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Die vielen Stimmen der HR-Profession

Personaler-Verbände HR-Alliance und BPM


Als sich das Personalerbündnis HR-Alliance vor zwei Jahren gegründet hatte, waren die Erwartungen groß. Schließlich wollte der Verband als Sprachrohr der Profession in der Öffentlichkeit wirken. Geschehen ist seither nicht allzu viel. Das aber wird sich vielleicht ob neu erwachsener Konkurrenz ändern. Während nämlich die HR-Alliance in München ihren zweiten Kongress zelebrierte, formierte sich in Berlin ein neuer Personalerverband mit demselben Anspruch.

Mit einem Paukenschlag war die HR-Alliance im Oktober 2007 an den Start gegangen: Die Personaler-Initiativen Goinger Kreis, Wege zur Selbst-GmbH und Münchener Bildungsforum hatten einen Kongress – das Zukunftsforum Personal – auf die Beine gestellt und anlässlich dieses Ereignisses die Gründung des neuen Personalerverbandes bekannt gegeben. Spontan stieg auch noch der Arbeitskreis Personalmarketing (dapm) mit ein. Die Initiatoren verbreiteten in jenem Herbst 2007 die Hoffnung auf viel frischen Wind. Vor allem wolle man der Personalerszene fortan in Politik und Öffentlichkeit eine Stimme verleihen, ließ die HR-Alliance wissen. Herausgekommen ist bislang eher ein laues Lüftchen. Denn die HR-Alliance meldete sich in den vergangenen zwei Jahren nur selten zu aktuellen Themen zu Wort. 'Leider fehlt es uns mit unserem kleinen Backoffice an Zeit und Ressourcen', bedauerten die Verbandsvorstände allenthalben.

Vom 17. bis 18. September 2009 wurde es dann doch noch einmal etwas lauter um die HR-Alliance. In München veranstaltete der Verband sein zweites Zukunftsforum Personal unter dem Titel 'Zwischen Wissensavantgarde und Prekariat: Herausforderungen für das System Arbeit – gerade jetzt in der Krise'. Der Zulauf war groß: Rund 400 Teilnehmer drängten sich in den engen Sitzreihen der IHK-Akademie. Im Finale erlebten sie eine HR-Alliance mit Sendungs- und Sozialbewusstein: Die führenden Köpfe der Allianz – Thomas Sattelberger, Oliver Maassen und Karl-Heinz-Stroh - appellierten an die Politik, das dreigliedrige Schulsystem abzuschaffen, weil es zu viele Bildungsverlierer produziert und damit den Fachkräftemangel verschärft. Und sie erlegten sich als Personaler eine Selbstverpflichtung auf: 'Wir werden in unserem beruflichen Umfeld eine Initiative unterstützen beziehungsweise ins Leben rufen, die die soziale Mobilität fördert, insbesondere die der jungen Menschen mit Migrationshintergrund und in Hauptschulen.' Ob solch ein Appell und solche punktuellen Sozial-Initiativen ausreichen, darüber lässt sich gewiss streiten. Doch immerhin wird die HR-Alliance mit ihrem 'Münchener Appell' noch einmal ihrem Anspruch gerecht, die Stimme zu erheben.

Der BPM: In der Zielsetzung ganz wie die HR-Alliance

Das vielleicht Denkwürdigste an jenem 18. September war indes weniger die wiedergefundene Stimme der HR-Alliance als vielmehr der Umstand, dass sich im Norden der Republik, in Berlin, just an diesem Tag, völlig ohne Wissen der Münchener, ein weiterer Personalerverband erstmals geräuspert hat: Der Bundesverband der Personalmanager, kurz BPM, gab offiziell seine Gründung bekannt. Der neue Verein, an dessen Spitze Joachim Sauer, Geschäftsführer Personal und Arbeitsdirektor Airbus Operations GmbH, als Präsident steht, wurde von zehn leitenden Köpfen des Personalwesens gegründet, darunter Sabine Gleiß, Head Human Resources Wealth Management Germany der Deutschen Bank AG und Dr. Immanuel Hermreck, Konzernpersonalchef der Bertelsmann AG. Die Idee zu der Gründung hatte laut Präsident Sauer Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK, der heute Beisitzer im Präsidium ist. Auf die Fahne geschrieben haben sich die Zehn nahezu haargenau dieselben Ziele wie die HR-Alliance. So erklärt Sauer: 'Wir werden uns in aktuelle Debatten einmischen, Stellungnahmen erarbeiten und Personalverantwortlichen Stimme und Gewicht in der Öffentlichkeit geben.' Auch ist ein großer Jahreskongress geplant, der zum ersten Mal im Juni 2010 in Berlin seine Pforten öffnen soll. Ein Symposium, zu dem der Verband leitende Personaler einladen will, soll erstmals im März 2010 stattfinden. Auch dies erinnert an die HR-Alliance, die im Rahmen ihres Kongresses verkündete, einen 'Executive Club' gründen zu wollen, der aus auserwählten führenden Köpfen des Personalmanagements besteht und sich einige Male im Jahr trifft. 'Purer Zufall', merkt Sauer zu den Parallelen an.

Anders indes ist die Organisationsform der Berliner. Im Unterschied zur Alliance – und auch zur DGFP – sollen nicht Unternehmen oder bereits bestehende Netzwerke, sondern Einzelpersonen Mitglieder werden. Sauer dazu: 'Wir wollen unabhängig von Unternehmenszugehörigkeiten versuchen, das Image des Personalbereiches nach vorne zu bringen.' Das scheint zu ziehen: Immerhin haben die Berliner schon gut drei Wochen nach Gründung 100 neue Mitglieder an Bord. Was diese womöglich auch lockt, ist die Aussicht auf Serviceangebote: etwa Sonderkonditionen bei kooperierenden Jobbörsen. Auch leistet sich der neue Verband ein relativ umfangreiches Backoffice: Seine Geschäfte hat er an Dienstleister delegiert. So widmet sich etwa der Berliner Fachverlag Helios Media, der auch die Verbandszeitschrift Human Resources Magazin herausgibt, der Mitgliederverwaltung, die Kölner Agentur Ergo hat die Pressearbeit übernommen.

Dass sie im Grunde das gleiche wollen, nehmen die Berliner wie die Münchener übrigens gelassen: 'Ich begrüße ausdrücklich, dass Bewegung im Markt ist, denn dies zeigt, dass unsere vor zwei Jahren gestartete Initiative richtig war und ist', erklärte HR-Alliance-Vorstandsmitglied Oliver Maassen. Und auch Sauer betont, dass angesichts von hunderttausenden Berufsangehörigen drei Verbände ein durchaus überschaubares berufsständisches repräsentatives Spektrum darstellten. Zur Kooperation miteinander sind dem Verlauten nach alle bereit. Man darf gespannt sein auf das Konzert, das dabei zustande kommen könnte ...

Autor(en): (jum)

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