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Wie Wissen Halt findet

Trainingstransfer

Im Seminar sind die Vorsätze groß, am Arbeitsplatz gehen sie in der Alltagsroutine unter: Ob der Transfer des Gelernten gelingt, ist jedoch keine Frage von Glück, Zufall oder günstigen Umständen. Vielmehr entscheidet der Lernerfolg, was in der Praxis umgesetzt wird. Heike Hasenfuß schildert, wie Trainer und Teilnehmer schon im Training alle Weichen auf Transfer stellen.


Im Seminarraum wird gelernt – zurück im Büro beginnt der Transfer. Irrtum! Denn der Grundstein für den Trainingstransfer wird bereits vor und während des Seminars gelegt. Eine zentrale Fähigkeit ist dazu nötig: die Selbstlernkompetenz des Seminarteilnehmers.

Zur Selbstlernkompetenz gehört zum einen die genaue Vorstellung über das, was man wissen, möchte, zum anderen die Bereitschaft, sich selbst immer wieder zum Lernen zu motivieren.
Vor allem aber gehört eine ausreichende Portion an Vertrauen in die persönliche Fähigkeit, Neues in Altbekanntes zu integrieren dazu. Allerdings muss der Trainer den Teilnehmer beim Aufbau der Selbstlernkompetenz unterstützen, ihn aktivieren und fördern.

Hierzu stehen ihm verschiedene methodisch-didaktische, strategische und psychologische Mittel zur Verfügung: aktivierende Methoden wie Gruppenarbeit, Rollenspiele und Fallstudien, Kreativitätstechniken wie die Osborn-Checkliste, außerdem Lerntagebücher und Peer-Groups, schließlich konstruktive Fragen und ermutigendes Feedback.

Zu Aktivität und Selbstverantwortung kann der Trainer die Teilnehmer schon frühzeitig animieren: Wenn er sie bereits vor dem Training, spätestens aber zu Seminarbeginn nach ihren persönlichen Erwartungen fragt. Am Ende des Seminars ist es dann ratsam, die Teilnehmer Vorsätze fassen zu lassen: Welche Lernziele setzt sich jeder Einzelne für die Praxis? Auch sollte er sie auffordern, sich feste Zeiten zu setzen, bis zu denen sie einzelne Lern- und Umsetzungsziele erreicht haben wollen.

Die besten Hilfsmittel schließen natürlich nicht aus, dass den Teilnehmer früher oder später doch einmal der Mut verlässt – eine ganz normale Reaktion auf den einsetzenden Lernprozess. Häufig sind Misserfolgserwartungen ein Zeichen mangelnden Selbstvertrauens. Ohne den Glauben aber an die eigenen Möglichkeiten sind Transfererfolge schwer zu erreichen. Daher gehört es zu den wichtigsten Aufgaben des Trainers, das Selbstbewusstsein seiner Teilnehmer zu stärken. Er sollte sie zu der Überzeugung bringen, dass sie die Fähigkeit besitzen, Veränderungen zu bewirken.

Extras:

  • Tipps für Trainer: Wie Trainer verhindern können, dass Teilnehmer auf uneffektive Lern- und Verhaltensmuster zurückgreifen.
  • Übersicht: Elf Schritte, um den Lerntransfer zu fördern.

Dip.-Päd. Heike Hasenfuß

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