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Kreativität in Theorie und Praxis

Kreativität in Theorie und Praxis

Kreativität ist chaotisch, farbig, unkontrollierbar, nicht fassbar, originell und ungewöhnlich. Voraussetzung für einen kreativen Prozess ist die Freiheit, das Unmögliche zu denken und das Verbotene in Betracht zu ziehen. Dazu gehören auch Phantasie und Mut. Wie die einzelnen Phasen eines kreativen Prozesses aussehen, welche Kreativitätstechniken bei der Ideenfindung helfen und wie Sie Ihre Kreativität in einem 1-Minuten-Training üben können, erfahren Sie hier.


Phasen eines kreativen Prozesses

  1. Problematisierung/Problemklärung
    Hier erfolgt eine möglichst genaue Formulierung des zu lösenden Problems, der zu beantwortenden Fragestellung.

  2. Exploration
    In dieser Phase werden alle verfügbaren, für das Problem relevanten Informationen aus möglichst unterschiedlichen Blickwinkeln zusammengetragen. Dazu kommen alle anfallenden spontanen (noch unbewerteten) Lösungsideen. Gegebenenfalls erfolgt hier eine Neuformulierung des Problems.

  3. Inkubation
    Der Begriff 'Inkubation' suggeriert die Assoziation mit der Inkubationszeit von ansteckenden Krankheiten. Die Gemeinsamkeit, die hier angesprochen wird, ist die Entwicklung im Verborgenen. Dahinter steht die Vorstellung, dass die eigentlichen kreativen Prozesse im Unterbewusstsein ablaufen. Um diesen Prozessen Raum zu geben, geschieht in dieser Phase bewusst eine Entfernung vom Problem, erfolgt eine Verneinung des Problems, eine Umkehrung des Problems in sein 'Gegenteil' durch Beschäftigung mit scheinbar nicht mit dem Problem zusammenhängenden Dingen. Dies erlaubt und fördert den Ausbruch aus den gewohnten Bahnen des Denkens.

  4. Illumination
    Nach all den Vorbereitungen der vorangehenden Phasen tauchen (in günstigen Fällen, sicher nicht in allen) jetzt 'spontane' Lösungsideen auf. Dies geschieht oft wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Die Erleuchtung kommt über alle oder einzelne Teilnehmer am kreativen Prozess.

  5. Elaboration
    In der abschließenden Phase eines kreativen Prozesses geht es darum, die Lösungs-Ideen in die Wirklichkeit der Problemstellung zu übertragen, zu bewerten, ob die Lösungen umsetzbar, politisch, wirtschaftlich, ... tragbar sind. Und die beste Lösung ist dann in konkrete Maßnahmen umzusetzen.


Voraussetzungen für einen kreativen Prozess

Charakteristika eines kreativen Prozesses sind:

  • konstruktiver Umgang mit Widersprüchen
  • Neukombination von Bekanntem, aber noch nicht Verknüpftem
  • Umbilden, Neubilden von Wirklichkeit

Bestimmte Voraussetzungen fördern das Finden und Entwickeln kreativer Ideen:
  • Ungezwungene Atmosphäre
  • Bereitschaft zu Humor
  • ...

Um die Voraussetzungen für kreative Ideen zu schaffen, empfiehlt es sich, Spielregeln für kreative Prozesse zu vereinbaren. Diese Spielregeln unterscheiden sich sehr stark von den üblichen Spielregeln für Gruppenprozesse.

So können Spielregeln für Kreativitäts-Sitzungen aussehen:
  1. Masse statt Klasse.
  2. 'Alles' ist erlaubt.
  3. Es gibt kein geistiges Eigentum.
  4. Ideen-Suche und Ideen-Kritik erfolgen in getrennten Schritten.
  5. Einfälle werden nicht 'zerredet'.
  6. 'Revolutionäre' Ideen werden bewusst unscharf formuliert ('man', 'könnte', etc.).
  7. Der feste Rahmen der Methode wird eingehalten.
  8. Killerphrasen werden sofort abgeblockt.


Systematisch-analytische und intuitive Kreativitätstechniken

Systematisch-analytische Methoden sind gekennzeichnet durch

  • systematisches Ausrichten der Denkvorgänge
  • systematische Gliederung des Arbeitsablaufes
  • Zergliedern in Teilprobleme
  • systematische Untersuchung von Leistungs- und Wirkungsparametern
  • systematische Kombination von Aspekten des betrachteten Problems
  • systematische Variation von Aspekten des betrachteten Problems


Intuitive Methoden sind gekennzeichnet durch:
  • kreative Anregung durch spontane Geistesreaktionen
  • Artverfremdung des Problems mit neuen Betrachtungsweisen
  • Problemvergleiche mit Hilfe von Analogien
  • Benutzung des Unterbewusstseins
  • Strukturübertragung


Kreatives 1-Minuten-Training

Um Ihr kreatives Potenzial systematisch zu fördern, nehmen Sie sich regelmäßig (etwa einmal in der Woche, vielleicht sogar jeden Tag) eine Minute Zeit.

Wählen Sie irgendeinen Alltags-Gegenstand und sammeln Sie während der Minute Ideen – und seien sie noch so verrückt – für neue Verwendungen des gewählten Gegenstandes.

Bedenken Sie dabei die folgenden Regeln:

  1. Schreiben Sie jede Idee sofort auf, ohne sie zu bewerten.
  2. Die Masse macht's.
  3. Betrachten Sie den Gegenstand einmal aus einem anderen Blickwinkel (von innen; was würde Ihr Hund damit machen? etc.)

Notieren Sie Ihre Ideen!

Datum:

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Gewählter Gegenstand:

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Neue Verwendungen:

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Drei Kreativitätstechniken, vorgestellt von 'Service and more'

Für folgende drei Kreativitätstechniken erhalten Sie weiter unten eine Anleitung:

  • Kopfstand-Methode
    Kreative Lösungsansätze werden ganz einfach durch 'Umkehrung' der Fragestellung gewonnen.

  • Reizwort-Analyse
    Aus einem Lexikon (oder einem beliebigen Text) wird ein 'Reizwort', zufällig ausgewählt. Von diesem Reizwort lassen sich die Teilnehmer zu Lösungs-Ideen anregen.

  • Kartenumlauf-Technik
    Eine relativ große Anzahl von Ideen wird zu einer gegebenen Frage zusammengetragen.


Dieser Beitrag wurde managerSeminare online mit freundlicher Genehmigung von 'Service and more' zur Vefügung gestellt. Weitere Checklisten und Tools rund um Kreativität Arbeitstechniken, Kommunikation, Moderation, Projektmanagement und vieles mehr finden Sie im Wissensarchiv von Service and more.


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