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Quotenfrauen besser als ihr Ruf

Experiment

Quotenfrauen haben einen schlechten Ruf. Stehen sie doch unter dem Generalverdacht, ihre Position nur innezuhaben, weil sie das richtige Geschlecht besitzen. In einem Experiment konnten drei Wirtschaftsforscherinnen der Universitäten Pittsburgh, Stanford und Fabra (Barcelona) jetzt jedoch nachweisen: Frauenquoten führen keinesfalls zu einer Diktatur der Mittelmäßigkeit.

Lise Vesterlund, Muriel Niederle und Carmit Segal simulierten den beruflichen Aufstieg in einer Hierarchie durch einen Wettbewerb. Die Aufgabe: das Lösen von Rechenaufgaben. Die Probandengruppe bildeten 42 Frauen und 42 Männer. Vorab hatten die Forscherinnen deren mathematische Fähigkeiten getestet, mit dem Ergebnis: Die Männer rechneten im Schnitt etwas besser als die Frauen. Unter den 41 überdurchschnittlich guten Rechnern waren aber auch 17 Frauen. Bei dem Test-Turnier konnten die Probanden zwischen zwei Modi wählen. Die erste Variante: Jeder Teilnehmer wird gemäß der eigenen Leistung nach einem festen Satz bezahlt. In der zweiten Variante wurden die Teilnehmer gemäß ihrer relativen Performance im Vergleich zu den anderen Probanden entlohnt. Wobei nur das beste Drittel bezahlt wurde – allerdings deutlich höher als in der ersten Variante –, die anderen gingen leer aus.

Auch Leistungsträgerinnen scheuen Konkurrenz

In der Gruppe der überdurchschnittlich guten Rechner entschieden sich alle Männer für den Wettbewerbsmodus, aber nur jede dritte Frau. Die übrigen zogen das geringere, aber sichere Salär vor. Diese Probandinnen stehen laut den Forscherinnen für jene überdurchschnittlich qualifizierten weiblichen Beschäftigten, die sich am Rattenrennen um die besten Jobs nicht beteiligen, sondern unauffällig ihre Pflicht tun. In der zweiten Turnierrunde führten die Forscherinnen eine Frauenquote ein. Sie legten fest, dass mindestens die Hälfte der Sieger im Wettbewerbsmodus Frauen sein müssten. In der Folge glich sich der Anteil der überdurchschnittlich guten Rechner, die sich für den Konkurrenzkampf entschieden, unter den Frauen und den Männern an: Er lag jetzt jeweils bei ungefähr zwei Drittel. Im Rechenwettstreit holten die Frauen jetzt ein Unentschieden. Es gab also – wie die Frauenquote es forderte – ebenso viele weibliche wie männliche Sieger, ohne dass die Leistung der Frauen künstlich auf- oder die der Männer abgewertet werden musste. 'Frauenquoten führen nicht in erster Linie dazu, dass Frauen bevorteilt werden', resümieren die Wissenschaftlerinnen. Vielmehr sorgten sie dafür, dass sich qualifizierte Frauen dem Konkurrenzkampf mit den Männern um die Posten überhaupt erst stellen.

(ama)

managerSeminare, Heft 131 vom 23.01.2009 (2690 Zeichen)



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