Wie stellt sich der Markt dar?
Mediation als professionelles Verfahren muss erlernt werden. Wer Mediator werden will, kommt an einer fundierten Ausbildung nicht vorbei. Die Möglichkeit dazu bietet sich im Rahmen verschiedener Lehrgänge, von denen einige speziell auf die Bedürfnisse von Wirtschafts- und Organisationsmediatoren zugeschnitten sind.
Hinsichtlich ihrer Inhalte, Struktur und Dauer fallen diese Kurse recht unterschiedlich aus. Das Spektrum der auf dem Markt angebotenen Lehrgänge reicht von zweitägigen Seminaren über universitäre Fern- und Aufbaustudiengänge bis hin zu umfangreichen, nicht-akademischen berufsbegleitenden Ausbildungen.
Allgemeingültige Standards für die Ausbildung zum Wirtschaftsmediator gibt es nicht, Konflikt-Know-how, mediationstypische Kommunikationstechniken und juristisches Basiswissen stehen jedoch auf dem Themenplan aller fundierten Mediatoren-Lehrgänge. Jeder Ausbilder wartet aber auch mit eigenen Besonderheiten auf, z.B. Online-Mediation oder Marketing für Mediatoren.
Wie kommt man zur richtigen Ausbildung?
Bei der Auswahl einer Mediationsausbildung sollte darauf geachtet werden, dass bestimmte Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt werden. Dazu zählen:
- die Grundsätze des Mediationsverfahrens
- die eigene Rolle als Mediator
- Konfliktformen und -konstellationen
- juristische Grundkenntnisse
- betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse
All dies sollte nicht nur theoretisch vermittelt, sondern auch praktisch eingeübt werden, sei es als Co-Mediator und Hospitant oder durch die Möglichkeit, eigenständig Fälle im eigenen beruflichen Umfeld zu mediieren, zu protokollieren und dann gemeinsam an Hand der Dokumentation zu supervidieren.
Weiterhin spielen auch die folgenden Punkte bei der Wahl der geeigneten Ausbildung eine Rolle:
- Vorkenntnisse: Verlangt der Lehrgang psychologische oder thematische Vorkenntnisse? Ist Berufserfahrung oder ein Hochschulabschluss notwendig?
- Arbeitsaufwand: Wieviel Zeit kann in eine Ausbildung investiert werden? Sind längerfristige, dafür aber berufsbegleitende Lehrgänge besser oder ist nur Zeit für einen Intensiv- bzw. Crashkurs vorhanden?
- Ziel der Ausbildung: Soll nur eine neue Methode des Konfliktmanagements erlernt werden, um z.B. als Führungskraft Streitereien im Team zu schlichten, oder soll die Ausbildung dazu befähigen, als selbstständiger Mediator tätig zu werden?
Was wurde untersucht?
Die managerSeminare Marktübersicht gibt einen Überblick über 17 Mediationslehrgänge mit einem Umfang von mindestens 90 Unterrichtsstunden.
Alle gelisteten Ausbildungen sind berufsbegleitend angelegt und qualifizieren zum Wirtschaftsmediator bzw. zum Mediator mit erkennbarer Spezialisierung in Richtung Wirtschaftsmediation.
Die untersuchten Ausbildungen vermitteln alle grundlegende Techniken zur Konfliktbewältigung und Kommunikation. Sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer Besonderheiten und des Praxisbezugs. Entsprechend wurde für die Marktübersicht auf folgende Punkte geachtet:
- Teilnahmevoraussetzungen
- Besondere Programmpunkte
- Praxisbezug und Besonderheiten
- Dauer und Termin
- Kosten
Zeitpunkt der Erhebung: Oktober/November 2001
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