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Das Blog


22. Juli 2016 | Von Nicole Bußmann

Deutschland sucht den Top-Coach und die Branche steht Kopf

Auf Facebook läuft so eine Art Shitstorm. Im Zentrum stehen dabei Xing und Focus, die gemeinsam ein Siegel auf den Markt geworfen haben, das Coachs auszeichnet. Losgetreten hat die Diskussion Motivationstrainer Steve Kroeger, ein Siegel-Empfänger, der das Geschäftsmodell, das mit dem Siegel verbunden ist, öffentlich gemacht hat. Nun streitet die Branche. Für oder gegen ethisches Marketing. Um Qualität und die Hintergründe des Siegels.

Was zwanzigplus Coachingverbände nicht geschafft haben, haben jetzt Xing und Focus erreicht: ein Siegel auf den Markt geworfen, das Top-Coachs auszeichnet. Hurra. Während viele durchaus kluge Menschen sich seit Jahren die Köpfe heiß reden, wie denn Qualität von Coaching zu messen ist, über Standards und Mindestvoraussetzungen streiten, haben es sich die beiden Burda-Töchter leicht gemacht und einfach eine Umfrage aufgesetzt. Weil sie endlich Transparenz in diesen undurchsichtigen Markt bringen und den Nachfragern bei der Auswahl des richtigen Coachs behilflich sein wollen? Man darf das bezweifeln.

Seit einigen Tagen, Wochen posten Coachs ihre Auszeichnungen als Top-Coach Focus auf Facebook. Top-Coach – das klingt nach Qualität, und man wurde gewählt, das schmeichelt dem Ego. Das Schreiben, das der Urkunde beiliegt, betont das “Vertrauen von Millionen Menschen in die Kompetenz der Marke Focus”. Perfide: Während der Empfang des Siegels kostenlos ist, ist es das zur Schautragen desselben nicht. 5.000 Euro möchten die Auslober dafür haben. „Die ganze Vorauswahl ist nur ein Zwischenschritt mit dem eigentlichen Ziel, die Siegel an die Coachs zu verkaufen“, urteilt Steve Kroeger, der auf Facebook das Verfahren bekannt gemacht hat und innerhalb von 48 Stunden über 400 Sharings seines Posts bekam.

Das bringt die ungewollt in Misskredit, die es stolz gepostet haben. Happy Clappy, Gratulationen, 250 Likes später steht die Frage im Raum: Wie aussagekräftig ist die Auszeichnung? Schon im März war ein kritischer Artikel zu dem Verfahren von Coach Thomas Webers auf managementwissenonline.de erschienen. Was soll dabei herauskommen, wenn Personalverantwortlichen (den vermeintlichen Kunden) sowie den eigenen Kollegen die Frage gestellt wird: Welchen Coach würden Sie empfehlen?

Da empfiehlt dann Schmidt Schmidtchen, wobei die Tatsache übersehen oder ignoriert wird, dass es keine guten Coachs an und für sich gibt. „Es geht immer relativ um Passung von Coach, Methoden und Kontext“, schreibt Webers, und schlussfolgert: alles zu kompliziert für den Otto-Normalcoach. Und natürlich sowieso für den Nachfrager, dessen Wunsch nach eindeutigen Antworten Xing und Focus nachzugehen vorgegeben haben.

140.000 Coachs will Xing über ihre eigene Plattform identifiziert haben und zur Teilnahme an der Studie eingeladen haben. Die Zahl macht stutzig: Deutschland hat mehr 140.000 Coachs? Zudem wurden 77.000 Personalverantwortliche eingeladen, ihre Stimme abzugeben und für 15 Kategorien (Etwa Verkauf, Führung, Change…) jeweils bis zu 5 Coachs zu empfehlen. Am Ende sollen 6.800 Teilnehmer mitgemacht haben, wie viele davon Kollegen oder aber Kunden waren, ist nicht offen gelegt (Nachfragen bei Xing und Burda laufen). Genauso wenig ist öffentlich, wie viele Empfehlungen ein Coach brauchte, um als Top-Coach identifiziert zu werden oder wie viele Empfehlungen die einzelnen Coachs erzielt haben.

IMG_3131Nun ist sie aber nunmal raus, die Liste. Unterteilt nach den Kategorien sind die Coachs alphabetisch nach Ortsnamen gelistet. Ein Ranking will die Liste nach Aussage von Focus und Xing nämlich nicht sein. Warum nicht? Auch diese Antwort seitens Xing und Burda steht noch aus. Das Siegel „Top-Coach“ suggeriert ein Qualitätsversprechen, sagt bestenfalls aber aus, wie populär und vernetzt ein Coach ist, meint Stephan Gingter vom BDVT, dem Berufsverband für Trainer, Berater und Coachs. Ohnehin braucht der Markt die Auszeichnung nicht, sagt der Präsident des Verbandes, und räumt freimütig ein: „Die Auszeichnung zeigt, dass es unserer Branche bis hierhin noch nicht ausreichend gelungen ist, die richtigen Standards zu etablieren.“

Und das ist das eigentlich Traurige: Das Siegel führt die Weiterbildungsbranche regelrecht vor. Weil es bislang niemand geschafft hat, in diesen unübersichtlichen Markt eine Schneise zu schlagen, müssen sich einige Coachs ein „Qualitätssiegel“ von einem Verlag verpassen lassen, der sich bislang nicht durch Kompetenz im Weiterbildungsmarkt ausgezeichnet hat. Und das noch in dem Bewusstsein, dass sich hinter der Studie weder ein altruistisches Aufklärungsmotiv verbirgt noch eine journalistische Leistung, sondern simpel ein Geschäftsmodell.

Hat es die Branche wirklich nötig, jeden Marketingstrohhalm zu ergreifen, der ihnen vor die Nase gehalten wird?


Kommentare (6) | Kategorie: Markt & Meinung, _bewertet

10. Juni 2016 | Von Nicole Bußmann

Michael Gestmann ist tot

Bildschirmfoto 2016-06-10 um 12.55.19Eine traurige Nachricht: Michael Gestmann ist tot. Der PR-Fachmann ist am 6. Juni überraschend gestorben.

Der Verlag managerSeminare trauert, verbindet die Redaktion mit Gestmann doch eine lange, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gestmann war kein PR-Berater, der den Redakteuren in ihren Job reinreden wollte. Vielmehr war er ein aufmerksamer und schlauer Medienprofi, der nicht nur die Belange seiner Kunden im Blick hatte, sondern auch über großes redaktionelles Know-how verfügte. Er verstand Redaktion und war daher ein stets willkommener Gesprächspartner. managerSeminare wird Michael Gestmann stets in ehrenvoller Erinnerung behalten.


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17. Mai 2016 | Von Nicole Bußmann

Deutschlands Redner machen den Mund auf: „Miteinander reden ist alternativlos“

Am Freitag, 20. Mai, ist es soweit: Zehn Redner und acht Künstler machen den Mund auf und sprechen Klartext. Unter dem Motto „Bevor der Reichstag wieder brennt – Miteinanderreden ist alternativlos” werben sie im Kulturzentrum Urania in Berlin für mehr Respekt und Wertschätzung im Umgang miteinander. Die Veranstaltung gehört zur Initiative „Reden für Menschlichkeit“ und wird von zahlreichen Prominenten, etwa von Lou Bega und Auma Obama unterstützt.

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13. Mai 2016 | Von Nicole Bußmann

Boom der Personalberatung: Headhunter profitieren von der Digitalisierung

Das Geschäft der Headhunter in Deutschland boomt – trotz der Konkurrenz durch Job-Plattformen und Online-Networking. Die Branche erzielte 2015 die größte Umsatzsteigerung seit fünf Jahren. Auf ihrer Jahrestagung am 11. Mai 2016, bei der traditionell die Markdaten verkündet werden, war die Stimmung daher wie das Wetter: ausnehmend sonnig.

Gastbeitrag von Nina Carbonetti

IHW_60221,8 Milliarden Euro erwirtschafteten die rund 2.000 in Deutschland ansässigen Personalberatungen 2015. Das entspricht einem Plus von 6,8 Prozent. Entsprechend souverän gaben sich die Vertreter des Fachverbands Personalberatung, der dem Bundesverband der Unternehmensberater (BDU) angehört, bei der Präsentation der Zahlen auf dem Petersberg bei Königswinter. Ihr Kerngeschäft, die Auswahl von Fach- und Führungskräften, sehen die Suchexperten durch die zunehmende Digitalisierung, die im Kongressprogramm thematisiert wurde, keineswegs gefährdet. Im Gegenteil: Zukünftig werde das Know-how von Personalberatern sogar noch stärker gefragt sein als bisher. Nämlich dann, wenn es um die Besetzung von Schlüsselpositionen für die digitale Transformation geht: „Unternehmen suchen zunehmend nach Mitarbeitern anderen Typs: schnell, risikobewusst, innovativ. Um diese überfachlichen Kompetenzen zu erkennen, brauchen sie Personalberater“, sagte BDU-Vize-Präsidentin Regine Ruppert.

Die Zahlen aus 2015, die der BDU in seiner jährlichen Studie ermittelte, bestätigen diese Einschätzung. Demnach wurden die Personalberater verstärkt für die Suche nach Technikspezialisten oder Manager mit Digitalkompetenz engagiert. Auffällig dabei: Firmen schaffen eigene Posten für die Umsetzung der digitalen Transformation – beispielsweise den Chief Digital Officer (CDO). Besonders gefragt waren zudem Fachkräfte aus den Bereichen Marketing und Vertrieb sowie für die Funktion Unternehmensleitung. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 57.400 Positionen in Wirtschaft und Verwaltung durch Headhunter besetzt (2014: 53.550). Gestiegen ist auch die Zahl der aktiven Headhunter. Und zwar um 375 Köpfe in den vergangenen zwei Jahren (2013: 5.800). Jeder Personalberater hat 2015 somit im Schnitt neun Suchaufträge erfüllt.

Beauftragt werden die Suchspezialisten vor allem dann, wenn es um die Besetzung von Top-Positionen geht: 76 Prozent der Mandate entfielen auf Kandidaten der Einkommensklasse zwischen 75.000 und 250.000 Euro (44.000 Positionen). Unterstützung bei Vakanzen, deren Jahreseinkommen unter 75.000 Euro liegt, war in nur 16 Prozent der Fälle gefragt (9.450 Positionen). Stärkste Nachfrager der Such-Dienstleistung waren die Konsumgüterindustrie (13,2 Prozent), dicht gefolgt vom Maschinenbau (13,1 Prozent), Telekommunikationsbranche mit 10,5 Prozent mit 13,1 Prozent und der Chemie- und Pharmabranche mit neun Prozent. Bei der Fahnung nach Executives setzen die Personalberater überwiegend auf eine Mischung mehrerer Methoden. So wurde jede zweite Position durch die kombinierte Suche über Anzeigen, in Datenbanken, in sozialen Medien und der Direktansprache besetzt.

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Ungeachtet aller Lippenbekenntnisse zum Thema Diversity: Der ideale Kandidat der Unternehmen ist nach wie vor deutsch, männlich und um die 40. Laut den BDU-Daten betrug der Anteil der platzierten weiblichen Kandidaten nur 23 Prozent, der Anteil der Manager mit Migrationshintergrund lediglich 7 Prozent. Nach Einschätzung der Personalberater wird das Interesse der Unternehmen an „diversen“ Kandidaten mittelfristig auch nicht zunehmen.

Neben den reinen Marktdaten fragt der BDU in seiner alljährlichen Studie, an der sich dieses Mal rund 300 Personalberatungsunternehmen beteiligten, auch Trend-Einschätzungen ab. Besondere Zustimmung fand in diesem Jahr die These, dass eine umfassende Betreuung der Stellen-Aspiranten wichtiger wird. „Die Erwartungshaltung hat sich verändert. Die Kandidaten sind anspruchsvoller, wollen mehr Informationen und schnelleres Feedback“, sagte Ruppert. Um ein Matching herzustellen, seien Personalberater stärker als früher als Vermittler zwischen Unternehmen und den oft hohen Erwartungen der Kandidaten gefordert. Die Begleitung der vermittelten Führungskräfte gehe daher auch über deren Start im neuen Job hinaus.

Der Ausblick der Branche auf 2016 fällt ebenfalls optimistisch aus: Aufgrund der guten Konjunkturaussichten erwarten die Personalberater für das laufende Jahr weitere Umsatzsteigerungen (8,4 Prozent). Trotz aller positiven Prognosen: Auch das Headhunting-Geschäft ist kein Selbstläufer, denn die Konkurrenz durch neue digitale Möglichkeiten wächst. „Wir gehen davon aus, dass Unternehmen künftig öfter selbst im Internet nach geeigneten Mitarbeitern fahnden – zumindest bei der Besetzung von Positionen auf der unteren Führungsebene“, sagte Fachverbands-Vorsitzender Tröger. Als Bedrohung betrachte er neue Software und Datenbanken jedoch nicht. Denn die menschliche Intuition, so Fachverbands-Vorsitzender Wolfram Tröger, könne bisher kein Programm ersetzen: „Was ich über einen Kandidaten in einem einstündigen Gespräch erfahre, kann kein auch noch so ausgeklügelter Algorithmus leisten.“
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Fotos: BDU, Bonn.


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30. März 2016 | Von Nicole Bußmann

Klaus Goschmann ist gestorben

Bildschirmfoto 2016-03-30 um 18.37.51Klaus Goschmann ist tot. Der Messe-Fachmann, Journalist, Buchautor und Dozent ist am Freitag, 18. März, im Alter von 78 Jahren verstorben.

Eine bekannte Größe war Goschmann vor allem in der Tagungs- und Messebranche. 1978 übernahm er die Geschäftsführung des Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der deutschen Wirtschaft (AUMA). 1989 ging es für Klaus Goschmann journalistisch weiter – als Chefredakteur der Fachzeitschriften „m+a report“ und „TW TagungsWirtschaft“ (beide dfv Mediengruppe), und von 1989 bis 2002 als Vorsitzender der Journalistenvereinigung für technisch-wissenschaftliche Publizistik (TELI). Bis zuletzt war er noch als Herausgeber des Newsletters „FairConBrief“ aktiv, in dessen Rahmen er hin und wieder auf Artikel aus der Zeitschrift managerSeminare hinwies. Als Geschäftsführer des Degefest-Instituts zertifizierte er zudem Tagungsstätten der Kongress- und Seminarwirtschaft.

Der Verlag managerSeminare lernte Goschmann als Mitglied des einstigen Presseclubs Tagung und Weiterbildung kennen. Wir trauern um den geschätzten Kollegen.

Foto: Mannheimer Ausstellungs-GmbH


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