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Projektleitung: Auf die Stimmung kommt es an


In der Projektgruppenarbeit sind Führungskräfte weniger als fachliche Experten denn als emotional und sozial Halt gebende Leitpersonen gefordert. Dies haben der Organisationspsychologe Professor Dr. Günter Fred Müller von der Universität Koblenz-Landau und der Bochumer Sozialpsychologe Professor Dr. Hans-Werner Bierhoff in einer experimentellen Studie nachgewiesen, deren Ergebnisse jüngst in der englischen Fachzeitschrift 'Journal of Managerial Psychology' (Band 20, Nr. 6, 2005) veröffentlicht wurden. Mit der Untersuchung, für die sie 122 Psychologiestudenten zu 24 Projektgruppen zusammenfassten, konnten die Forscher zwei Hypothesen belegen.

Erstens: Es ist nicht direkt die positive Stimmung der Gruppenmitglieder, wohl aber die daraus hervorgehende angenehme Gruppenatmosphäre, die die Zusammenarbeit positiv beeinflusst. Und zweitens: Das Verhalten des Projektgruppenleiters wirkt sich indirekt auf die Zusammenarbeit aus. Projektteams nämlich stehen vor größeren Herausforderungen als reguläre Teams und Arbeitsgruppen: Sie arbeiten oft unter Zeitdruck an besonders anspruchsvollen Aufgaben, ohne dass die Rollen unter den Projektgruppenmitgliedern und ihre interpersonalen Beziehungen hinreichend geklärt sind.

Wie die Untersuchung zeigt, trägt das Verhalten der Führungskraft einiges dazu bei, dass die Zusammenarbeit trotz dieser schwierigen Bedingungen gut funktioniert. Und zwar ist hier weniger ein aufgabenbezogener Führungsstil hilfreich. Sprich: Für die Qualität der Zusammenarbeit spielt es keine Rolle, ob der Projektleiter fachlich versiert ist - die Gruppe kommt auch ohne seine Expertise klar. Entscheidend ist vielmehr ein personenbezogener, wenig direktiver, von Rücksichtnahme und Vertrauen geprägter Führungsstil - genauer gesagt: Aufs Management von Emotionen kommt es an. Ist die Führungskraft nämlich in der Lage, die Stimmung der einzelnen Gruppenmitglieder positiv zu beeinflussen, schlägt sich das in der gesamten Gruppenatmosphäre nieder und die beeinflusst ihrerseits die Qualität der Zusammenarbeit. Infos zur Studie erhalten Sie per E-Mail. (jum)

fmueller@uni-landau.de

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