Wie stellt sich der Markt dar?
Wer den Markt durchforstet, stößt auch im Bereich der Coaching-Ausbildungen auf mehrere Dutzend Angebote. Tendenz stark steigend. Unter den Programmen finden sich Drei-Tages-Seminare ebenso wie berufsbegleitende Lehrgänge, die sich über mehrere Jahre erstrecken. Sie alle versprechen, zum qualifizierten Coach auszubilden - und dies zum großen Teil auf höchst unterschiedlichem Wege. So sind manche Programme stark therapeutisch ausgerichtet, andere betonen den systemischen Ansatz, einige setzen ihren Schwerpunkt auf
Methoden wie NLP oder TZI.
Was die Auswahl zusätzlich erschwert: der Begriff Coaching wird gerade im deutschen Sprachraum sehr undifferenziert verwendet. Coach, das kann einerseits die normale Führungskraft sein, die als interner Coach ihrer Mitarbeiter fungieren will, andererseits der profilierte Trainer und Berater, der sich als organisationsextern agierender Coach der exklusiven Einzelberatung von Top-Führungskräften verschrieben hat. Bei der Auswahl der Qualifizierungsmaßnahme sollte daher auf eine homogene und exakt umrissene Teilnehmergruppe geachtet werden. Denn dass etablierte Trainer ein anderes Vorwissen mitbringen als Führungskräfte und für ihre angestrebte Tätigkeit ein wesentlich tiefer gehendes psychologisches Know-how vermittelt bekommen müssen, versteht sich eigentlich von selbst.
Wie kommt man zur richtigen Ausbildung?
Wer mit professionellem Anspruch coachen will, sollte also bedenken: Bestimmte Qualifikationen müssen bereits vor dem Start einer Ausbildung gegeben sein. Lebenserfahrung kann nicht in Seminaren erworben werden. Auch die fachlichen Kompetenzen, sei es das Wissen um psychologische Prozesse, Managementwissen oder betriebswirtschaftliche Kenntnisse, setzen die meisten Trainingsinstitute voraus.
Um zu prüfen, ob ein Bewerber als Coach geeignet ist, bieten seriöse Ausbildungsanbieter Assessments oder eingehende persönliche Gespräche im Vorfeld der Ausbildung an. Einige Anbieter checken beispielsweise in der ersten Sitzung mittels verschiedener Diagnosetools das Potenzial der Interessenten wie Empathie, die Fähigkeit zum Zuhören, Frustrationstoleranz oder Selbstmanagement. Weiterer Vorteil: Angeregt durch den Check wird der Bewerber seine Entscheidung, Coach zu werden, in der Regel noch einmal bewusst überdenken: Passt der Beruf des Coaches wirklich zur eigenen Persönlichkeit und den angepeilten Berufsperspektiven? Oder will man nur Coach werden, weil Coaching im Trend liegt?
Checkliste zur Auswahl der Coaching-Ausbildung
- Voraussetzungen für die Teilnahme
- Zielgruppe (externe Berater, interne Berater, die Führungskraft als Coach)
- Größe der Ausbildungsgruppe (absolutes Maximum sind 20 Personen)
- Kompetenz des Kursleiters (Wie ist diese Person qualifiziert? Wie lange ist sie
schon im Geschäft? Gibt es Referenzen? Hat er eigene Bücher oder Fachartikel
geschrieben?)
- Umfang der Ausbildung (von mind. 100 Stunden sollte ausgegangen werden)
- Zeitrahmen
- Flexibilität bei der Gestaltung der Ausbildung
- Praxisorientierung/Bezug zum beruflichen Kontext
- Wird die Ausbildung durch Supervision begleitet?
- Ausrichtung/Schwerpunkte (Ist die Ausbildung breit angelegt oder ideologisch ausgerichtet? Welche Methoden werden in der Ausbildung vermittelt?)
- Mund-zu-Mund-Propaganda (Empfehlungen und Erfahrungen von Kollegen, Freunden und Bekannten)
- Werden Schnupperkurse bzw. Probeseminare angeboten? (Diese sollten auf jeden Fall genutzt werden, um zu überprüfen, ob 'die Chemie stimmt'.)
- Kosten
- Nebenkosten (Reise-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten, Lehrmaterial, ggf. Umsatzsteuersätze, Kosten für Supervision etc.)
- Ausbildungsort
Was wurde untersucht?
In der Marktübersicht wurden 29 Ausbildungen aus dem deutschsprachigen Raum miteinander verglichen. Die Marktübersicht nennt Name, Kontaktdaten und die Internetseite der Anbieter sowie den Titel der jeweiligen Coaching-Ausbildung. Folgende Punkte wurden für die Marktübersicht genauer betrachtet:
- Teilnahmevoraussetzungen
- Inhaltliche Schwerpunkte
- Lehrmethoden
- Abschluss
- Trainer/Referent
- Dauer
- Kosten
- Termine/Ort
- ggf. Besonderheiten der Ausbildung
Zeitpunkt der Erhebung: September 2003
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