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Personalentwicklung in Krisenzeiten

Personalentwicklung in Krisenzeiten

Das Wirtschaftswachstum ist in vielen Bereichen rückläufig, Unternehmen sparen, wo sie nur können, Personalabbau gehört in vielen Personalabteilungen mittlerweile zum Tagesgeschäft und ein Ende der Krise ist nicht erkennbar. Es gibt jedoch eine Reihe von Möglichkeiten, wirtschaftliche Engpässe sinnvoll zu nutzen. Wir geben Tipps, welche Handlungsmuster vermieden werden sollten und welche Lösungsansätze sich für ein erfolgreiches Krisenmanagement in der Personalentwicklung eignen.


Gängige Handlungsmuster zur Krisenbewältigung

Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage vieler Unternehmen herrschen folgende gängige Bewältigungsstrategien vor:

  • Neu-Entwicklungen und Innovationen werden nicht mehr oder kaum gefördert.

  • Langfristige Investitionen werden aufgrund der unüberschaubaren Situation und der Entwicklung vorläufig eingefroren.

  • Gehaltserhöhungen bleiben unentschieden oder fallen nur sehr spärlich aus.

  • Förderungen von Mitarbeitern durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen stagnieren oder fallen ersatzlos weg, insgesamt ist das Budget für Weiterbildungen stark geschrumpft oder sogar gestrichen worden.

  • Die allgemeinen Tätigkeiten und Planungen verlagern sich auf das operative Geschäft (was häufig genug in purem Aktionismus ausartet).

  • Strategische Maßnahmen erscheinen nicht planbar, ihr Nutzen ist z. Zt. kaum erkennbar und kostet zusätzlich Geld, das man einsparen möchte (muss).

  • Kurzarbeit und Personalabbau sind oft unerlässlich.


Die Folgen einer falschen Personalpolitik

  • Die Angst um den Arbeitsplatz demotiviert Mitarbeiter, lähmt sie und fördert Antriebsschwäche und Lustlosigkeit.

  • Die Kommunikationsbeziehungen im Unternehmen verschlechtern sich zusehends.

  • Ein verstärktes Konkurrenzdenken wirkt sich nachhaltig negativ auf den gegenseitigen Informationsaustausch aus.

  • Bei auftretenden Problemen wird nach dem Schuldigen, nicht mehr nach Lösungen gesucht.

  • Man beruft sich mehr und mehr auf Richtlinien und Anweisungen.

  • Die Arbeitsmoral und die Effektivität der Arbeit sinkt.

  • Zunehmende Feindseligkeiten, Sticheleien und Streit über Kleinigkeiten vergiften das Betriebsklima.

  • Mobbing wird für viele Mitarbeiter und Vorgesetzte zur ungewollten Lebenserfahrung.

  • Entwicklungspotenziale bleiben unerkannt.

  • Die Gerüchteküche brodelt und treibt immer wieder neue Blüten.

  • Gute Mitarbeiter, die in wirtschaftlich besseren Jahren vom Unternehmen oft mit hohem finanzellen Aufwand gefördert und weiterentwickelt wurden, sehen sich nach einem neuen Arbeitsplatz um.

  • Die schwächeren Mitarbeiter bleiben im Unternehmen, Mittelmaß wird zum Standard.

  • Alle Aufwendungen und Ergebnisse, die in der Vergangenheit für eine qualitative Personalentwicklung getätigt und erwirtschaftet wurden, werden ad absurdum geführt und zunichte gemacht.


Tipps für das Krisenmanagement

Wenn Ihr Unternehmen unter den derzeitigen schlechten Marktbedingungen leidet, können Sie einiges dafür tun, die eklatanten Folgen für Ihre Mitarbeiter und Ihr Unternehmen einzugrenzen oder sogar ganz zu vermeiden.

Mancherorts wird vom sogenannten 'antizyklischem Denken und Handeln' viel geredet und gefordert. Doch, welche Möglichkeiten bieten sich einem Unternehmen, das 'mit dem Rücken zur Wand' steht?

Folgende Handlungsalternativen sollten sich als sinnvoll und unterstützend erweisen:

  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig und umfassend über die Entwicklungen, Chancen und Risiken.

    Informierte Mitarbeiter sind motiviert, an möglichen Lösungen der Probleme mitzuarbeiten. Sie vermeiden darüber hinaus Gerüchte, die Ihrem Unternehmen nicht nur innerbetrieblich sondern auch nach außen hin großen Schaden zufügen können. Mögliche Bedenken, dass eine umfassende Information in einer allgemeinen Panikstimmung eskalieren könnte, werden sich als unbegründet herausstellen, soweit Sie sachlich und fundiert informieren und Lösungsvorschläge einbeziehen. Eine Betriebsversammlung oder ein Rundschreiben eignet sich weniger für diesen Zweck. Denken Sie eher an regelmäßige Führungskräftebesprechungen und von der Geschäftsleitung einberufene Mitarbeiterversammlungen in offener Atmosphäre mit viel Raum für Diskussionen und Fragen. Eventuell ziehen Sie eine neutrale Person zur Moderation hinzu.

  • Nutzen Sie die geringere Auftragslage für neue strategische Überlegungen und Ausrichtungen.

    Jetzt haben Sie Zeit und Raum für sinnvolle Planungen, Veränderungen und Verbesserungen. Vermeiden Sie operative Hektik, die mit weiteren Reibungsverlusten verbunden wäre. Geben Sie Ihren Mitarbeitern und Führungskräften die Chance, in Qualitätszirkeln und Workshops Verbesserungen zu erarbeiten, andere Mitarbeiter über die Abläufe in der Abteilung zu informieren und somit den internen Informationsaustausch und die Optimierung der einzelnen Organisationsabläufe zu fördern. Denken Sie in diesem Zusammenhang auch an spezielle Strategie-Tagungen der Führungskräfte mit der Geschäftsleitung. Sie haben jetzt die Möglichkeit, Strukturen zu schaffen, die Ihnen in besseren Zeiten zugute kommen.

  • Für strategische Mitarbeitergespräche ist gerade jetzt die richtige Zeit.

    Mitarbeitergespräche kommen meist viel zu kurz, Führungskräfte und Mitarbeiter drücken sich aus Zeitmangel gerne darum herum. Eine offene und konsequente Diskussion und Rückmeldung über Stärken und Schwächen, gemeinsame Zielvereinbarungen und Lösungsmöglichkeiten ist wichtig für die Gestaltung der zukünftigen Aufgaben. Darüber hinaus ist es gerade jetzt wichtig, den Leistungsträgern im Unternehmen Perspektiven aufzuzeigen, um sie weiterhin an das Unternehmen zu binden.

  • Weiterbildung/Qualifikation der Mitarbeiter

    Auch wenn die Gelder und Budgets knapper bemessen sind, gibt es doch eine Reihe von preiswerten Möglichkeiten, Mitarbeiter weiter zu fördern und zu motivieren. Der Mitarbeiter erlebt, dass das Unternehmen sich auch in schwierigeren Zeiten um die Belange des Personals kümmert und an einer Weiterentwicklung interessiert ist. Das hemmt die Angst und gibt Mut und Zuversicht für die Zukunft - mal abgesehen von dem wirtschaftlichen Wert der Entwicklung.
    Selbstverständlich ist hiermit nicht das teure Incentive-Seminar gemeint. Es gibt eine Reihe von guten und auch preiswerten Seminaranbietern, die dennoch eine qualitativ hochwertige Weiterbildung vermitteln. Sehen Sie sich gezielt um, fragen Sie nach Firmenschulungen, organisieren Sie firmeninterne Seminare für mehrere Mitarbeiter statt Einzelseminare in Hotels, suchen Sie gezielt nach fachbezogenen Referenten, Dozenten und Trainern vor Ort (z.B. Freiberufler, Lehrer, Native Speaker für Fremdsprachenunterricht usw).
    Darüber hinaus können Sie auch qualifizierte Mitarbeiter Ihres Unternehmens mit der Aufgabe betrauen, ihr Wissen an andere Mitarbeiter in Form eines Referates oder eines kleinen Workshops weiterzugeben. Lassen Sie auch nicht Möglichkeiten wie Job-Rotation, Messebesuche oder Kooperationen mit anderen (befreundeten, benachbarten oder artverwandten) Betrieben außer Acht - mit ein wenig Kreativität können Sie eine Menge bewegen - auch bei kleinem Budget.

  • Kooperation mit dem Betriebsrat

    Besprechen und verhandeln Sie jetzt wichtige, immer wieder verschobene Projekte, mit Ihrem Betriebrat. Zum Beispiel Vergütungssysteme, die dem wirtschaftlichen Wachstum des Unternehmens angepasst sind. Ein gemeinsam erarbeitetes Vergütungssystem, das geknüpft an Erfolg oder Leistung des Mitarbeiters gleichsam die Ertragslage des Unternehmens berücksichtigt, liegt in beiderlei Interesse. Niemandem ist geholfen, wenn Mitarbeiter zugunsten anderer ihren Job verlieren oder das Unternehmen aufgrund der hohen fixen Personalkosten bei gleichzeitig geringer Ertragslage Teile des Betriebes stillegen müssen, um zu überleben. Ziel bei diesen sehr heiklen Vereinbarungen ist nicht, die Besitzstände der Mitarbeiter dauerhaft anzugreifen oder langfristig die Personalkosten zu senken, obwohl hier die Versuchung vieler Unternehmer groß sein dürfte. Ziel kann nur sein, gemeinsam zu überlegen, wie die Mitarbeiter des Unternehmens langfristig erfolgreich ihrer Tätigkeit nachgehen und damit ihre Existenzgrundlage sichern können, was in jedem Fall stets gebunden ist an den Erfolg des Gesamtunternehmens.

  • Falls alles nichts hilft und Sie dennoch Personal entlassen müssen.

    Wenn die Krise weiter anhält, ist ein Personalabbau manchmal unvermeidlich. Aber auch hier können Sie durch geeignete Maßnahmen den guten Ruf des Unternehmens wahren und sich mit Ihrem gezielten Personalmanagement weiter profilieren. Bereiten Sie notwendige Personalentlassungen gut vor:

    • Pflegen Sie Kontakte zu anderen Unternehmen, die u.U. Mitarbeiter übernehmen können/möchten.
    • Sprechen Sie im Vorfeld mit dem Arbeitsamt über verschiedene Möglichkeiten der Vermittlung.
    • Bieten Sie ein gezieltes Bewerbungstraining für betroffene Mitarbeiter an.
    • Erstellen Sie gemeinsam mit den Mitarbeitern aussagefähige Arbeitszeugnisse.
    • Schulen Sie die vorgesetzten Führungskräfte in Konfliktgesprächsführung für die anstehenden Kündigungsgespräche und allgemeiner psychologisch orientierter Gesprächsführung.
    • Halten Sie, wenn möglich, zu besonders geschätzten Mitarbeitern auch nach der Trennung lockeren Kontakt und bieten Sie (gewünschte) Hilfestellung an. Es ist schon recht häufig vorgekommen, dass man nach der Erholung der wirtschaftlichen Lage, Mitarbeiter wieder beschäftigen möchte, von denen man sich trennen musste.


      Quelle und Linktipp

      Die Tipps zum Thema Personalentwicklung in Krisenzeiten hat die USP - Unternehmensberatung Schwerpunkt Personal zusammengestellt.


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