„Weiter, bitte!“ Es klingelt, die Ratsuchenden tauschen die Plätze. Alles muss schnell gehen bei der Veranstaltung, die auf den ersten
Blick aussieht wie ein Speed-Dating: Zehn Coachs sitzen an zehn Tischen, die Coachees haben jeweils zehn Minuten, um mit jedem Einzelnen zu sprechen, reihum, im streng kontrollierten Takt. Zehnmal Probleme, zehnmal Verständnis, zehnmal Rat.
Im herkömmlichen Verständnis ist Coaching ein längerfristiger Prozess: Probleme müssen bewusst gemacht werden, Ursachen aufgedeckt, Lösungen vom Coachee unter sanfter Leitung selbst erarbeitet werden. Zunehmend drängen aber auch Kurzformate auf den Markt, die mit diesem Selbstverständnis brechen: So versuchen manche Anbieter zum Beispiel, klassisches Coaching auf wenige
kurze Sitzungen zu komprimieren, andere wollen durch Nachahmen der Augenbewegungen im REM-Schlaf Verhaltensprobleme in kürzester Zeit lösen. Und Speed-Coachs setzen auf konkrete Ratschläge in Minutenschnelle.
So unterschiedlich sie auch vorgehen: Gemeinsam ist allen Kurzzeit-Coachs: Sie arbeiten strikt lösungsorientiert, langwierige
Ursachenanalysen entfallen. Vorbild ist die Kurzzeittherapie psychischer Störungen, die ähnlich verfährt – durchaus mit Erfolg, wenn auch nur bei bestimmten Fällen. Auch die Kurzzeit- und Speed-Coachs meinen: Probleme sind unterschiedlich, die Lösungsansätze müssen es auch sein. Und manchmal genügt ein Rat: Speed-Coachs gehen daher manchmal auch direktiv vor, ein weiterer Bruch mit klassischen Coaching-Konzepten.
In managerSeminare 144 gehen wir der Frage nach, wie wirkungsvoll Kurzzeit-Coachings wirklich sind: Sind sie eine sinnvolle Ergänzung herkömmlicher Angebote oder nur eine Pseudohilfe mit der Brechstange? Wofür eignet sich das Format und wo liegen seine Grenzen? Und: Ist das überhaupt noch Coaching? Wir interessieren uns für Ihre Ansichten, die wir – wie stets vertraulich
– auswerten möchten. Unter den Einsendern verlosen wir drei Büchergutscheine im Wert von 100 bzw. 50 Euro.