Studie: Führungskräfte kritisieren die Praxis des betrieblichen Projektmanagements
Kritik an der gegenwärtigen Praxis des Projektmanagements äußern deutsche und österreichische Führungskräfte: 80,5 Prozent sind der Meinung, Projektmanagement werde im Sinne eines Feuerwehreinsatzes in Krisensituationen mißbraucht, 74,5 Prozent glauben, die meisten Projekte würden unter viel zu großem Zeitdruck 'durchgepeitscht' und 78 Prozent machen unklare Zielsetzungen für einen Projektmißerfolg verantwortlich. Das ergab eine Umfrage, die im Laufe des ersten Halbjahres 1997 im Auftrag der Akademie für Führungskräfte in Bad Harzburg durchgeführt wurde. Befragt wurden von dem beauftragten Unternehmen Kybernetika 230 nach dem Zufallprinzip ermittelte Teilnehmer an Akademieseminaren für Führung und Organisation.
68,5 Prozent der befragten Führungskräfte sehen Projekte am Widerstand des Projektumfeldes scheitern, ebenso viele bemängeln die falsche personelle Besetzung der Teams. 64 Prozent kritisieren, daß Projektmitarbeiter sich verzetteln, sich an Einzellösungen festbeißen und die generelle Zielsetzung aus den Augen verlieren.
Befragt wurden die Führungskräfte jedoch nicht nur nach Pannen und Hürden des Projektmanagements, sondern auch nach den Erfolgskriterien. 98 Prozent nannten als Erfolgsgaranten einen klar umrissenen Projektauftrag, gefolgt von der kontinuierlichen Verfolgung der Projektziele (97 Prozent). Die konsequente Projektleitung (95 Prozent) ist den Befragten fast ebenso wichtig wie eine wirkungsvolle Projektorganisation (93 Prozent). Die Möglichkeit eines Karriereschubs durch erfolgreiche Projektarbeit hingegen sieht nur eine vergleichsweise kleine Gruppe der Befragten (47 Prozent). Ebenso ungeeignet erscheint Projektarbeit für Innovationen: Nur 42 Prozent der Manager glauben, daß mittels Projektarbeit innovative Durchbrüche erzielt werden können.
Weitere Informationen über Einzelergebnisse auf Anfrage bei: (nbu)
Training aktuell, Heft 09/97 vom 15.09.1997 (1854 Zeichen)
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