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Nur ein kleiner Schubs

Leadership by Nudging

Um das Verhalten ihrer Mitarbeiter zu lenken, setzen Unternehmen immer noch auf Befehl, Belohnung und Bestrafung – ein bevormundendes und anachronistisches Verfahren. Wünschenswertes Verhalten kann jedoch effektiver und nachhaltiger gefördert werden, ohne die Wahlfreiheit einzuschränken. Durch Nudging.

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Die USA haben eins, Großbritannien hat eins, Dänemark und Australien auch: Alle diese Staaten beschäftigen sogenannte Behavioral Insights Teams. Das sind Berater, die auf Basis verhaltensökonomischer Forschungen Empfehlungen für eine bessere, auf empirischen Erfahrungen fußende Politik machen sollen. Das Ziel: ein besseres Entscheidungsverhalten der Bürger anzustoßen und zu fördern. Jüngstes Mitglied im Club der Verhaltensexperimentierer ist Deutschland. Vor einigen Wochen schrieb die Bundesregierung drei entsprechende Referentenstellen aus. Die Referenten sollen in Deutschland zur Anwendung bringen, was unter dem Begriff Nudging bekannt ist.

Bekannt wurde der Ansatz durch ein Buch des Verhaltensökonomen Richard Thaler und des Rechtwissenschaftlers Cass Sunstein, die mittlerweile beide zum Beraterkreis von US-Präsident Barack Obama gehören. Die empirisch gestützte Methode setzt auf sanfte Stupser – englisch 'nudges' –, die sozialere, gesündere oder ökologischere Entscheidungen anstoßen sollen, ohne dabei bevormundend zu wirken oder Wahlmöglichkeiten einzuschränken. Beim Nudging geht es also nicht um Befehlen und Verbieten, sondern um eine Alternative, einen Mittelweg zwischen Laisser-faire und Lenkung, eine Art von mildem Paternalismus, der wünschenswertes Verhalten auf freiwilliger Basis fördert.

Konkret sind die Nudges kleine Anreize, die die Aufmerksamkeit steuern und Entscheidungen vorformen. Sie nutzen bekannte psychologische Mechanismen und wirken oft unbewusst. Ein Beispiel aus dem öffentlichen Bereich stammt aus Kopenhagen: Dort sorgen auf den Boden gemalte Fußspuren zu Mülleimern dafür, dass weniger Abfall auf der Straße landet. Ein anderes Beispiel, das sich auf vielen Herrentoiletten findet, sind kleine Fliegenabbildungen oder Miniaturfußballtore im Pissoir, die die Zielfreude der Benutzer herausfordern und so zu einer Verbesserung der Hygiene führen.

Extras:

  • Wie funktioniert Nudging: Eine Anleitung in fünf Schritten
  • Kleine Schubser für jeden Zweck: Wie man Nudging im Unternehmen realisieren kann
  • Literaturtipps: Kurzrezension eines Buches über Nudging und Hinweis auf zwei Fachartikel über Mitarbeiterführung und Motivation

Autor(en): Luca Geisseler, Moritz Jäger
Quelle: managerSeminare 200, November 2014, Seite 46 - 50 , 22102 Zeichen
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