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Das Blog


16. September 2016 | Von Nicole Bußmann

Helmut Markwort: „Ich bin entsetzt über die Phrasierung der deutschen Sprache“

Fakten, Fakten, Fakten – mit diesem Spruch wurde er bekannt: Helmut Markwort. Nun wurde der Gründungschefredakteur des Magazins Focus mit dem Deutschen Rednerpreis von der German Speakers Association ausgezeichnet. managerSeminare traf den 79jährigen Journalisten zum Interview.

Interview aufgezeichnet auf der GSA Convention 2016
Kamera: Philipp Senger, München.





Für Helmut Markwort ist das gesprochene zunächst mal ein geschriebenes Wort – ein klassischer Redner ist der ehemalige Chefredakteur und heutige Herausgeber des Nachrichtenmagazins Focus nicht. Dennoch wurde er am 10. September 2016 auf dem Jahreskongress der German Speakers Association (GSA) mit dem deutschen Rednerpreis ausgezeichnet. Und findet sich damit in illustrer Reihe vormaliger Preisträger wieder: Nach Hans-Dietrich Genscher, Margot Käßmann, Dieter Zetsche, Roman Herzog, dem Dalai Lama und Auma Obama ist er der siebte Preisträger der von GSA-Ehrenpräsident Lothar Seiwert initiierten Auszeichnung.

Seiwert begründete die Wahl der Jury so: „Fakten, Fakten, Fakten! Diese Worte stammen nicht nur von Helmut Markwort, sondern sie charakterisieren ihn auch durch und durch. Wortgenaue Punktlandungen, Sätze ohne Attitüde, gespickt mit Humor und Hintersinn: Sein Stil am Rednerpult ist einzigartig.“ Der derzeit amitierende Präsident Martin Laschkolnig ergänzte: „Helmut Markwort ist ein Vorbild für alle, die an der öffentlichen Meinungsbildung beteiligt sind. Er ist ein Freund klarer Worte, der nie ein Blatt vor den Mund nimmt und auch als Chefredakteur stets Mut zur Selbstkritik bewiesen hat.“

Fast mehr Resonanz als Preisträger Markwort löste auf der feierlichen Gala der GSA-Convention sein Laudator Paul Breitner aus. Der ehemalige deutsche Fußballnationalspieler ist populärer als Markwort und lässt sich inzwischen sogar selbst als Redner vermitteln. Mit Marktwort verbindet die Fußball-Legende zum einen die Leidenschaft für den FC Bayern München, zum anderen die Liebe zum geschliffenen Wort. Breitner witzelte: „Gut, vielleicht bin ich da eher die Axt und er das Florett. Aber genau dieser Unterschied verbindet uns. Ich kann ja oft nicht anders, als Ross und Reiter die Meinung zu geigen. Helmut Markwort ist da etwas anders. Auch er nimmt kein Blatt vor den Mund. Aber er drückt es hintergründiger aus.“

Helmut Markwort freute sich über die Auszeichnung, gab sich aber bescheiden. Für ihn sei sie eine Ehre, ebenso wie eine Last, eine „gewaltige Herausforderung” angesichts der Dankesrede, die er nach seiner Ehrung vor den etwa 200 professionellen Rednern, die der Preisverleihung beiwohnten, halten sollte. Im Interview mit managerSeminare erzählt der erfahrene Journalist, was seiner Ansicht nach eine gute Rede ausmacht, wie wichtig auch in heutigen Zeiten noch die Textkompetenz ist, wie sich die Rolle von Berufskommunikatoren in den vergangenen 60 Jahren, seit er anfing mit dem Journalismus, geändert hat, und was heute noch Kern des Journalismus sein sollte.


Kommentare (0) | Kategorie: Karriere & Wissen

29. August 2016 | Von Nicole Bußmann

Hermann Scherer: „Wir müssen uns selbst Konfetti ins Leben streuen“

Hermann Scherer hat ein neues Buch geschrieben: Fokus. Es ist ein optisch schönes Buch, hochwertig gemacht, mit ansprechender Farbgebung, gutem Papier, man nimmt es gern in die Hand. Vielleicht nehmen es auch nur gern Leute in meinem Alter in die Hand, die, die in ihrer zweiten Lebenshälfte angekommen sind und über das ein oder andere nachdenken, was geschehen ist und noch geschehen könnte. Hermann Scherers Buch kommt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher, auch ist es nicht tippig im Sinne eines Ratgebers. Scherer plaudert vielmehr aus dem Nähkästchen, er erzählt Geschichten aus seinem Leben, Begebenheiten und Anekdoten über Angst, Probleme, Selbstbetrug, gebrochene Versprechen… Manche sind lustig, manche nachdenkenswert, manche aber auch nicht. Man muss nicht alle Gedanken teilen, sehr unterschiedlich sind die Kapitel auch vom Gehalt. Vor allem wirkt das Buch „ehrlich“: So als wollte der 52jährige weitergeben, was er im Leben bisher verstanden hat. Ich habe fünf Aussagen aus dem Buch herausgesucht, die Scherer im Folgenden kommentiert.

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Herr Scherer, fast zynisch klingt für mich: „Es gibt ein Leben vor dem Tod.“ Heißt, wir verplempern unsere Zeit?

Hermann Scherer: Natürlich vergeuden wir unsere Zeit. Weil wir vergessen haben, wovon wir geträumt haben; und so wenig umsetzen von dem, was wir umsetzen wollten. Wir lassen uns von Nebensächlichkeiten ablenken, statt uns auf die wirklich wichtigen Dinge zu fokussieren. Wir alle müssten uns die Frage stellen, wofür wir angetreten sind – und unser Handeln konsequent auf dieses Ziel ausrichten. Viele Menschen tun dies jedoch nicht, finden sich mit dem Normalen ab und landen dann zwangsläufig in der Mittelmäßigkeit. Sie beschränken ihr Dasein auf ein Minimum, schöpfen ihre Möglichkeiten nicht aus, setzen sich viel zu enge Grenzen. Wer nichts aus seinem Leben macht, zahlt aber einen verdammt hohen Preis. Unser Dasein hier auf Erden ist zu kurz für faule Kompromisse. Es geht also darum, den unachtsamen Umgang mit unserer kostbarsten Ressource zu beenden: der rasch verrinnenden Zeit. Es sind die vielen Kleinigkeiten, die uns daran hindern, unser Potenzial voll zu entfalten. Ganz banale Beispiele: Wir checken 30, 40 mal am Tag belanglose Nachrichten auf unserem Handy, und abends zappen wir stundenlang durch die Kanäle, obwohl nichts läuft. Niemand aber kann seinem Leben einen Sinn geben, wenn er seine kostbare Zeit verschwendet.

„Du musst dir schon selbst Konfetti in dein Leben streuen.“ Der übliche Aufruf dazu, sein Leben in die Hand zu nehmen?

Dieser Appell bedeutet viel mehr: Ich rufe dazu auf, die Schönheit des Lebens zu sehen oder es sich eben so zu gestalten – mit all seiner unendlichen Vielfalt an Chancen. Wie heißt es im Buddhismus so schön: „There´s no way, no road to happiness – the road is the happiness.” Es lohnt nicht, über unser Schicksal zu jammern, wenn wir in Wahrheit doch dessen Gestalter sind. Doch die meisten Menschen vertagen ihr ganzes Leben nur immer weiter; warten darauf, dass die Dinge wie von Zauberhand gesteuert eine glückliche Wendung nehmen. Es kommt aber niemand, der uns die Aufgabe abnimmt, unseren Weg zu finden und diesen mit Begeisterung zu gehen. Das müssen wir schon selbst tun – und uns Konfetti ins Leben streuen, damit es bunter wird. Wir leben auf einem Planeten der Möglichkeiten – aber das nützt uns nur etwas, wenn wir unsere Wünsche und Träume beherzt anpacken.

Später im Buch ist zu lesen: „Wir treiben die Welt vor uns her, in die Richtung, in der wir sie haben wollen.“ Warum wollen wir dauernd ändern, was uns stört?

Wir müssen Dinge verändern, weil wir ja das Glück suchen. Oder besser gesagt die Formel des Glücks. Doch die Antwort auf diese Suche liegt eher in der Formel des Unglücks: Es gibt tatsächlich nur einen einzigen Punkt, der allen Unglücklichen gemeinsam ist – sie wollen die Welt anders haben, als sie sich das vorstellen. Wann immer Sie jemanden finden, der unglücklich ist, dann stellt er einen Vergleich an; er vergleicht seine Lebenssituation mit der, wie er sie gern hätte. Das ist die Grundformel des Unglücks. Das Leben dieser Unglücklichen ist in Relation zu dem, was sie eigentlich führen wollen, eben das falsche. Manche ziehen daraus nun den Schluss, Veränderungen auf Teufel komm raus erzwingen zu wollen. Aber je mehr Druck wir machen, desto schlechter funktioniert das. Denn Druck erzeugt Gegendruck, oder er läuft ins Leere. Andere wiederum geben sich mit irgendetwas zufrieden statt mit dem Bestmöglichen – und wundern sich dann darüber, dass sie nie so recht ankommen. Ich rate daher zu mehr Gelassenheit: Man sollte in Ruhe herausfinden, was einem wirklich wichtig ist und dann den Fokus darauf legen.

Sie schreiben, dass Sie gerne Menschen auf die Bühne stellen, auch solche, die von Berufs wegen gar nicht sprechen müssen. Was soll das?

Auf den ersten Blick wirkt dies tatsächlich ungewöhnlich. Meine Erfahrung zeigt jedoch, dass einer der Hauptindikatoren für erfolgreiche Menschen die Selbstwirksamkeitsüberzeugung ist: Wir müssen zunächst selbst aufrichtig glauben, etwas bewirken zu können. Das funktioniert hervorragend in jeder Art von Kommunikation, insbesondere bei Herausforderungen innerhalb eines gewissen Stressbereichs. Dies klappt besonders gut auf Bühnen. Die größten menschlichen Veränderungen, die ich erleben durfte, hatten ihre Initialzündung dort. Auf der Bühne sprechen Menschen authentisch über Dinge, die ihnen wichtig sind. Deswegen setzen wir das Bühnentraining nicht nur bei Rednern und Kommunikatoren ein – sondern auch bei Menschen, die mit großen Auftritten eigentlich nichts zu tun haben. Schließlich steht heute fast jeder auf irgendeiner Bühne des Lebens, muss sich öffentlich präsentieren und überzeugen. Dabei ist nichts so wirksam wie das gesprochene Wort: Auf der Bühne sehen wir sofort, wie wirksam wir sind.

„Wer in irgendeiner Hinsicht größer werden will, der muss kleiner werden.“ Eine paradoxe These…?

… aber nur scheinbar. Denn um etwas Besonderes, Einzigartiges zu leisten, müssen wir uns fokussieren: auf das Wesentliche und uns durch nichts davon ablenken lassen, was wir als unsere wahre Bestimmung und Berufung erkannt haben. Indem wir uns vom Ballast des Vielzuvielen frei machen, verkleinern wir unsere Welt – weil wir erst durch diese Konzentration etwas wirklich Großartiges in unserem Metier leisten können. Wir sollen nicht in allem Möglichen ein bisschen gut, sondern auf einigen wenigen oder einem einzigen Gebiet herausragend werden. Das geht nur, wenn wir öfter nein sagen. Nein zum Durchschnitt, zum Mittelmaß – und ja zur Exzellenz, zur Qualität in unserem Leben. Dafür braucht es eine klare Entscheidung, denn wer sich nicht entscheidet, wird entschieden. Das Ergebnis ist eine eindeutige, unverwechselbare Positionierung. Wer beispielsweise ein gutes Buch schreiben will, muss dafür möglicherweise viele andere Buchideen sterben lassen. In diesem Zusammenhang kann Intelligenz unser Feind sein, weil sie uns immer wieder neue Optionen zeigt. Diese Möglichkeiten führen gelegentlich zu großartigen Erfolgen, lenken uns aber auch ab von dem, was wir eigentlich tun wollten. Darum gilt es erst einmal, seine ganz kleine Welt der eigenen Wünsche und Vorhaben anzuschauen. Und wenn man das fixiert hat, wieder größer zu denken.

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Hermann Scherer ist Autor und Vortragsredner. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing und Verkaufsförderung in Koblenz, Berlin und St. Gallen baute er mehrere eigene Unternehmen auf, u.a. “Unternehmen Erfolg”. Heute lebt er in Zürich und vermittelt sein Wissen als Redner zu den Themen persönlicher Erfolg, Unternehmenserfolg und Chancenintelligenz.


Kommentare (0) | Kategorie: Karriere & Wissen

3. November 2015 | Von Nicole Bußmann

Andreas Butz: „Laufen macht erfolgreich“

news Butz-Interview 3aAndreas Butz ist Laufexperte, viele seiner Kunden sind Topmanager. In Gesprächen mit ihnen hat er erkannt: Dass sie so erfolgreich sind, hat etwas damit zu tun, dass sie laufen. Seine laufenden Erkenntnisse hat Butz in seinem neuen Buch „Schwitzen für Erfolg“ festgehalten. managerSeminare sprach mit dem Trainer und Redner bei der Buchpräsentation in Köln.

Interview: Andree Martens
Fotos: Thomas Ahrens


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Kommentare (2) | Kategorie: Karriere & Wissen, Lernen & Lehren

26. Oktober 2015 | Von Nicole Bußmann

Berater-Rekrutierung: „Consultancies entdecken die Vorzüge von Nonkonformität“

Vor gar nicht mal allzu langer Zeit liefen den Beratungshäuser die Bewerber die Türen ein. Inzwischen ist auch bei den Consultants der War for Talents entbrannt. Sie müssen umdenken in Sachen Personalbeschaffung und -entwicklung. Im Interview mit managerSeminare erklärt Michael Riermeier, Geschäftsführer der Frankfurter Organisationsberatung „Raum für Führung“, wie zeitgemäßes Human Resources Management für Beratungshäuser auszusehen hat.
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Kommentar (1) | Kategorie: Karriere & Wissen, Management & Führung

4. März 2015 | Von Nicole Bußmann

Rainer Biesinger: „Mit Händchenhalten lässt sich nichts ändern“

Drogen, Gewalt und Alkohol prägten lange Zeit sein Leben. Heute ist Rainer Biesinger Persönlichkeitscoach. Doch er kommt nicht im Business-Dress daher, sein Markenzeichen sind sein rockiges Auftreten, seine Tattoos, seine markanten Sprüche. managerSeminare sprach mit dem derzeit wohl auffälligsten Coach der Szene.
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Kommentare (2) | Kategorie: Karriere & Wissen, Lernen & Lehren

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