Der lange Weg zum NLP-Trainer oder -Coach
Dass NLP-Werkzeuge in unprofessionellen Händen mehr schaden als nutzen, war den führenden Protagonisten innerhalb der stetig wachsenden NLP-Szene schnell bewusst. Und es gelang ihnen Ausbildungsstandards für NLP-Anwender zu definieren. Diese haben sich inzwischen auch weitgehend durchgesetzt. Über die Inhalte der unterschiedlichen Qualifizierungsstufen vom Practitioner und Master-Practitioner über den NLP-Trainer zum NLP-Lehrtrainer wacht eine Kommission für Aus- und Fortbildung des Deutschen Verbandes für Neurolinguistisches Programmieren e.V. (DVNLP), dessen Legitimität unter den NLP-Anwendern zumindest akzeptiert wird.
Neben den inhaltlichen Schwerpunkten schreibt die Kommission unter anderem die Mindestdauer der jeweiligen Curricula vor. Wer sich zum Ziel genommen hat, NLP nicht nur zu lernen, sondern später auch selbst im Training einzusetzen, muss damit auch reichlich Zeit investieren. Unterscheidet sich doch der professionelle vom dilettantischen NLP-Einsatz vor allem durch zwei Dinge: Übung und Erfahrung.
Die kürzeste NLP-Ausbildung ist die zum Practitioner. Dabei handelt es sich um die erste Stufe der ursprünglich für Therapeuten gedachten Zusatzausbildung. Sie dauert nach den Richtlinien des DVNLP mindestens 18 Tage, oft jedoch länger. Allen Versuchen zum Trotz, NLP im Wirtschaftskontext eine stärkere Verbreitung zu verschaffen, handelt es sich bei Practitioner-Ausbildungen um keine Themenkurse. Gelehrt wird also nicht Kommunikation oder Führung, sondern die Methode NLP. Ein Unterschied, der nicht selten zu Enttäuschungen führt.
Wer den Abschluss zum Practitioner bereits in der Tasche hat und darüber hinaus lernen will, die einzelnen Techniken miteinander zu verbinden, belegt die nächste NLP-Ausbildungsstufe, den Master-Practitioner. Die Prüfung zum Master schließt sowohl mit einem schriftlichen als auch mit einem praktischen Test.
Die nächste Stufe im NLP-Curriculum nach den Richtlinien des DVNLP ist der NLP-Trainer. Trainer-Kurse folgen auf das Practitioner- und Master-Practitioner-Zertifikat und setzen eine mindestens zweijährige NLP-Erfahrung seit Beginn der Ausbildungszeit voraus. Die Fortbildung zum NLP-Trainer umfasst - wie bei Practitioner- und Master-Practitioner-Kursen auch - mindestens 18 Tage bzw. 130 Stunden sowie 15 Stunden Supervision. Wer diesen Turnus durchlaufen hat, ist qualifiziert und berechtigt, NLP-Techniken in Seminaren verschiedener Themenbereiche wie Rhetorikkurse, Verkaufs- oder Persönlichkeitstrainings einzusetzen.
Zur Vermittlung der NLP-Methode selbst, d.h. zur Durchführung von Practitioner-, Master- und NLP-Trainer-Ausbildungen, ist jedoch nur ein so genannter NLP-Lehrtrainer berechtigt. Wer eine NLP-Trainerausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, kann beim DVNLP seine Anerkennung als NLP-Lehrtrainer beantragen. Um die Qualität der Lehrtrainer und damit die der gesamten NLP-Ausbildungen zu steigern, hat der DVNLP seine Richtlinien bereits vor geraumer Zeit überarbeitet und verschärft.
Seit dem 1. Januar 2000 gilt:
- Interessenten für den Lehrtrainer müssen nicht nur die Ausbildungsbausteine bis zum NLP-Trainer durchlaufen haben.
- Weitere Voraussetzungen sind 500 Stunden Unterrichtserfahrung
- sowie Kenntnisse über psychologische Therapieformen wie Gestalt- oder Familientherapie, die mit mindestens 150 Stunden Fortbildung zu belegen sind.
Die zunehmende Verbreitung des Coachings in der beruflichen Weiterbildung hat die Ausbildungskommission des DVNLP dazu veranlasst, verbandseigene Richtlinien auch für einen Ausbildungsgang zum zertifizierten Coach zu entwickeln. Schließlich eignet sich das Methoden-Repertoire des NLP auch und gerade für den Einsatz in der persönlichen Beratung. Das Mitte 2003 verabschiedete Curriculum zum
Coach DVNLP versteht sich dabei als Alternative zum NLP-Trainer. Nicht jeder Master-Practitioner, so die Ausbildungskommission, will schließlich Trainer oder Lehrtrainer werden. Inhaltliche Schwerpunkte der neuen Richtlinien für Ausbildungen zum Coach liegen daher vor allem in der Steigerung der Prozesskompetenz in 1:1-Beratungssituationen.
Voraussetzung für den Erhalt des Zertifikats:
- Der Nachweis einer vom Verband anerkannten NLP-Practitioner- und NLP-Master-Practitioner-Ausbildung
- sowie mindestens zwei Jahre NLP-Erfahrung seit Beginn des Practitioner-Trainings.
Der eigentliche Ausbildungsgang zum 'Coach, DVNLP' umfasst
- eine obligatorische Mindest-Trainingszeit von 130 Zeitstunden, die auf mindestens 18 Tage zu verteilen sind,
- sowie die praktische Arbeit als Coach und Supervisor z.B. in Peergroups von mindestens 40 Zeitstunden.
- Hinzu kommen eine mindestens 15 Stunden umfassende Supervision durch einen vom Verband anerkannten NLP-Lehrtrainer
- sowie eine schriftliche Abschlussarbeit, in der unter anderem eigene Coachingfälle dokumentiert werden müssen.
Was wurde für die Marktübersicht untersucht?
Die Marktübersicht listet Anbieter von Ausbildungs-Curricula der Stufen 'NLP-Trainer' (16 Qualifizierungen) sowie 'Coach DVNLP' bzw. auf vergleichbarer Stufe zertifizierten NLP-Coach-Ausbildungen (neun Qualifizierungen). Die Marktübersicht richtet sich damit in erster Linie an Trainer und Dozenten, die bereits eine 'Practitioner-' und 'Master-Practitioner-Ausbildung' abgeschlossen haben und mit der nächsten Ausbildungsstufe NLP-Techniken nunmehr selbst in ihren Trainings aktiv einsetzen und vermitteln wollen. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ausführliche Informationen zu den genauen Inhalten und Standards der Ausbildungsgänge finden sich auf der Homepage des DVNLP e.V.
Folgende Punkte wurden dabei besonders betrachtet:
- Teilnehmer/Zielgruppen
- Besonderheiten der Ausbildung
- Abschluss
- Trainer/Referenten
- Dauer
- Kosten
- Termine
Zeitpunkt der Erhebung: August 2004
25 Ausbildungen zum NLP-Trainer bzw. -Coach
Die Marktübersicht '16 Qualifizierungen zum NLP-Trainer und neun Qualifizierungen zum NLP-Coach' (aus: Seminare 2005) können Sie hier inkl. Hintergrundinformationen zum Thema NLP-Ausbildungen als PDF-Datei laden.
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