Was zeichnet den CBT-Markt aus?
IT-Anwenderschulungen in Form von CBTs und WBTs gibt es in Hülle und Fülle. Doch nicht nur die Menge der zur Verfügung stehenden Lernprogramme erschwert den Durchblick. Hinter jedem Produkt steckt eine eigene Philosophie, ein unterschiedlicher Ansatz, wie mittels Computer gelernt werden soll.
So richtet sich z.B. m2s Prokada mit der Wit-Reihe an erfahrene Anwender mit Vorkenntnissen, da der Nutzer das Gelernte sofort im Originalprogramm umsetzt und anwendet. Mit dem simulationsorientierten Ansatz von TutorWIN hingegen spricht das Unternehmen insbesondere Ein- und Umsteiger an.
Wieder andere Hersteller, z.B. virtual heaven, setzen auf stark animierte Oberflächen. Indem die Lernprogramme kleine Geschichten erzählen, sind sie für Anfänger geeignet, die noch Berührungsängste mit dem Lernmedium Computer abbauen müssen. Einen Profi wiederum dürften spielerische Elemente eher nerven.
Auch im Aufbau unterscheiden sich die Lernprogramme erheblich. Während für einen fortgeschrittenen Lerner ausschlaggebend ist, dass er sehr gezielt Module auswählen kann, hilft einem Anfänger ein vorgegebener Lernpfad. Hier zeigt sich auch der Nutzen von Einstufungstests: Sind sie mit Lernempfehlungen kombiniert, können durchaus sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene dasselbe Programm sinnvoll nutzen.
Wie wählen Sie das richtige CBT aus?
Qualität und Preise der angebotenen Programme unterscheiden sich stark. Ihre Stärken und Schwächen erweisen die Programme erst in Abhängigkeit von den Nutzern und Einsatzfeldern. Das Anforderungsprofil des Unternehmens bzw. des einzelnen Lerners bestimmt also wesentlich die Entscheidung für oder gegen ein Programm.
Bei der Auswahl eines CBTs zur IT-Qualifizierung sollten Bildungsverantwortliche daher ihren persönlichen Geschmack außen vor lassen und stattdessen mittels Novizentests an repräsentativen Teilnehmern ihres Unternehmens das richtige CBT finden.
Die wichtigsten Fragen, die sich Bildungsverantwortliche bei der CBT-Auswahl stellen sollten:
- Welche Kompetenzdefizite in Bezug auf die IT-Anwendungen liegen bei den zu schulenden Mitarbeitern vor (Bedienung der Werkzeuge, methodische Fertigkeiten, Übertragung des Wissens auf individuelle Aufgaben)?
- Welche Kompetenzen lassen sich durch erweiterte Hilfen am Arbeitsplatz entwickeln (durch technische Hilfesysteme, Benutzerservice, Hotline usw.)?
- Was muss neu gelernt werden (Instrumentenkompetenz und deren Tiefe, grundsätzliche methodische Fertigkeiten u.a.)?
- Welche Lernzieltypen ergeben sich daraus?
- Was kann durch Selbstlernen erworben werden? Welche Medien unterstützen das Selbstlernen in der gewünschten Form?
- Welche Anforderungen können nunmehr durch die Festlegung der Zielgruppe, Lernziele und Lernumgebung an die CBTs formuliert werden?
Was wurde untersucht?
Für die Marktübersicht wurden 20 CBT-Formate für das IT-Training untersucht, um das didaktische Design und die Funktionsweise der Lernprogramme transparenter zu machen. Dabei wurde zur besseren Übersicht zwischen Resellern (Weiterverkäufern von CBTs) und Herstellern unterschieden.
Folgende Punkte wurden untersucht:
- Name des Herstellers bzw. Resellers
- Produkte des Herstellers bzw. Resellers
- Partner des Herstellers bzw. Resellers
- Produktinformationen
- Lernmedium
- Zielgruppe
- Bearbeitungsdauer
- Kostenlose Updates
- Preis für Einzelnutzer
- Produktbeschreibung
- Oberfläche
- Multimedialität
- Aufbau/Zugriff
- Tutorielle Unterstützung
- Tests
- Hilfefunktionen
- Fehlerrückmeldung
- Varianten für versch. Kenntnisstand
- Besonderheiten
Zeitpunkt der Erhebung: Februar 2001
20 CBT-Formate für das IT-Training
Die Marktübersicht können Sie als Pdf-Datei laden.
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