Teure Reibungsverluste: Seminarteilnehmer zum Verhältnis Chef - Mitarbeiter befragt
Reibereien zwischen Chef und Mitarbeitern kosten die Unternehmen Zeit und Geld. Um wie viel Zeit und wie viel Geld es sich dabei handelt, wollte die Pro Change GmbH, Pulheim, ermitteln. Zu diesem Zweck haben die beiden Geschäftsführer Isabell und Stefan Blankertz 132 Teilnehmer ihrer Seminare befragt. Das Ergebnis: Die Befragten verbringen im Durchschnitt ein Zehntel ihrer Arbeitszeit mit Ärger. Bei einhundert Mitarbeitern mit Arbeitsstundenkosten von einhundert Mark würde ein Unternehmen dafür pro Jahr ca. zwei Millionen Mark zahlen.
Im Rahmen der soeben veröffentlichten Studie 'Was kosten Probleme mit dem Chef?' hat Pro Change zudem erfragt, welche Verhaltensweisen der Vorgesetzten von den Mitarbeitern besonders viel Kraft und Arbeitszeit fordern: Spitzenreiter ist mit 36,5 Prozent die Führungsschwäche der Chefs. Dies äußert sich in Klagen wie 'Der Vorgesetzte gibt aus Nachlässigkeit Informationen nicht weiter' oder 'Der Vorgesetzte formuliert nicht klar, was er von mir will'.
Bei der Interpretation der Befragungsergebnisse auf Basis der Transaktionsanalyse kommen die Autoren der Studie zu dem Ergebnis, dass sich die meisten Reibungsverluste ergeben, wenn ein 'nicht-direktiver' Vorgesetzer auf einen 'pflichtbewussten' Mitarbeiter trifft. Hier erwartet der eine nämlich Selbstständigkeit, der andere klar formulierte Anweisungen. Es gelte daher, so die Autoren der Studie weiter, den Führungskräften beizubringen, dass die Mitarbeiter Führung erwarten. Die Mitarbeiter hingegen müssten lernen, Freiräume positiv zu nutzen.
Erhältlich ist die Studie für 98 Mark bei (abi)
Training aktuell, Heft 12/99 vom 29.11.1999 (1586 Zeichen)
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