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Zwischen Plattform und Performance

Die Rolle des Trainers

Das selbstgesteuerte Lernen erfordert vom Trainer ein neues Rollenverständnis. Der professionelle Umgang mit neuen (Lern-)Medien, die differenzierte Beobachtung von Lernprozessen, die Gestaltung von offenen Seminardesigns und das Unterstützen der Lernmotivation zählen zu den zentralen Kernkompetenzen.

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Der Philosoph Sokrates war unbeliebt. Er ließ nicht locker, hinterfragte jede noch so überzeugt vorgetragene Meinung und führte seine Gesprächspartner aufs Glatteis. Nicht, daß er Spaß daran hatte, andere rhetorisch aufs Kreuz zu legen: Er verstand sich vielmehr als 'Geburtshelfer' für philosophische Erkenntnisse. Nicht mit einem beeindruckenden Wortschwall beeinflußte er seine Umwelt, sondern durch Anleitung zum Selbstlernen. So gesehen wäre Sokrates heute der ideale Trainer. Zunehmend gefragt sind nämlich Selbstlernprozesse. Hintergrund sind unter anderem knappe Bildungsbudgets. Zu teuer ist es, Mitarbeiter an einen stillen Seminarort im Grünen zu schicken. Zu lange sind auch die Planungszeiten einer Weiterbildung. Lernen am Arbeitsplatz ist das Schlagwort, das auch mittelständische Unternehmen aufgegriffen haben. Wo ein Problem entsteht, muß es gelöst werden.

Eng verbunden mit dem ökonomischen Aspekt ist auch eine Erkenntis aus der Wissenschaft, die Selbstlernprozessen den Vorzug gibt. 'Wer selbst lernt, lernt besser', weiß Professor Heinz Mandl zu berichten, der am Institut für pädagogische Psychologie und empirische Pädagigik an der Universität München forscht. Die konstruktivistische Lerntheorie geht davon aus, daß umsetzbares Wissen im aktiven Lernprozeß entsteht: Nur wer sich selbst sein Wissen erarbeitet, ausprobiert und auf eigene Fragen Antworten sucht, kann später mit dem Gelernten auch etwas anfangen. Eingepaukte Fakten dagegen verblassen schnell wieder. Der Trainer, der einen Lernerfolg erzielen will, muß dieser Tatsache Rechnung tragen. 'Man will ja, daß die Leute nicht nur über ein Thema reden, sondern handeln können', führt Prof. Mandl aus. Als Beispiel berichtet der Professor von Medizinern, die in ihrem Studium einen Krankheitsfall bewerten müssen. Die konkrete Aufgabe spornt dazu an, in der Literatur zu recherchieren und nach einer Systematik zu suchen. Der klassische Lernweg verläuft in der Regel umgekehrt: Erst muß möglichst viel Wissen gebüffelt werden, dann erst 'darf' man nach Anwendungsmöglichkeiten suchen…

Dr. Jörg Wurzer, Prof. Dr. Friedhelm Mündemann, Jürgen Graf
Quelle: managerSeminare 31, April 1998, Seite 114 - 118 , 15770 Zeichen
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