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Wenn es um die Motivation ihrer Mitarbeiter geht, folgen Führungskräfte immer noch zu häufig Schema F: Sie versuchen es mit Prämien oder standardisierten Zielvereinbarungen. In der Praxis funktioniert das selten. Frauke Ion und Markus Brand haben daher einen anderen Weg erarbeitet: Ihr Konzept des motivorientierten Führens setzt an den individuellen Lebensmotiven der Mitarbeiter an.
Der Wurm muss dem Fisch und nicht dem Angler schmecken. Eine alte Weisheit. Aber Wie schmeckt ein Wurm? Die wenigsten Angler werden es wissen. Wozu auch selbst probieren? Schließlich ist ihnen klar, dass der Köder allein für ihre Zielobjekte attraktiv sein muss: Schmeckt der Wurm den Fischen, werden sie anbeißen. Für einen optimalen Fang stimmen Profis den Köder deshalb genau auf die Vorlieben der Fischart ab, die ihn fressen soll. So simpel kann Motivation sein.
In der Unternehmenspraxis stellt sich das Thema ungleich schwieriger dar. Ein Mangel an Motivation ist weit verbreitet, wenn man dem jährlich erscheinenden Gallup-Engagement-Index glauben darf: So gab 2008 das Gros der befragten Arbeitnehmer (67 Prozent) an, nur eine geringe emotionale Verbundenheit mit dem Arbeitgeber zu haben und in der Praxis nur das zu erledigen, was eben gerade nötig ist. 20 Prozent gaben sogar zu, innerlich bereits gekündigt zu haben. Optimale Unternehmensergebnisse dürften angesichts dieser Daten kaum erreichbar sein. Denn die Studie belegt auch, dass unmotivierte Mitarbeiter mehr Fehlzeiten haben, weniger produktiv arbeiten und häufiger den Job wechseln.
Wie aber lässt sich dieser grassierende Motivationsmangel beheben? Nicht mit Standard-Ködern wie ergebnisorientierten Aufgabenbeschreibungen und alljährlich neu vorgenommenen Zielvereinbarungen, die in den meisten Führungsetagen verbreitet sind. Solche Motivationsmittel greifen zu kurz, weil sie nur einen Teil des Menschen ansprechen.
Um zu verstehen, inwiefern die Motivation eines Mitarbeiters tatsächlich beeinflussbar ist, ist zunächst die Frage zu beantworten, wie das individuelle Wollen eines Menschen zustande kommt: Es kann das Ergebnis von expliziten, zumeist rationalen Zielen oder von impliziten, zumeist emotionalen Motiven sein.
Extras:
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