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Wer eine Fremdsprache erlernen will, kann leicht die Übersicht verlieren. Es gibt etliche Anbieter und eine unüberschaubare Zahl von Methoden. Für wen und für welchen Zweck eignet sich welche Technik? Und was taugen die Versprechen der Anbieter? managerSeminare hat nachgeforscht.
Nennen Sie eine beliebige Sprache, und Sie können nahezu sicher sein: Ziad Fazah spricht sie. Der 52-Jährige Libanese beherrscht von A wie Albanisch über J wie Japanisch bis hin zu V wie Vietnamesich 58 Sprachen, von denen er sich die meisten selbst beigebracht hat.
Eine erstaunliche aber keinesfalls einzigartige Leistung. Immer wieder tauchen in der Geschichte Berichte über Sprachgenies auf. Eines der berühmtesten Genies ist der italienische Kardinal Guiseppe Mezzofanti (1774-1849). Er soll 70 Sprachen gesprochen haben. Die meisten davon hat er sich angeblich angeeignet, als er fremdsprachigen Gläubigen die Beichte abnahm. Nach dem polyglotten Alleskönner werden noch heute vielsprachige Menschen als „Mezzofanti“ bezeichnet.
Während Sprachforscher und Neurologen bei der Suche für Erklärungen solch multilingualer Meisterschaften noch weitgehend im Dunkeln tappen, gilt zumindest eines als erwiesen: Fremdsprachenerwerb ist keine reine Talentfrage. „Jeder kann Fremdsprachen lernen“, ist Gerhard von der Handt überzeugt.
Der Experte für Fremdsprachendidaktik vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) in Bonn räumt zwar ein, dass natürliche Veranlagungen wie das Hörvermögen eine beeinflussende Rolle spielen. Als entscheidenden Punkt beim Erwerb von Sprachen sieht von der Handt aber die Motivation. „Wer eine Sprache lernen will, muss ein konkretes Informations- oder Kommunikationsinteresse besitzen. Je höher dieses ist, desto leichter erlernt sich eine Sprache.“
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