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Managementweiterbildung, Fortbildung, Schulung und Training für Führungskräfte und Mitarbeiter

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Checkliste für den Lernsoftware-Einsatz

Checkliste für den Lernsoftware-Einsatz

Immer mehr Unternehmen setzen auf den Einsatz von elektronischen Lernmedien für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Eine erfolgreiche Einführung von CBTs und WBTs erfordert jedoch im Vorfeld die Klärung wichtiger Faktoren. Entscheidende Punkte, die für den Einsatz betrieblicher Lernsoftware berücksichtigt werden sollten, sind hier in einer Checkliste zusammengefasst.


1. Weiterbildungsklima

  • Unternehmensleitung, Vorgesetzte und Betriebsräte gehen mit gutem Beispiel voran und bilden sich selbst weiter.

  • Promotoren, die Weiterbildung kontinuierlich und langfristig etablieren sowie Fortbildungen begleiten, werden identifiziert, eingesetzt und gefördert. Eventuell kann ein Arbeitskreis die Promotoren unterstützen.


2. Betriebliche und individuelle Bedarfsermittlung

  • Diskussion über die strategische Positionierung des Unternehmens im Markt.

  • Parallel laufende Umfragen helfen, die Beschäftigten zu sensibilisieren, betriebliche Probleme zu identifizieren und einen Workshop mit ausgewählten Mitarbeitern und Branchenexperten vorzubereiten.

  • Der im Workshop ermittelte Qualifizierungsbedarf wird schriftlich fixiert, zum Beispiels über Metaplan-Technik.

  • Der Promoter führt Einzel- oder Kleingruppengespräche, in denen sowohl die konkreten betrieblichen Erfordernisse als auch die individuellen Ansprüche artikuliert werden.

  • In Abstimmungen mit allen Akteuren legt der Promoter die Weiterbildungsinhalte und -methoden fest. Er formuliert Zeithorizonte, konkrete Lernziele und -methoden sowie benötigte Hilfen.

  • Nicht nur technikzentriert denken: Arbeits-, Lern- und Sozialkompetenz werden immer wichtiger.


3. Einsatz von Technik

  • Wann ist der Einsatz von CBT, WBT usw. sinnvoll? Die finanzwirtschaftliche Perspektive darf bei der Systemauswahl nicht fehlen, sollte allerdings innerhalb der Gesamtbetrachtung keine Hauptrolle spielen.

  • Bei Lern-Neulingen ist die Hemmschwelle beim CBT-Einsatz niedrig, weil sie sich nicht vor Zuschauern und Lehrern blamieren können. Für diese Gruppe sollten in Einzelgesprächen kleine, erreichbare, zugleich herausfordernde Lernschritte vereinbart werden.

  • Bei der Einarbeitung in komplexe Bereiche sollen WBT und Plattformen mit tutorieller Begleitung in Betracht gezogen werden. Für die Einarbeitung ergänzender Aspekte und die Auffrischung des Gelernten bietet sich CBT an.


4. Arbeits- und Lernorganisation

  • Wo soll gelernt werden? An einem Extra-PC, am Arbeitsplatz, zu Hause?

  • Wann soll gelernt werden? Nach eigenen Vorstellungen der Lernenden, nach Vorgaben des Vorgesetzten, nach einem festgelegten Stundenplan, der Arbeitssituation im Betrieb angepasst?


5. Lernen mit Lernsoftware

  • Das Durcharbeiten einer vollständigen CBT/WBT-Lernsoftware lässt sich im Arbeitsalltag kaum durchhalten. Sinnvoller ist es, sich von vornherein nur auf einzelne Kapitel oder Lektionen zu konzentrieren. Etwa durch das Aufrufen bestimmter Einheiten über entsprechende Stichworte im CBT/WBT-Index (Quicklearn-Modus).

  • Der Gesamtprozess im Unternehmen sollte im Blickfeld des Lernenden bleiben und der Lernprozess sich an betrieblichen Aufgaben orientieren.

  • Bei Problemen können alle Lernenden einen internen Ansprechpartner, eventuell den Promoter, hinzuziehen. Ein Moderator sorgt für eine enge Verbindung von Theorie und Praxis, zum Beispiel durch Vergabe von Projektaufträgen.


6. Anwendung des Gelernten und Evaluierung

  • Bewertung etwa anhand der vom Unternehmen zuvor erstellten Kosten-Nutzen-Kriterien, z.B. schnellere und präzisere Realisierung des Weiterbildungsbedarfs, neue Aufträge durch erhöhtes Know-how der Mitarbeiter, schnellere Auftragserledigung durch konsequentere Wissensverteilung, geringere Fluktuation durch erhöhte Motivation der Mitarbeiter. Eventuell auch Vergleich der Alternativen (Präsenzseminar, CBT, WBT etc.).

  • Wird das Gelernte in der Arbeitspraxis nicht angewendet, müssen Promotor, Moderator und Vorgesetzter gemeinsam mit dem Lernenden überlegen, ob man die Arbeitsaufgabe modifizieren kann.


Quelle

Die Checkliste ist dem Beitrag von Frank Hartmann 'Vom e-Learning zum e-Business der Personalentwicklung' entnommen, erschienen in:
Jürgen Graf (Hrsg.): Seminare 2002. Das Jahrbuch der Management-Weiterbildung, 13. Aufl., 2001 managerSeminare Gerhard May Verlags GmbH Bonn.


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