Was die Trainer mitbringen sollten
Der Großgruppenbegleiter muss in verschiedene Rollen schlüpfen, mehrere Dinge gleichzeitig überblicken und wissen, wie man kompetent mit Führungskräften kommuniziert. Er ist je nach Situation als Berater, Coach, Moderator und Prozessbegleiter gefordert.
Neben den klassischen Moderatoren-Tugenden Authentizität und Vertrauen sowohl in die Fähigkeiten der Teilnehmer als auch in das Gelingen des Prozesses braucht der Großgruppenbegleiter vor allem Standfestigkeit und Durchsetzungsvermögen. Das liegt
zum Teil in der Dramaturgie des jeweiligen Konferenztypus begründet. Bei RTSC ist der
Widerstand geplant, denn hier werden die Teilnehmer gleich zu Beginn durch die Rede
eines Kunden oder des Geschäftsführers mit unangenehmen Fakten konfrontiert - bis
hin zum Szenario, was passiert, wenn sich nichts ändert. Das sorgt zwangsläufig für Betroffenheit, Widerstand und schlechte Stimmung, gegen die sich der Facilitator behaupten
muss.
Damit versteht sich fast von selbst, dass Trainer, die eine Zusatzqualifizierung zur Großgruppenbegleitung ins Auge fassen, profunde Kenntnisse über Gruppendynamik mitbringen sollten. Auch die Moderation von Gruppen unterschiedlicher Größe sollte ihnen vertraut sein. Unerlässlich ist zudem die Fähigkeit, klar, kurz und prägnant zu formulieren - das gilt vor allem bei der Erläuterung der Spielregeln und Aufgabenstellungen an die Teilnehmer. Anders als bei Kleingruppen ist schon aus Zeitgründen kein Nachfragen möglich. Der Großgruppenbegleiter hat nur eine Chance, sein Anliegen so zu erklären, dass es von allen verstanden wird – und die muss er nutzen.
Sich für den Umgang mit Großgruppen fit machen
Die Zahl der Institute und Trainer, die entsprechende Seminare, Workshops und Lehrgänge zur Großgruppenbegleitung anbieten, ist zurzeit noch überschaubar. Unterschieden werden kann zwischen Veranstaltungen, die einen Einblick in mehrere Methoden geben, und solchen, die sich intensiv mit einer einzigen Methode auseinander setzen. Eine fundierte Moderationserfahrung der Teilnehmer setzen die Veranstaltungen jedoch in der Regel voraus.
Sinnvoll ist es in jedem Fall, sich zunächst mit den verschiedenen Großgruppenmethoden eingehend zu beschäftigen und diese - auch als Teilnehmer - in ihrer Anwendung kennen zu lernen. Es braucht Erfahrung und Fingerspitzengefühl, das passende Verfahren je nach Ausgangssituation des Unternehmens auszuwählen und gegebenenfalls einzelne Elemente sinnvoll kombinieren zu können.
Empfehlenswert sind Intensivseminare für die Betreuung von Open-Space-Konferenzen. Denn bei Open Space sind die Unterschiede zum traditionellen Trainer- und Moderatorenverhalten besonders groß.
Unterschiedliche Vorgehensweisen präferieren die Anbieter der entsprechenden Train-the-Trainer-Maßnahmen beim entscheidenden Schritt vom lernenden zum praktizierenden
Großgruppenbegleiter. Vom berühmten Sprung ins kalte Wasser über Hospitanzen bis zu einem intensiven 'Coaching on the job' reichen die Empfehlungen und Angebote.
Hier muss letztlich jeder Trainer für sich entscheiden, welcher Weg seinem eigenen Lernstil am besten entspricht. Klar ist indes: Seine einschlägigen Kompetenzen entwickelt der Facilitator letztlich durch das Prinzip Learning-by-doing.
Was wurde untersucht?
Für die Marktübersicht wurden insgesamt sieben Ausbildungen untersucht, in denen Trainer als Großgruppenbegleiter fit gemacht werden.
Folgende Punkte wurden für die Marktübersicht näher betrachtet:
- Trainings- und Beratungsangebot: Schwerpunkte der Ausbildung
- Kosten
- Starttermin(e)
- Ort
Erhebungszeitraum: Sommer 2003
Marktübersicht: Wer Großgruppenbegleitung lehrt
Wenn Sie sich als Trainer zum Großgruppenbegleiter qualifizieren möchten, finden Sie in der mangerSeminare Marktübersicht sieben entsprechende Ausbildungen. Die Marktübersicht (aus: Seminare 2004) können Sie inkl. weiterführender Informationen zum Thema Großgruppenbegleitung hier als PDF-Datei laden.
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