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Collaborative Learning

Collaborative Learning

Der Begriff 'Collaborative Learning' bezieht sich auf eine Lehr-/Lernmethode, bei der Studierende zu unterschiedlichen Leistungsstufen in kleinen Gruppen gemeinsam an Zielen arbeiten und voneinander lernen.

Für den Begriff gibt es jede Menge gleichbedeutende Begriffe, die sich nur marginal voneinander unterscheiden, wie beispielsweise cooperative learning, student team learning, group learning oder group investigation. Im deutschsprachigen Raum wird die direkte Übersetzung in kollaboratives Lernen vermieden, wohl aufgrund der Tatsache, dass der Begriff 'Kollaborateur' eingedenk der historischen Vergangenheit politisch belegt ist.

Daher finden im deutschsprachigen Raum Begriffe wie gruppen-, teambasiertes oder cooperatives Lernen Verwendung, die jedoch nicht so eine starke Verbreitung wie das englischsprachige Pendant Collaborative Learning aufweisen.

Grundlegende Annahme von Collaborative Learning ist, dass kooperative Teams ein höheres Niveau an Gedankengängen erzielen und Informationen länger abspeichern können als Studierende, die für sich alleine als Individuen arbeiten.

Collaborative Learning reiht sich als Methode in die Lerntheorie des Konstruktivismus ein und kann daher zu einer fortgeschrittenen kognitiven Entwicklung führen. Collaborative Learning basiert auf der Idee, dass Lernen ein natürlicher, sozialer Akt ist, bei dem die Beteiligten sich untereinander unterhalten. Gemäß Lev Vygotsky müssen Lernende aktive Organisierer sein, die ihre Sprache in einer kontinuierlichen Interaktion mit ihrer sozialen Umwelt benutzen, um so zu lernen und sich selbst zu verändern.

Collaborative Learning beruht demnach auf verschiedenen Annahmen:

  1. Lernen ist ein aktiver, konstruktiver Prozess, bei dem Lernende neues Wissen in ihr vorhandenes Wissensnetz integrieren, um neue Ideen und soziale Bedeutungen zu generieren.

  2. Lernen hängt von einem reichhaltigen sozialen Kontext ab, der Lernende fordert, mit anderen Lernenden zusammenzuarbeiten, um Probleme zu identifizieren und gemeinsam zu lösen.

  3. Lernende sind verschieden und haben unterschiedliche Hintergründe und Erfahrungen.

  4. Lernen ist ein sozialer Akt, bei dem Lernende miteinander Gespräche führen, um zu lernen.

  5. Collaborative Learning hat affektive und subjektive Dimensionen. Lernende müssen sich gegenseitig zuhören und können nicht länger nur auf die Informationen des Lehrenden bauen. Die Rolle der Beteiligten verändert sich dadurch elementar: Dozierende rücken stärker in den Hintergrund, fungieren als Coach und begleiten die Studierenden dabei, den Lernstoff gemeinsam in einer Gruppe zu erkunden.

Nachfolgend sind einige Prinzipien aufgeführt, die für jedes gruppenorientierte Lehr-/Lernszenario Gültigkeit haben:
  1. Eine gruppenorientierte Aufgabe ist so gestaltet, dass sie gemeinsame Lernziele und -ergebnisse anstrebt.

  2. Lernprozesse in Kleingruppen finden in Gruppen zwischen drei bis fünf Lernenden statt.

  3. Kooperatives Verhalten involviert Maßnahmen zur Vertrauensbildung, gemeinsame Planungen und ein Verständnis von Teamunterstützung.

  4. Positives Zusammengehörigkeitsgefühl wird entwickelt durch das gemeinsame Stecken von Zielen.

  5. Zuverlässigkeit, Erfüllung der Rolle sowie ein Commitment zur Aufgabe jedes Individuums in einer Gruppe wird von den Lernenden erwartet.

Einige Praktiken können jedoch je nach der konkreten Ausrichtung von Collaborative Learning variieren:

  1. Formung der Gruppe, ob beispielsweise eher homogene oder heterogene Gruppen gebildet werden sollen.

  2. Entwicklung von Gruppenarbeits- und Teamfähigkeiten, die besonders gefördert werden sollen, wie beispielsweise explizites Lehren in der Gruppe, Aufgaben zur Teambildung, Förderung der Reflexion von Gruppendynamiken.

  3. Erstellung der Gruppenaufgabe und der Zusammenhänge von Strukturen wie z.B. der Zusammenhang von Zielerreichung und Anreizsystemen, notwendige Ressourcen, Aufgabenteilung.

  4. Vorgehensweise bei der Evaluation, z.B. individuelle oder Gruppennote, Benotung durch Mitlernende, Selbstreflexion.

  5. Definition der Lehrerrolle, die komplex ist und in den unterschiedlichen Phasen des gruppenbasierten Lernens variieren kann, z.B. vom Coach, der hilfreichen Input und Unterstützung gibt, zum Überwacher, der das Einhalten von kooperativen Normen im Auge hat, bis hin zum Bewerter, der die Ergebnisse der Studierenden evaluiert.
    Dennoch ist es essenziell festzuhalten, dass sich die Rolle des Lehrenden bei Collaborative Learning grundsätzlich ändert. Er steht weniger im Vordergrund als aktiver Part der Wissensvermittlung, sondern unterstützt die Lernprozesse der Lernenden, neues Wissen zu analysieren, zu entdecken und selbst anzuwenden (e-Coaching).


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