zusammen. Eine Person beginnt und behauptet, die Partnerin habe etwas Ungewöhnliches an sich, z.B. „In Ihrem Bauch ist eine Steckdose!“ oder „Sie haben Ameisen auf den Füßen!“ In dieser Übung sollen nicht Schwächen des anderen angeprangert oder das Gegenüber verletzt werden, sondern ein wunderliches Merkmal soll erfunden werden.

Die andere Person stimmt zu und erklärt jetzt, wie es zu dem Merkmal kommt bzw. welchen Nutzen es hat. „Ja, diese Ameisen sind eine neue Gesundheitsmaßnahme gegen Plattfüße. Sie massieren meine Fußsohlen und dadurch wird mein Fußgewölbe wieder gestärkt. Das hat eine bayerische Försterin herausgefunden, als sie zufällig im Bayerischen Wald barfuß unterwegs war …“

Wer erklärt, der lässt sich ganz auf die eigene Erzählung ein und lässt die Gedanken dazu fließen. Die Partnerin kann durch interessiertes Nachfragen helfen. Für die Geschichte sollte man sich ruhig Zeit lassen. Nach einigen Sätzen wird gewechselt und der Partnerin wird etwas Außergewöhnliches angedichtet.

Ermuntern Sie die Teilnehmenden: „Probieren Sie beim Erzählen einfach irgendetwas aus! Reden Sie drauflos und verstricken Sie sich nicht in den Ehrgeiz, eine besonders tolle Darbietung zu präsentieren. Lassen Sie sich von sich selbst überraschen!“

Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit der Methode „Sie haben da was“!
Buch

Weitere Methoden und Tools der angewandten Improvisation finden Sie im dem Praxisbuch für agile und erfolgreiche Teamarbeit Out of the Box von Monika Eßer-Stahl.
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Veränderungen der Weiterbildungsbranche



Ganz neu: Unsere jährliche große Studie über die Weiterbildungsszene ist jetzt erschienen. Wir fragen ihren Herausgeber Jürgen Graf, wie Corona die Branche geprägt hat.

Lieber Herr Graf, in den Zahlen zeigt sich sicher deutlich, dass das letzte Jahr anders war, auch für die Weiterbildungsbranche. Was hat Corona dort verändert?

Mitte März 2020 brachen die gewohnten Präsenztrainings und -coachings von jetzt auf gleich weg – und zwar häufig komplett und bis zum Rest des Jahres. Das war mit früheren Krisen gar nicht zu vergleichen. Zudem ist die Branche geprägt von Soloselbstständigen und Freiberuflern, für die Corona eine berufliche Existenzbedrohung war und ist. Ohne jetzt zu sehr in die Details der einzelnen Studienergebnisse zu gehen: Rund zwei Drittel der befragten Weiterbildungsprofessionals gaben an, dass sie einen – zum Teil massiven – Rückgang an Trainingstagen und Coaching-Sitzungen verkraften mussten. Im Durchschnitt kamen sie 2020 auf gerade einmal 45 Trainingstage und 55 Coachingstunden.

Sehen Sie auch positive Entwicklungen?

Durchaus. Die genannten Zahlen zeigen ja zugleich: Das Geschäft kam nicht vollständig zum Erliegen. Die Branche entdeckte mit einem Mal die Möglichkeiten des digitalen Lernens. Mehr als die Hälfte der absolvierten Trainings und Coachings fand 2020 rein virtuell am Bildschirm oder als hybride Maßnahme – teils Präsenz, teils Online – statt. Und nicht selten zeigten sich die befragten Weiterbildnerinnen und Weiterbildner überrascht, was alles auch online möglich ist.

Das digitales Lernen nun aktiv angegangen wurde, ist das eigentlich Charmante an diesem ansonsten durchweg negativen Corona-Jahr. Wer die Weiterbildungsbranche kennt, weiß ja, dass deren Akteure um plakative Slogans nie verlegen sind. „Die Krise als Chance nutzen” und „Walk what you talk” stehen da sicherlich ganz oben auf der Liste. Doch in der Tat: Ein erstaunlich großer Teil der Weiterbildungsprofessionals hat dieses nach außen proklamierte Selbstverständnis 2020 auch unter Beweis gestellt.

Wie ist Ihre Einschätzung, verändert das Pandemie-Jahr 2020 die Branche nachhaltig?

Was bleibt und was ich auch als riesigen Vorteil sehe: Die Branche hat in kurzer Zeit ihr technisches und vor allem auch didaktisches Know-how zur Durchführung von Online-Trainings und -Coachings auf Stand gebracht.
  • Damit sind Handlungsspielräume für Coachs, Trainer und Beraterinnen größer geworden.
  • Und gegenüber Auftraggebern können sie nun über die Möglichkeiten und Grenzen der Durchführungsformate Online oder Präsenz auf Basis der eigenen fundierten Erfahrungen argumentieren.
Das alles kann der Qualität, aber durchaus auch der Quantität der durchgeführten Weiterbildungsmaßnahmen nur guttun. Im Übrigen haben viele auch persönliche Vorteile für sich entdeckt: Wie entspannend kann es plötzlich sein, ein zweistündiges Strategiegespräch mit einem Klienten auch einfach einmal via Video-Konferenz abzuhalten – wo früher mit stressiger An- und Abreise der ganze Tag dafür draufgegangen ist.

Wer hat sich an der Studie beteiligt?

Die über 800 Teilnehmenden an dieser Studie sind in der Regel schon seit vielen Jahren hauptberuflich als Weiterbildungsanbieter für die freie Wirtschaft und den öffentlichen Dienst tätig. Beratend, trainierend und coachend unterstützen sie vor allem das Entwickeln von Schlüsselqualifikationen und soziale Kompetenzen.

Abonnenten der Zeitschrift Training aktuell können die vollständige Honorarstudie hier kostenlos als eBook herunterladen.
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Die Methode der Gewaltfreien Kommunikation trainieren

Friedenstaube
Wertschätzende Kommunikation fördert vertrauensvolle Beziehungen und Kooperationen im Berufsleben, im persönlichen und politischen Bereich. Ein grundlegendes Handlungskonzept zur Wertschätzenden Kommunikation ist die „Gewaltfreie Kommunikation“ (GfK), die Sie folgendermaßen vermitteln können:

Gewaltförmige Kommunikation meint eine Kommunikation, bei der Gesprächspartner beschuldigt oder verurteilt werden. Der Gegensatz dazu ist eine wertschätzende Kommunikation, und dazu hat der Psychologe Marshall B. Rosenberg die Methode der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) entwickelt.

Das Grundschema der Gewaltfreien Kommunikation üben

Giraffe Die Methode der Gewaltfreien Kommunikation besteht aus vier Schritten:
  • Bewertungsfreie Beobachtung: Eine eigene Beobachtung wird möglichst wertfrei geschildert.

  • Benennung des Gefühls: Hier wird das Gefühl genannt, das die Beobachtung in mir ausgelöst hat.

  • Benennung des Bedürfnisses, das dem Gefühl zugrunde liegt.

  • Formulierung einer Bitte, die, wenn sie erfüllt wird, das Bedürfnis befriedigt.
Nennen Sie einige Beispiele und lassen die Teilnehmenden diskutieren, ob Ihre Beispielaussagen dieser Methodik entsprechen oder ob sie umformuliert werden sollen. Schon der erste Schritt, eine Beobachtung bewertungsfrei zu formulieren, ist für viele nicht einfach.

Sie können zum Beispiel diesen Satz vorschlagen: „Person A ist unzuverlässig.“ (bewertend). Eine passende Umformulierung wäre: „Person A wollte mir gestern die Tabelle geben, das ist bis jetzt noch nicht passiert.“ (wertfrei)

Auch die Benennung des Gefühls kann für manche schwierig sein. „Ich fühle mich nicht ernst genommen.“ Diese Aussage ist eine Interpretation des Verhaltens einer anderen Person und damit keine Beschreibung des eigenen Gefühls. „Ich bin frustriert.“ Hier wird klar ein Gefühl benannt.

Im dritten Schritt wird das eigene Bedürfnis formuliert. Nennen Sie Beispiele und fragen danach, welches Bedürfnis zum Ausdruck gebracht wird. Hinter der Formulierung „Ich sorge mich, weil die Deadline in einer Woche ist.“ steht z. B. das Bedürfnis nach Sicherheit und Klarheit.

Im vierten Schritt folgt die Formulierung einer Bitte: „Ich möchte, dass du dir mehr Mühe gibst!“ Diese Bitte ist zu undeutlich, um sie in eine Handlung zu übersetzen. Eine klarere Formulierung wäre „Ich bitte dich, mir bis Montag zurückzumelden, welche nächsten Schritte du im Projekt wann erledigen wirst.“

Vielen Teilnehmenden fallen jetzt auch Beispiele für gewaltförmige Kommunikation aus dem eigenen Erleben ein, Situationen, die sich gemeinsam „neu formulieren“ lassen. Im Anschluss können dazu gut Rollenspiele in Kleingruppen durchgeführt werden.

Buecher
Die Methode der Gewaltfreien Kommunikation und das neuropsychologische Erklärungsmodell beschreiben Franz Hütter und Sandra Mareike Lang in ihrem Buch Neurodidaktik für Trainer. Auch finden Sie eine Beschreibung der Methode mit Übungen in dem von Anja Leao herausgegebenen Buch Trainer-Kit Reloaded.


Koffer
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Online-Teamübung 'Agiler Taschenrechner remote'

Laptop
Teambildung profitiert von Kooperationsspielen – auch digital. Wir zeigen, wie mithilfe eines Collaboration-Tools mit Spielspaß aus der Distanz zusammengearbeitet wird. Die Teammitglieder erleben dabei, dass gemeinsame Absprachen und das Kombinieren von Ausprobieren und Retrospektive sie deutlich erfolgreicher werden lassen.

Die Aufgabe im Kooperationsspiel

Die Teilnehmer sehen ein Online-Board (s. Verweise unten) mit 40 Zahlenkarten von 1-40. Innerhalb einer Minute müssen sie alle Zahlenkarten in aufsteigender Reihenfolge von 1 bis 40 mit Initialien markieren. (Wenn sie das vor Ablauf der Minute schaffen, können sie wieder bei 1 beginnen). Das Aussehen der Initialien ist dabei völlig egal. Vor dem Start der ersten Runde haben die Teilnehmenden ein bis zwei Minuten Zeit, die Aufgabe zu besprechen und ein Vorgehen festzulegen, um die Zusammenarbeit zu verbessern.
Kooperationsspiel Dabei ist für die Spieler zu beachten:
  • Die Zahlen werden nicht verschoben.
  • Zu jedem Zeitpunkt darf nur genau eine Person mit ihrem Mauszeiger im Spielfeld sein. Alle anderen sind außerhalb (oder auf einem extra eingerichteten „Parkplatz“).
  • Jeder Mitspieler muss pro Spielrunde mindestens eine Zahl mit seinen Initialen markieren.
  • Das Spiel wird über fünf Runden gespielt.
  • Jede Runde beginnt mit einem neuen Spielfeld.

Das Spiel in 5 Runden

Vor Start jeder Runde erkundigen Sie sich bei den Teilnehmenden: „Bitte schätzt ein, bis zu welcher Zahl ihr in dieser Minute kommen werden.“ Notieren Sie die Schätzung vor dem Start einer Runde in der vorbereiteten Tabelle.
Ergebnistabelle Dann startet die erste Runde und das erreichte Ergebnis wird hinterher daneben notiert. Um eine fundierte Retrospektive zu erhalten, hat es sich bewährt tatsächlich 5 Runden durchzuführen. Feuern Sie das Team an, falls sich wenig Antrieb zeigt, sich zu steigern: “Ich bin überzeugt, ihr schafft das locker!“ Achten Sie darauf, dass die Nummernkarten in jeder Runde anders auf dem digitalen Spielfeld verteilt sind. Um zu variieren, können Sie in einer späteren Runde auch erlauben, die Nummernkarten zu verschieben.

Die Auswertung der digitalen Teamübung

In der Reflexion sammeln die Teilnehmenden Erkenntnisse, die den Grundstein für agiles Arbeiten darstellen. Hilfreiche Fragen von Ihrer Seite können sein:
  • Was habt ihr gerade erlebt?
  • Wer war Führungskraft?
  • Warum habt ihr versucht, die erreichte Anzahl von Runde zu Runde zu steigern? Dazu gab es keine Vorgabe.
  • Hättet ihr das Ergebnis der letzten Runde auch in der ersten Runde erreicht, wenn ihr gleich zu Anfang die komplette Beratungszeit von 5 bzw. 10 Minuten gehabt hättet?
  • Gönnt ihr euch im Alltag solche „iterativen Lernmomente“, also Erfahrung über mehrere Runden zu sammeln?

Wichtig für die Vorbereitung

  • Neben einer Meeting-Plattform benötigen Sie ein Online-Tool, mit dem gleichzeitig digitale Haftnotizen verschoben und Initialen gesetzt werden können. Solche Tools sind beispielsweise:
  • Beim Einrichten wählen Sie die Einstellung „Mauszeiger mit Namen sichtbar“, so wird an jedem Mauszeiger ein kleines Feld mit dem Namen des Besitzers angezeigt.
  • Nun richten Sie eine Fläche mit 40 digitalen Haftnotizen mit den Zahlen von 1 bis 40 ein, die Sie bunt mischen. Diese Fläche brauchen Sie fünf Mal, da in fünf Runden gespielt wird.
  • Um die Spielregeln darzustellen, können Sie entweder eine digitale Infobox vorbereiten oder das Foto eines Flipcharts.
  • Auch für die Schätzungen und Ergebnisse sollten Sie entweder eine Tabelle digital vorbereiten oder ein Flipchart zeigen.
Buch

Diese Spielidee stammt von der erfahrenen Remote Innovation Facilitator Hanne Philipp aus unserer Neuerscheinung 80 Spiele fürs Live-Online-Training herausgegeben von Gert Schilling.

Wir wünschen Ihnen viele Aha-Erlebnisse bei der Umsetzung dieser Online-Teamübung!


Selbstgespräche ins Positive umwandeln

Spiegelbild
Wir führen häufiger Selbstgespräche als wir glauben. Leider ist der Dialog mit uns selbst oft negativ: 'Warum war ich jetzt schon wieder so blöd?', oder „Oh, ist das schwierig, das schaffe ich nicht!“. Bei so einer 'Eigenansage' tut unser Gehirn alles dafür, dieser Botschaft zu entsprechen. Deswegen macht es einen großen Unterschied, wenn wir beispielsweise stattdessen zu uns selbst sagen: „Das ist eine Herausforderung!“. Dahin, wo wir unsere Aufmerksamkeit positiv lenken, fließt unsere Energie. Weil wir damit also unsere Leistung fördern und unser Wohlbefinden steigern können, sind richtig geführte Selbstgespräche Gold wert!

So werden Ihre Selbstgespräche konstruktiv

aufmunternde
  • Beginnt ein negatives Selbstgespräch, stoppen Sie es sofort und sagen sich dabei ruhig und deutlich „Stopp!“. Es hilft, sich dazu ein Stoppschild bildlich vorzustellen, um die negativen Gedanken wirksam zu unterbrechen.
  • Wie wünschen Sie sich, wie man mit Ihnen kommuniziert? Sprechen Sie genau so mit sich selbst - wertschätzend!
  • Nutzen Sie den Präsens, wenn Sie mit sich reden. Das kommt besser im Gehirn an. Beispielsweise statt 'Das könnte ich schaffen.' sagen Sie: 'Das schaffe ich!'
  • Verwenden Sie klare Worte und eindeutige Anweisungen!
Lassen Sie sich die Punkte durch den Kopf gehen und probieren Sie es bewusst aus. Lächeln Sie innerlich sich selbst zu. :) Nun formulieren Sie positive Sätze wie: „Ich kann das!“

Gehen Sie nachhaltig an Ihre Selbstgespräche heran

Um Ihre Selbstgespräche dauerhaft positiv umzuwandeln, hilft es, folgende Punkte zu reflektieren:
  • Sehe ich nur die negativen Seiten der Situation? Gibt es auch Positives?
  • Verallgemeinere ich zu sehr?
  • Habe ich schon einmal eine ähnliche Situation bewältigt? Wie?
  • Was würde ich einem Freund oder einer Freundin unterstützend sagen, die sich in dieser Situation befänden?
  • Wie wichtig ist die Sache wirklich für mich?
  • Gibt es etwas anderes, das mir sehr wichtig ist, woran ich denken könnte – und was mir Mut und Sicherheit gibt?
buchabbildung Resilienzentwicklung fuer Fuehrungskraefte

Diese Methode, negative Selbstgespräche umzuwandeln, beschreibt Therapeutin und Coach Merle Meier. In ihrem neu erschienenen Buch
Resilienzentwicklung für Führungskräfte
stellt Sie verschiedene Methoden vor, die eigene psychische Widerstandskraft zu stärken.


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