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Das Blog


23. September 2016 | Von Redaktion

Otto Scharmer: „Mit der Theorie U den disruptiven Wandel bewältigen“

Der Leonardo European Corporate Learning Award zeichnet Projekte und Konzepte aus, die vorbildliche Ansätze zur Bewältigung zukünftiger Bildungsherausforderungen bieten. In diesem Jahr wurde Prof. Dr. Otto Scharmer, der Entwickler der Führungsmethode „Theorie U“, ausgezeichnet. Der MIT-Professor nahm den Award im Rahmen eines international besetzten Transfermeetings am 19. September 2016 in Bonn entgegen.

Kamera: Oliver Hartmann, Siegburg.





Ein Beitrag von Sylvia Lipkowski

Sie hat viele begeisterte Anhänger, vielen gilt sie aber auch als sperrig, als esoterisch gar: Die Theorie U von Wirtschaftswissenschaftler Dr. C. Otto Scharmer ist zweifellos keine einfache Kost. Denn die Führungsmethode liefert nicht einfach eine Anleitung für eine bessere Mitarbeiterführung. Sie fordert die ganze Person einer Führungskraft: Wer sie nutzt, muss sich selbst hinterfragen, sich immer wieder öffnen für neue Impulse, Meinungen, Menschen und vor allem sich auf neue – intuitivere – Wege der Wahrnehmung einlassen.

Gerade deshalb aber hielt die Jury des Europäischen Bildungspreises Leonardo Scharmers Arbeit für auszeichnungswürdig. Sie ehrte den deutschen Ökonomen, der seit rund 20 Jahren am Massachusetts Institute für Technology (MIT) forscht und lehrt, in der Kategorie „Thought Leadership“, weil er dazu herausfordert, gewohnte Denkwege zu verlassen: „Dieser Ansatz ist keine originelle neue Methode, sondern basiert auf einer profunden ganzheitlichen Analyse der Unstimmigkeiten in unserer Welt und der Herausforderungen, vor die sie uns stellen.“ Mit der Theorie U, so die Jury, liefert Scharmer dazu die dringend notwendige Orientierung auf dem Weg in die Zukunft in Form eines Führungskonzepts, das ermöglicht statt zu bestimmen.

Neben Vordenker Scharmer wurden zwei weitere Projekte ausgezeichnet: In der Kategorie „Crossing Borders“ wurden die schwedischen Gründer der Gapminder-Stiftung Prof. Dr. Hans Rosling, Ola Rosling und Anna Rosling Rönnlund geehrt. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, durch eine grafisch überzeugende Aufbereitung vorhandener Daten weltweit Fehlinformationen zu beseitigen und so Vorurteile und Ängste abzubauen. Den Nachwuchspreis „Young Leonardo Award“ erhielten Vincent Zimmer und Markus Kreßler für ihre Gründung der Online-Universität Kiron Open Higher Education, die kostenfreie Bildung insbesondere für Flüchtlinge anbietet.

Vor der feierlichen Verleihung der Preise am Abend nahmen alle Preisträger auch an dem ganztägigen Transfermeeting teil, das 2016 unter dem Motto „Ignorance and Industry 4.0: A challenge for corporate learning“ stand. In einer Art „Brainstorming für eine bessere Welt“ diskutierten sie hier mit Wissenschaftlern, Bildungsexperten, Vertretern von EU und UNESCO, Führungskräften, Beratern und Corporate-Learning-Praktikern. Ebenso breit wie die internationale Beteiligung war die Bandbreite der Themen, die an den World-Café-Tischen bearbeitet wurde: Es ging um die Unterscheidung zwischen Ignoranz und Nichtwissen, um die Rolle der Medien und die Aufgabe von Führungskräften, aber auch den Brexit, sterbende Spinnen und das fehlende Verständnis zwischen Wissenschaft und Business.

Laudator für Scharmer war der Neurobiologe und Bildungsforscher Gerald Hüther. Er würdigte die Arbeit des Preisträges als zukunftsweisend: „Um im 21. Jahrhundert Erfolg zu haben, müssen wir lernen, zusammen und voneinander zu lernen. Und diese Co-Kreativität zu ermöglichen – das ist das zentrale Anliegen von Otto Scharmer und seiner Theorie U.“ Auch sah er die Arbeit von Scharmer durch die neuesten Erkenntnisse der Neurobiologie bestätigt. „Es ist nicht das Gehirn, das der Öffnung des Denkens Grenzen setzt“, betonte der Hirnforscher mit Verweis auf die Entdeckung der Neuroplastizität. Das Gehirn nämlich, so die Aussage dieses Konzepts, ist beständig formbar und wächst an seinen Erfahrungen. Und wir sind es, die dem Gehirn diese Erfahrungen zuführen – entweder unbewusst oder eben im Gegenteil ganz bewusst, durch die von der Theorie U geforderte Öffnung des Herzens und der Öffnung des Willens.


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19. September 2016 | Von Nicole Bußmann

trainerkoffer.de: Neue Datenbank für Weiterbildner gelauncht

Tools, Bilder und Vertragsvorlagen – mehr als 3.000 Materialien für Trainer, Berater und Coachs finden sich im Trainerkoffer. Dabei handelt es sich um eine Datenbank aus dem Verlag managerSeminare, die nach gut eineinhalb Jahren Entwicklungszeit seit heute online ist. Ihr Versprechen: Weiterbildner können gezielt, schnell und unkompliziert für jede Fragestellung das passende Werkzeug, die passende Unterstützung finden.

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„Praxisnahe Arbeitshilfen, übersichtlich dargeboten, jederzeit verfügbar und noch dazu günstig.” So beschreibt Martin Wehrle, Karriereberater und Coachausbilder, die neue Datenbank. Der Autor von “Die 100 besten Coaching-Übungen” hat trainerkoffer.de bereits testen können und urteilt: „Endlich ein Ort, wo Trainer finden, was sie sonst vergeblich suchen“. Damit bestätigt er, was Zielsetzung der neuen Datenbank ist. Vera Sleeking, verantwortlich für das Projekt im Verlag managerSeminare, beschreibt sie so: „Trainer, Berater und Coachs sollen möglichst schnell genau den passenden Baustein für ihre Arbeit finden – sei es eine Intervention für ihr nächstes Führungskräftetraining, eine Aktivierungsübung für ihr Webinar oder eine stimmige Grafik für ihr Flipchart.”

Gewährleistet wird das durch ein ausgeklügeltes Suchsystem, mit dem die über 3.000 Inhalte (Tools, Bilder und Vertragsvorlagen) durchkämmt werden können. Die Tools etwa lassen sich nach dem Inhalt (etwa Change, Konflikte, Präsentieren…), dem Format (Intervention, Modell, Übung…), dem Einsatzfeld (Coaching, Webinar, Workshop…), der so genannten Prozessphase (Auftragsklärung, Kennenlernen, Transfersicherung…), der Gruppengröße, dem Vorbereitungsaufwand und der Dauer filtern. Die Bilddatenbank wiederum unterscheidet zwischen Menschen, Konzepten, Gegenständen, Umwelt und Tieren. Eine Suche nach Stichworten ist ebenso möglich, da alle Materialien nach dem spezifischen Vokabular der Weiterbildungsbranche verschlagwortet sind. Die Tools sind allesamt im pdf-Format erhältlich, die Bilder als png-Dateien, die sich problemlos in Word oder PowerPoint einfügen lassen. Das Besondere an den über 500 Bildern: Sie sind von Hand gezeichnet und unterscheiden sich damit bewusst von den Hochglanzfotos gängiger Fotodatendanken. Alle Motive fokussieren zudem weiterbildungsrelevante Fragestellungen.

Die dritte des Trainerkoffers bilden die Verträge. Über 80 Vertragsvorlagen für Trainer, Berater und Coachs finden sich in der Datenbank – von AGB und Datenschutzerklärungen über Seminarverträge bis hin zu Verträgen zur Geschäftsgründung. Erstellt wurden sie von einem Anwalt – Rechtssicherheit ist also gewährleistet. Auch in diesem Bereich der Datenbank kann der Nutzer per Texteingabe und/oder nach Rubriken (z.B. Coachingverträge, Teilnehmerverträge, Verträge über Outdoor-Trainings) suchen. Die Vorlagen sind im Word-Format verfügbar, sodass sie direkt einsetzbar sind.

Als Service liefert trainerkoffer.de praktische Anwendungsbeispiele für die Tools und Bilder – etwa, wie die Methode Heldenreise begehbar gemacht werden kann, wie aus einem Bild eine PowerPoint-Animation wird oder mit welchen Grafiken sich der Seminarverlauf am Flipchart visualisieren lässt. Diese Anwendertipps sollen mit der Zeit noch mehr werden: „Wir freuen uns über Rückmeldungen von Nutzern, wie sie Werkzeuge aus dem Trainerkoffer konkret einsetzen”, erklärt Sleeking. Auch die Datenbank selbst soll weiter wachsen, so können sich die Nutzer in Zukunft auf eine weitere Datenbank mit Wissensinput zu Marketing, Visualisierungstechniken u.ä. freuen.

Besonders attraktiv ist die Nutzung der Datenbank für die Leser von Training aktuell. Sie bekommen nämlich alle Materialien für einen Preisnachlass von 50 Prozent: Tools kosten für sie demnach zwischen 1 und 7,50 EUR, Bilder zwischen 1,50 und 2,50 EUR, Verträge zwischen 1 und 16 EUR. Alle anderen Weiterbildner zahlen für die Materialien das Doppelte.


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16. September 2016 | Von Nicole Bußmann

Helmut Markwort: „Ich bin entsetzt über die Phrasierung der deutschen Sprache“

Fakten, Fakten, Fakten – mit diesem Spruch wurde er bekannt: Helmut Markwort. Nun wurde der Gründungschefredakteur des Magazins Focus mit dem Deutschen Rednerpreis von der German Speakers Association ausgezeichnet. managerSeminare traf den 79jährigen Journalisten zum Interview.

Interview aufgezeichnet auf der GSA Convention 2016
Kamera: Philipp Senger, München.





Für Helmut Markwort ist das gesprochene zunächst mal ein geschriebenes Wort – ein klassischer Redner ist der ehemalige Chefredakteur und heutige Herausgeber des Nachrichtenmagazins Focus nicht. Dennoch wurde er am 10. September 2016 auf dem Jahreskongress der German Speakers Association (GSA) mit dem deutschen Rednerpreis ausgezeichnet. Und findet sich damit in illustrer Reihe vormaliger Preisträger wieder: Nach Hans-Dietrich Genscher, Margot Käßmann, Dieter Zetsche, Roman Herzog, dem Dalai Lama und Auma Obama ist er der siebte Preisträger der von GSA-Ehrenpräsident Lothar Seiwert initiierten Auszeichnung.

Seiwert begründete die Wahl der Jury so: „Fakten, Fakten, Fakten! Diese Worte stammen nicht nur von Helmut Markwort, sondern sie charakterisieren ihn auch durch und durch. Wortgenaue Punktlandungen, Sätze ohne Attitüde, gespickt mit Humor und Hintersinn: Sein Stil am Rednerpult ist einzigartig.“ Der derzeit amitierende Präsident Martin Laschkolnig ergänzte: „Helmut Markwort ist ein Vorbild für alle, die an der öffentlichen Meinungsbildung beteiligt sind. Er ist ein Freund klarer Worte, der nie ein Blatt vor den Mund nimmt und auch als Chefredakteur stets Mut zur Selbstkritik bewiesen hat.“

Fast mehr Resonanz als Preisträger Markwort löste auf der feierlichen Gala der GSA-Convention sein Laudator Paul Breitner aus. Der ehemalige deutsche Fußballnationalspieler ist populärer als Markwort und lässt sich inzwischen sogar selbst als Redner vermitteln. Mit Marktwort verbindet die Fußball-Legende zum einen die Leidenschaft für den FC Bayern München, zum anderen die Liebe zum geschliffenen Wort. Breitner witzelte: „Gut, vielleicht bin ich da eher die Axt und er das Florett. Aber genau dieser Unterschied verbindet uns. Ich kann ja oft nicht anders, als Ross und Reiter die Meinung zu geigen. Helmut Markwort ist da etwas anders. Auch er nimmt kein Blatt vor den Mund. Aber er drückt es hintergründiger aus.“

Helmut Markwort freute sich über die Auszeichnung, gab sich aber bescheiden. Für ihn sei sie eine Ehre, ebenso wie eine Last, eine „gewaltige Herausforderung” angesichts der Dankesrede, die er nach seiner Ehrung vor den etwa 200 professionellen Rednern, die der Preisverleihung beiwohnten, halten sollte. Im Interview mit managerSeminare erzählt der erfahrene Journalist, was seiner Ansicht nach eine gute Rede ausmacht, wie wichtig auch in heutigen Zeiten noch die Textkompetenz ist, wie sich die Rolle von Berufskommunikatoren in den vergangenen 60 Jahren, seit er anfing mit dem Journalismus, geändert hat, und was heute noch Kern des Journalismus sein sollte.


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14. September 2016 | Von Redaktion

Der Feedback-Gau: 8 Tipps für garantiert lähmendes Feedback

Feedback ist im Arbeitsalltag allgegenwärtig und wird oft allzu leichtfertig gegeben. Doch wie lassen sich die meist lähmenden Feedbacks weiter perfektionieren? Die Diplom-Psychologin Chris Wolf zeigt in acht Schritten, wie wirklich vernichtende Feedbacks gelingen und das ohne große Vorbereitung.

Tipp 1: Urplötzlich und zwischen Tür und Angel die Feedbackblase platzen lassen
Willkür ist ganz entscheidend, damit Ihre Feedbacks ihre lähmende und zerstörerische Kraft entfalten können. Achten Sie darauf, dass Ihr Gesprächspartner auf keinen Fall damit rechnet, dass Sie ihn ansprechen und auch keine Zeit oder Ruhe für ein ausführliches Gespräch hat. Dadurch lassen Sie Ihrem Gesprächspartner keine Chance, sich vorzubereiten. Interessiert zuhörende Zeugen sind hier eine feine Ergänzung.

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Tipp 2: Opfer über Wertschätzung komplett im Unklaren lassen
Je mehr Ihr Gesprächspartner während des Gespräches überlegt, wie Ihre Wertschätzung ihm gegenüber aussehen mag, desto durchschlagender ist die Kraft von Feedback mit negativem Inhalt. Ein mächtiger Verstärker! Sie können gezielt unterschiedliche Signale einstreuen, um panisches Grübeln anzuheizen. Einmal scheint es kurz so, als würde Ihre Entschlossenheit, das Opfer zu feuern, aufblitzen, und dann wieder wirkt es so, als würden Sie auf jeden Fall mit großer Wertschätzung zu ihm stehen.

Tipp 3: Lähmende Regeln
Feedbackregeln sind herrlich. Die gängigen finden Sie leicht via Google. Am besten nutzbar ist die Regel, dass man Feedback nicht widersprechen soll und überhaupt schweigend demütig-dankbar zu lauschen habe. Dann kommt Ihr Feedback-Opfer gar nicht erst auf dumme Gedanken. Auch die Sandwich-Technik bietet fein Destruktives, da Sie Positives direkt entwertet (vgl. auch Tipp 7).

Tipp 4: Die geheime Kraft der Negation
Sagen Sie so oft wie möglich, was Ihr Feedback nicht ist. Das ist eine pfiffige Art, um genau diese Bilder in den Kopf des Feedbacknehmers zu transportieren, damit er schon mal genau in die Richtung denkt. Selbstverständlich ist Ihr Feedback keine Kritik, keine Abwertung der Person und schon gar kein Angriff auf die Persönlichkeit des Anderen. Es geht selbstredend nicht darum, ihm eine Gefahr bezüglich seines Angestelltenverhältnisses zu vermitteln: „Nicht, dass Ihr Anstellungsverhältnis direkt in Gefahr wäre, aber …“

Tipp 5: Seien Sie so vereinnahmend als möglich
Vorwürfe öffnen den Anderen erst so richtig, dadurch begreift er ja am besten, worum es Ihnen geht. Keinesfalls in Dosis und Aussage auf den Feedbacknehmer abstimmen, sondern immer frisch heraus damit! Verallgemeinerungen sind empfehlenswert: „Immer sind Sie so…..! Nie können Sie…“. Am besten bereiten Sie die Vorwürfe gut und rhetorisch geschliffen vor, ganz unabhängig von der Verfassung Ihres Gesprächspartners. Wirksam sind auch Vorwürfe, die Sie seit Jahren immer wieder aufwärmen, gerne immer wieder am selben Beispiel illustriert, jedoch verwirrend neu formuliert. Tipp 4 und 5 lassen sich übrigens wirksam koppeln: „Nicht, dass Sie denken, dies wäre ein Vorwurf, aber….!!!“.

Tipp 6: Die einzig angemessene Sichtweise haben Sie!
Die Magie lähmenden Feedbacks entsteht ja daraus, dass man selbst die Dinge richtig sieht und der Andere eben nicht. Das muss in Ihren Formulierungen subtil, aber doch auf jeden Fall klar rüberkommen. Nur Ihre Sichtweise der Dinge zählt, da gibt es gar keine Diskussion. Sie erlauben Ihrem Gesprächspartner einen wertvollen Einblick in die korrekte Sichtweise. Dazu ist es besonders wichtig, dass er Ihre Sicht angemessen demütig staunend anhört und nicht etwa zu Wort kommt!

Tipp 7: Nutzen Sie Lob, um den Anderen intelligent zu demütigen
Lob ist toll und sehr wirksam, um die Durchschlagkraft Ihres Feedbacks zu steigern. Am besten platzieren Sie es direkt an den Anfang des Gesprächs und ans Ende, man nennt dies die Sandwich-Technik. Achten Sie darauf, dass das Lob sich auf recht Unerhebliches bezieht. Z.B. „Ich fange mal damit an, wie wunderbar Sie stoffwechseln während der Arbeit. Da muss ich Sie echt mal loben. Unvergleichlich! Und wie schön aufgeräumt Ihr Arbeitsplatz ist! Nun aber dann mal zu den wesentlichen Themen.“ Eine bekannte Führungskraft nannte eine solche Einleitung einmal „die Immunisierung zu Beginn“. Ihre Absicht wird harmoniebedürftig verschleiert, während doch jeder weiß, was kommt… Man kann nach dem herrlich zerstörerischen Feedbackpart enden mit: „Aber ich muss noch einmal loben. Es ist toll, dass Sie meistens pünktlich sind und dass Sie auch in schlechten Zeiten stets fröhlich die Kaffeepausen anleiten.“

8. Tun Sie so, als böten Sie an, ganz offen Feedback entgegenzunehmen
So, als seien Sie plötzlich nicht mehr der Chef: „Natürlich können Sie mir auch noch kurz konstruktives Feedback geben!“ Oder: „Tun Sie einfach mal so, als wäre ich nicht Ihr Chef! So ganz von Mensch zu Mensch.“ Natürlich können Sie dann subtil und gemein auf diese Feedbacks reagieren! Das gibt Ihnen eine großartige Chance, zwischendrin Ihrem Gesprächspartner noch weitere lähmende und destruktive Feedbacks zuteilwerden zu lassen. Macht ignoriert man am besten – wenn man „oben“ ist und erzeugt gleichzeitig die Illusion, ja ganz auf Augenhöhe Feedbacks zuzulassen.

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Die Autorin: Chris Wolf arbeitet als Diplom-Psychologin seit über 15 Jahren in Beratung und Training. Zusammen mit Heinz Jiranek hat sie das Buch “FeedBack – Nur was erreicht, kann auch bewegen” geschrieben.


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29. August 2016 | Von Nicole Bußmann

Hermann Scherer: „Wir müssen uns selbst Konfetti ins Leben streuen“

Hermann Scherer hat ein neues Buch geschrieben: Fokus. Es ist ein optisch schönes Buch, hochwertig gemacht, mit ansprechender Farbgebung, gutem Papier, man nimmt es gern in die Hand. Vielleicht nehmen es auch nur gern Leute in meinem Alter in die Hand, die, die in ihrer zweiten Lebenshälfte angekommen sind und über das ein oder andere nachdenken, was geschehen ist und noch geschehen könnte. Hermann Scherers Buch kommt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher, auch ist es nicht tippig im Sinne eines Ratgebers. Scherer plaudert vielmehr aus dem Nähkästchen, er erzählt Geschichten aus seinem Leben, Begebenheiten und Anekdoten über Angst, Probleme, Selbstbetrug, gebrochene Versprechen… Manche sind lustig, manche nachdenkenswert, manche aber auch nicht. Man muss nicht alle Gedanken teilen, sehr unterschiedlich sind die Kapitel auch vom Gehalt. Vor allem wirkt das Buch „ehrlich“: So als wollte der 52jährige weitergeben, was er im Leben bisher verstanden hat. Ich habe fünf Aussagen aus dem Buch herausgesucht, die Scherer im Folgenden kommentiert.

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Herr Scherer, fast zynisch klingt für mich: „Es gibt ein Leben vor dem Tod.“ Heißt, wir verplempern unsere Zeit?

Hermann Scherer: Natürlich vergeuden wir unsere Zeit. Weil wir vergessen haben, wovon wir geträumt haben; und so wenig umsetzen von dem, was wir umsetzen wollten. Wir lassen uns von Nebensächlichkeiten ablenken, statt uns auf die wirklich wichtigen Dinge zu fokussieren. Wir alle müssten uns die Frage stellen, wofür wir angetreten sind – und unser Handeln konsequent auf dieses Ziel ausrichten. Viele Menschen tun dies jedoch nicht, finden sich mit dem Normalen ab und landen dann zwangsläufig in der Mittelmäßigkeit. Sie beschränken ihr Dasein auf ein Minimum, schöpfen ihre Möglichkeiten nicht aus, setzen sich viel zu enge Grenzen. Wer nichts aus seinem Leben macht, zahlt aber einen verdammt hohen Preis. Unser Dasein hier auf Erden ist zu kurz für faule Kompromisse. Es geht also darum, den unachtsamen Umgang mit unserer kostbarsten Ressource zu beenden: der rasch verrinnenden Zeit. Es sind die vielen Kleinigkeiten, die uns daran hindern, unser Potenzial voll zu entfalten. Ganz banale Beispiele: Wir checken 30, 40 mal am Tag belanglose Nachrichten auf unserem Handy, und abends zappen wir stundenlang durch die Kanäle, obwohl nichts läuft. Niemand aber kann seinem Leben einen Sinn geben, wenn er seine kostbare Zeit verschwendet.

„Du musst dir schon selbst Konfetti in dein Leben streuen.“ Der übliche Aufruf dazu, sein Leben in die Hand zu nehmen?

Dieser Appell bedeutet viel mehr: Ich rufe dazu auf, die Schönheit des Lebens zu sehen oder es sich eben so zu gestalten – mit all seiner unendlichen Vielfalt an Chancen. Wie heißt es im Buddhismus so schön: „There´s no way, no road to happiness – the road is the happiness.” Es lohnt nicht, über unser Schicksal zu jammern, wenn wir in Wahrheit doch dessen Gestalter sind. Doch die meisten Menschen vertagen ihr ganzes Leben nur immer weiter; warten darauf, dass die Dinge wie von Zauberhand gesteuert eine glückliche Wendung nehmen. Es kommt aber niemand, der uns die Aufgabe abnimmt, unseren Weg zu finden und diesen mit Begeisterung zu gehen. Das müssen wir schon selbst tun – und uns Konfetti ins Leben streuen, damit es bunter wird. Wir leben auf einem Planeten der Möglichkeiten – aber das nützt uns nur etwas, wenn wir unsere Wünsche und Träume beherzt anpacken.

Später im Buch ist zu lesen: „Wir treiben die Welt vor uns her, in die Richtung, in der wir sie haben wollen.“ Warum wollen wir dauernd ändern, was uns stört?

Wir müssen Dinge verändern, weil wir ja das Glück suchen. Oder besser gesagt die Formel des Glücks. Doch die Antwort auf diese Suche liegt eher in der Formel des Unglücks: Es gibt tatsächlich nur einen einzigen Punkt, der allen Unglücklichen gemeinsam ist – sie wollen die Welt anders haben, als sie sich das vorstellen. Wann immer Sie jemanden finden, der unglücklich ist, dann stellt er einen Vergleich an; er vergleicht seine Lebenssituation mit der, wie er sie gern hätte. Das ist die Grundformel des Unglücks. Das Leben dieser Unglücklichen ist in Relation zu dem, was sie eigentlich führen wollen, eben das falsche. Manche ziehen daraus nun den Schluss, Veränderungen auf Teufel komm raus erzwingen zu wollen. Aber je mehr Druck wir machen, desto schlechter funktioniert das. Denn Druck erzeugt Gegendruck, oder er läuft ins Leere. Andere wiederum geben sich mit irgendetwas zufrieden statt mit dem Bestmöglichen – und wundern sich dann darüber, dass sie nie so recht ankommen. Ich rate daher zu mehr Gelassenheit: Man sollte in Ruhe herausfinden, was einem wirklich wichtig ist und dann den Fokus darauf legen.

Sie schreiben, dass Sie gerne Menschen auf die Bühne stellen, auch solche, die von Berufs wegen gar nicht sprechen müssen. Was soll das?

Auf den ersten Blick wirkt dies tatsächlich ungewöhnlich. Meine Erfahrung zeigt jedoch, dass einer der Hauptindikatoren für erfolgreiche Menschen die Selbstwirksamkeitsüberzeugung ist: Wir müssen zunächst selbst aufrichtig glauben, etwas bewirken zu können. Das funktioniert hervorragend in jeder Art von Kommunikation, insbesondere bei Herausforderungen innerhalb eines gewissen Stressbereichs. Dies klappt besonders gut auf Bühnen. Die größten menschlichen Veränderungen, die ich erleben durfte, hatten ihre Initialzündung dort. Auf der Bühne sprechen Menschen authentisch über Dinge, die ihnen wichtig sind. Deswegen setzen wir das Bühnentraining nicht nur bei Rednern und Kommunikatoren ein – sondern auch bei Menschen, die mit großen Auftritten eigentlich nichts zu tun haben. Schließlich steht heute fast jeder auf irgendeiner Bühne des Lebens, muss sich öffentlich präsentieren und überzeugen. Dabei ist nichts so wirksam wie das gesprochene Wort: Auf der Bühne sehen wir sofort, wie wirksam wir sind.

„Wer in irgendeiner Hinsicht größer werden will, der muss kleiner werden.“ Eine paradoxe These…?

… aber nur scheinbar. Denn um etwas Besonderes, Einzigartiges zu leisten, müssen wir uns fokussieren: auf das Wesentliche und uns durch nichts davon ablenken lassen, was wir als unsere wahre Bestimmung und Berufung erkannt haben. Indem wir uns vom Ballast des Vielzuvielen frei machen, verkleinern wir unsere Welt – weil wir erst durch diese Konzentration etwas wirklich Großartiges in unserem Metier leisten können. Wir sollen nicht in allem Möglichen ein bisschen gut, sondern auf einigen wenigen oder einem einzigen Gebiet herausragend werden. Das geht nur, wenn wir öfter nein sagen. Nein zum Durchschnitt, zum Mittelmaß – und ja zur Exzellenz, zur Qualität in unserem Leben. Dafür braucht es eine klare Entscheidung, denn wer sich nicht entscheidet, wird entschieden. Das Ergebnis ist eine eindeutige, unverwechselbare Positionierung. Wer beispielsweise ein gutes Buch schreiben will, muss dafür möglicherweise viele andere Buchideen sterben lassen. In diesem Zusammenhang kann Intelligenz unser Feind sein, weil sie uns immer wieder neue Optionen zeigt. Diese Möglichkeiten führen gelegentlich zu großartigen Erfolgen, lenken uns aber auch ab von dem, was wir eigentlich tun wollten. Darum gilt es erst einmal, seine ganz kleine Welt der eigenen Wünsche und Vorhaben anzuschauen. Und wenn man das fixiert hat, wieder größer zu denken.

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Hermann Scherer ist Autor und Vortragsredner. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing und Verkaufsförderung in Koblenz, Berlin und St. Gallen baute er mehrere eigene Unternehmen auf, u.a. “Unternehmen Erfolg”. Heute lebt er in Zürich und vermittelt sein Wissen als Redner zu den Themen persönlicher Erfolg, Unternehmenserfolg und Chancenintelligenz.


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