Ziele, Inhalte und Lehrmethoden
MBA-Programme beinhalten eine generalistische und internationale Ausbildung, die neben Fachwissen soziale Kompetenzen vermitteln. Dazu zählen u.a.
- Problemanalyse
- Entscheidungsfindung
- Führungstechniken
- Teamarbeit
- Kommunikation
- Präsentation
Im Gegensatz zum klassischen Studium werden in MBA-Programmen praktische Übungen als Lehrmethode bevorzugt. In Fallstudien, Gruppendiskussionen, Projektarbeiten, Simulationen, Plan- und Rollenspielen wird das Managementwissen praxisnah vermittelt und trainiert.
Die verschiedenen Programmtypen
Eine klare Abgrenzung der Programme ist nicht immer möglich, dennoch lassen sich drei verschiedene Typen voneinander unterscheiden:
- Junior MBA-Programme: Sie richten sich an junge Nachwuchsführungskräfte und Hochschulabsolventen. Schwerpunkt der Programme ist eine akademische Erstausbildung.
- Executive MBA-Programme: Hier erhalten Fach- und Führungskräfte eine akademische Zusatzausbildung.
- In-company- bzw. Konsortial-Programme: Diese Programme sind - oft in Kooperation mit einer Business School - auf die Mitarbeiter von Unternehmen maßgeschneidert ausgerichtet.
Weiterhin lässt sich eine Unterscheidung hinsichtlich der Studiendauer treffen:
- Berufsbegleitende Programme, die in Form eines Teilzeit-, Modular- oder Fernstudiums absolviert werden können, nehmen zwischen zwei und acht Jahren in Anspruch,
- Vollzeitprogramme erstrecken sich in der Regel über neun bis 24 Monate.
Aufnahmetests
Wer sich für ein MBA-Programm bewirbt, muss in der Regel einen Aufnahmetest absolvieren. Der Test prüft zum einen die Englisch-Kenntnisse des Bewerbers (s. TOEFL-Test), zum anderen das fachliche Know-how (s. GMAT-Test). Je nach Business-School muss der Bewerber eine Mindestpunktzahl in den Tests nachweisen, um einen Platz für das Programm zu bekommen.
Kriterien für die Programm-Auswahl
Mittlerweile gibt es weltweit rund 3.000 MBA-Programme, mehr als 1.000 davon in den USA. In Europa wird das Angebot auf mehrere hundert geschätzt, rund 100 Anbieter agieren auf dem deutschen Markt. Die Programme weisen zum Teil große inhaltliche und qualitative Unterschiede auf.
- Einen ersten Hinweis auf die Qualität eines Programms geben die Zugangsvoraussetzungen, denn diese bestimmen das Teilnehmerprofil und damit das Anspruchsniveau des Studiums.
- Weiterhin sollte bei der Auswahl des Programms auf die Zusammensetzung der Fakultät, die Philosophie der Schule, die Programmstruktur und -inhalte, die Internationaliät und die Praxisnähe der Ausbildung geachtet werden.
- Zu den wichtigsten Auswahlkriterien zählt jedoch die Akkreditierung des Programms. In den USA gehören zwar nahezu alle Business Schools einer Akkreditierungseinrichtung an, aber nur ein Bruchteil der MBA-Programme (rund 380) erfüllt die Anforderungen der vom US-amerikanischen Erziehungsministerium anerkannten Akkreditierungsstelle AACSB (International Association for Management Education). In Europa erfolgen Akkreditierungen sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene. Seit Ende 1998 können deutsche Business-Schools ihre Akkreditierung bei einer vom Deutschen Akkreditierungsrat zertifizierten Agentur beantragen. Für Wirtschaftswissenschaften ist die Foundation for International Business Administration Accreditation, kurz FIBAA, zuständig.
Übersicht: MBA-Programme in den USA und Europa
Damit Sie den Überblick über die zahlreichen verschiedenen MBA-Programme nicht verlieren, haben wir Ihnen eine Übersicht mit den wichtigsten Business-Schools, MBA-Studiengängen und MBA-Programmen zusammengestellt.
Die Übersicht umfasst 37 amerikanische MBA-Schools, 32 europäische MBA-Schools, 38 MBA- und Postgraduierten-Studiengänge in Deutschland und 60 englischsprachige General-Management-Programme in Europa und den USA.
Dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung des gleichnamigen Fachaufsatzes von Birgit Giesen im Jahrbuch der Management-Weiterbildung 'Seminare 2003'.
zurück