Wie stellt sich der Markt dar?
Die Auffrischung englischer Sprachkenntnisse gehört zum latenten Bildungsbedarf einer Führungskraft. Dabei erfreuen sich PC-gestützte Sprachtrainings einer wachsenden Beliebtheit, kommen sie doch den Lerngewohnheiten von Führungskräften und der veränderten Lernkultur der Unternehmen stark entgegen. Sie lassen sich über die bestehende EDV-Infrastruktur meist relativ problemlos unternehmensweit zur Verfügung stellen und unterstützen damit ein arbeitsplatznahes, effizientes Lernen. Vor allem aber ermöglichen sie der stets eingespannten Führungskraft, punktuell das sprachliche Rüstzeug zu erwerben, das sie im Job gerade braucht: sei es für den Small Talk beim Geschäftsessen oder für eine Präsentation vor europäischen Geschäftspartnern.
An diesem Just-in-time-Lernbedürfnis orientiert sich auch das Gros der auf dem Markt erhältlichen Programme für Business English. So sind die einzelnen Lektionen in der Regel an Situationen geknüpft, mit denen sich Führungskräfte im Arbeitsalltag konfrontiert sehen. Darüber hinaus offerieren zahlreiche Anbieter die Möglichkeit, ihre Standardprogramme um unternehmensspezifische Inhalte zu erweitern. So können beispielsweise für verschiedene Zielgruppen im Unternehmen eigene Übungen entwickelt sowie via Hyperlink weiterführende Literaturtipps, Musterdokumente und Glossare eingebunden werden.
Checkliste: Wie findet man das passende Lernprogramm?
- Technik: Die Software muss mit den Systemvoraussetzungen im Unternehmen kompatibel und netzwerkfähig sein.
- Inhalte: Das Programm sollte Themen fokussieren, die für die Mitarbeiter im Arbeitsalltag von Belang sind - z.B. Meetings durchführen, telefonieren, Geschäftsbriefe verfassen.
- Schwierigkeitsgrad: Programme speziell für Business-English setzen i.d.R. recht umfangreiche Vorkenntnisse voraus. Da kann es z.B. hilfreich sein, eine Übersetzung aufrufen oder die Sprachgeschwindigkeit reduzieren zu können.
- Einstufungstest: Wenn das Programm nur punktuellen sprachlichen Support bieten soll, ist der Einstiegstest normalerweise weniger wichtig. Sollen Sprachkenntnisse aber gezielt aufgebaut werden, ist es für den Lerner bzw. Tutor von Bedeutung, zu Beginn ein Leistungsprofil zu erhalten, an dem sich der Sprachkurs ausrichten lässt.
- Regelmäßige Lernerfolgskontrolle: Das Programm sollte auch zwischen bzw.
vor und nach den einzelnen Modulen Lernerfolgskontrollen vorsehen - das sorgt für Transparenz im Lernprozess.
- Navigation: Manches Programm erstellt aus dem Einstufungstest und gegebenenfalls auch den Zwischentests einen idealen Lernpfad, ermöglicht es dem Nutzer aber auch, sein eigenes Lernpaket zusammenzustellen bzw. frei zwischen den Modulen zu navigieren. Wenn nur punktuell sprachliche Probleme zu lösen sind, reicht Letzteres in der Regel aus.
- Übungstypen: Die Übungen sollten alle sprachlichen Kompetenzen (verstehen, lesen, schreiben, sprechen) fördern. Das leisten Wortschatz- und Grammatikübungen (z.B. Satzpuzzles und Lückentexte), Rechtschreibübungen (z.B. Diktate), Verständnis-Übungen (z.B. Übersetzungsaufgaben oder die Beantwortung von Fragen zu einer Video-Sequenz), Kommunikationsübungen (z.B. das Nachsprechen von Sätzen).
- Fehleranalyse: Die Fehleranalyse sollte so fein wie möglich sein. Wird ein Wort oder Satz einfach nur als falsch angezeigt, hilft das nicht weiter. Wichtig ist, dass der Lerner erfährt, was genau falsch ist (z.B. Orthografie fehlerhaft).
- Bedienbarkeit: Die Navigation durch das Programm muss übersichtlich und selbsterklärend sein. Außerdem sollte dem Lerner ein umfangreiches Benutzerhandbuch zur Verfügung stehen - am besten auch in elektronischer Form, an jeder Stelle des Programms aufrufbar.
- Support: Wenn das Benutzerhandbuch nicht mehr weiterhilft, sollte unbedingt die Möglichkeit bestehen, sich bei technischen Problemen per Telefon oder E-Mail an einen Support-Dienst zu wenden.
Was wurde untersucht?
Die Marktübersicht ist zweigeteilt. Sie führt zunächst acht Lernprogramme auf und daran anschließend drei Kurse von virtuellen Sprachschulen. Hier wie dort richtet sich der Fokus auf das Angebot in Sachen Business English. Bis auf das Programm English Express der ILT GmbH, Köln, das weniger scharf zwischen allgemeinem und Geschäftsenglisch unterscheidet, ist deshalb nichts für 'absolute beginners' geeignet.
Folgende Punkte wurden untersucht:
- Inhalt des Programms
- Leistungsmerkmale
- Lernmedium (z.B. CBT, WBT, ASP-Lösung etc.)
- Bearbeitungszeit
- Kosten
- Sonstiges (z.B. Tutoren-Workshops, Tele-Coaching etc.)
Erhebungszeitraum: September 2003
11 e-Learning-Programme für Business English
Die Marktübersicht (aus: 'Jahrbuch Seminare 2004') können Sie hier als PDF-Datei laden.
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