Was die Branche 2009 erwartet
Überdies wird auch ein wichtiger Kunde der Weiterbildungswirtschaft, das Personalressort, vor entscheidenden Veränderungen stehen. Die HR-Manager von morgen müssen sich noch stärker als bisher dem Diktum der Ökonomie stellen, denn kein Bereich des Unternehmens bleibt mehr davon ausgespart, auch die Stabsressorts nicht. Das wird die Schnittstelle der Trainer und Weiterbildungsanbieter zum Kunden mit neuen Anforderungen aufladen, nicht mehr nur Inhalte und Vermittlungsformate zählen, sondern auch ein nachweisbarer Beitrag zur Wertsteigerung des Unternehmens.
Erfahrene Anbieter von Weiterbildung aus privater Hand sollten sich zudem auf neue Wettbewerber einstellen: die Hochschulen. Waren die öffentlichen Einrichtungen bisher, wenige Ausnahmen ausgenommen, eher belächelte Nischenspieler, so wird sich das in Zukunft ändern. Der Bologna-Akkord verpflichtet die Hochschulen, sich auf dem Markt für lebenslanges Lernen zu engagieren. Deshalb werden Universitäten und Fachhochschulen in Zukunft nicht nur Bildungsleistungen für die unter 25-jährigen Vollzeitstudenten anbieten, sondern auch für die Ü-30-Zielgruppen, die den Weg zurück zur Hochschule suchen werden, um ihren Bestand an Wissen und Fähigkeiten aufzufrischen.
Für die Trainings- und Weiterbildungswirtschaft ergeben sich aus all diesen Entwicklungen einige Bedrohungen, aber auch eine Fülle von Chancen. Es kommt darauf an, die Energien des Wandels nicht zu bremsen, sondern sie für die eigenen Zwecke zu nutzen.
Die fünf Trends für 2009:
1. Emotionalisierung und Edutainment gewinnen an Gewicht
Inhalt ist nicht alles. In einer Welt, die durch den Wettbewerb um Aufmerksamkeit gekennzeichnet
ist, zählen auch Verpackung, Marketing, Emotionalisierung und Personalisierung. Dieser Trend wird auch die Weiterbildungswirtschaft prägen. Das neue Mantra heißt: Education + Entertainment.
2. Die Häppchen-Formate sind auf dem Vormarsch
Die Kinder machen es vor: Der Zeitrahmen, in dem sich ein Mensch genau einer Sache oder einem Vorgang widmen will, schrumpft weiter. Auch die Weiterbildungswirtschaft wird sich mit den Folgen der verkürzten Aufmerksamkeitsspanne beschäftigen müssen. Pioniere, die sich mit kurzen Formaten beschäftigen und ihren Teilnehmern Weiterbildung im Häppchen-Format servieren, werden vom Markt belohnt.
3. Personalabteilungen im Umbruch: Rauf oder raus
Die Reorganisation dauert an: Das Personalressort von morgen wird durch neue Standards geprägt. Leistungsorientierung, Nähe zu allen wertschöpfenden Prozessen und Transparenz sind einige der Eigenschaften, die in Zukunft zählen. Erfolgreiche Weiterbildungsanbieter stellen sich schon heute auf die HR-Abteilung 2020 als Kunden ein.
4. Weiterbildungsmarkt: Hochschulen als neue Mitspieler
Was einst ein Hobby von einigen Universitäten war, gewinnt in Zukunft an Verbindlichkeit: Die Hochschulen sind qua Bologna-Akkord verpflichtet, auch als Anbieter auf dem Weiterbildungsmarkt aufzutreten. Das hat auch bedeutende Folgen für Trainer und andere private Weiterbildungsdienstleister - sie müssen sich auf einen neuen Typ von Konkurrenten einstellen.
5. So wirkt die Demografie auf den Trainingsmarkt
Die Arbeitswelt befi ndet sich bereits mitten im Umbruch: Alternde Mitarbeiter sind das große Thema, das HR-Ressorts, Weiterbildungsdienstleister und das gesamte Unternehmen heute und in den nächsten Jahren beschäftigen wird. Wer die Herausforderungen rechtzeitig aufgreift, wird im Wettbewerb zu den Gewinnern zählen.
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