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Zu viel Anpassung schadet der Karriere

Karrierechancen


Je stärker jemand ins Unternehmen integriert ist, desto eher macht er in diesem Karriere. Könnte man meinen. Ist aber anscheinend nicht so, wie Forscher der Stanford Universität und der Universität von Kalifornien he­rausgefunden haben.

Bei einer Analyse der Personaldaten und der internen Mails eines US-Technologie-Unternehmens identifizierten Amir Goldberg und Sameer Srivastava vier verschiedene Integrationstypen. Den ersten nennen sie den doppelt-integrierten Mitarbeiter. Das sind jene Mitarbeiter, die eng in einer Kollegenclique organisiert sind und zudem die Unternehmenskultur ganz und gar aufgesogen haben. Diese haben laut den Wissenschaftlern schlechtere Karten aufzusteigen und unterliegen einem dreimal so hohem Risiko, gefeuert zu werden, wie sogenannte integrierte Nonkonformisten. So bezeichnen Goldberg und Srivastava jene Mitarbeiter, die sich nur bedingt den kulturellen Normen des Unternehmens angepasst haben, aber gut in einem engen Kreis von Kollegen integriert sind. Noch erfolgreicher ist der Typ des assimilierten Vermittlers, der sich die Unternehmenskultur gut zu eigen gemacht hat, aber nicht Teil einer engen Clique ist. 'Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass die Personen gut als Bindeglieder zwischen verschiedenen Gruppen im Unternehmen fungieren können', erklärt Studienleiter Sameer Srivastava. Die schlechtesten Karriereaussichten besitzen jene Mitarbeiter, die sich weder in eine Cliquen-Struktur noch in die Unternehmenskultur einpassen. Mit Blick auf die Karriere gehe es letztlich also um die richtige Balance zwischen Anpassung und der Bewahrung der eigenen Individualität und Unabhängigkeit, ziehen die Forscher Fazit.

Karrierechancen abhängig vom Integrationsgrad

  • Assimilierter Vermittler: Ist gut an die Unternehmenskultur angepasst, ist aber kein Mitglied einer engen ­Clique von Kollegen.
  • Integrierter Nonkonformist: Ist nicht an die Unternehmenskultur angepasst, ist aber Mitglied einer engen Clique von Kollegen.
  • Doppelt-integrierter Mitarbeiter: Hat sich gut an die Unternehmenskultur angepasst und ist Mitglied einer engen Clique von Kollegen.
  • Unangepasster Mitarbeiter: Ist weder an die Unternehmenskultur angepasst, noch Mitglied einer engen Clique von Kollegen.

Quelle: Studie 'On the job: Is it better to fit in or stand out?' der Universität von Kalifornien, Berkeley 2016.

Autor(en): Andree Martens

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