| Strategische Lösungen für REvolutionen®
Dieses Buch enthält meine strategischen Lösungen für die REvolutionen der Neuen Welt, die als Teil der Großen Transformation 21 – von der die Rede sein wird – bereits in vollem Gange sind. In diesen Revolutionen steckt das Potenzial der Zerstörungskraft einer sozialen Kernschmelze, gleichzeitig aber auch eines neuen Wirtschafts- wunders und einer neuen, besseren Gesellschaftsordnung des humanen Funktionierens. Welchen Weg die Entwicklung nimmt, hängt unter anderem von den Lösungen ab, die den Führungseliten weltweit für das Meis- tern dieser immensen Herausforderungen verfügbar sind, welche davon sie als solche erkennen und für welche sie sich entscheiden. Herkömmliche Mittel werden dafür keinesfalls genügen, denn diese haben die heutige Weltkrisenlage maßgeblich herbeigeführt.
Eine transformierende Kraft geht auch von den strategischen Lösungen selbst aus, die ich hier vorlege, denn sie tragen dazu bei, dass sich die Revolutionen rasch vollziehen können, jedoch ohne Gewalt, sondern als die notwendige Befreiung von den aus dem vorigen Jahrhundert stammenden heute dominierenden Denkweisen, von Organisations- und Managementvorstellungen und von den Fesseln längst überholter Organisationsformen und sozialer Problemlösungsprozesse.
Das »Manifest für Corporate REvolution« steht bereits seit 2008 in meinem Buch über Unternehmenspolitik und Corporate Governance. Einige der dort vorhergesagten Entwicklungen sind inzwischen eingetreten, darunter der beginnende Kollaps des Finanzsystems, wie ich ihn auch bereits 2005 beschrieben hatte. Andere tiefgreifende Veränderungen, z. B. in Technologie und Wissenschaft sowie in den sozialen Wertestrukturen der Menschen und insbesondere der jungen Generation, ihrer Weltperspektive und ihres Weltgefühls, sind schon so weit fortgeschritten, dass man sie nicht mehr stoppen kann, sondern diese wo immer möglich beschleunigen und in konstruktive Richtungen lenken sollte. Was bei Erscheinen der erwähnten Publikationen noch von den meisten für völlig unmöglich gehalten wurde, wurde also bereits binnen kurzer Zeit Realität.
2008 schrieb ich, Wissen werde wichtiger sein als Geld, und Information wichtiger als Macht. Die in vollem Gang befindliche Selbstzerstörung des Finanzsystems ist ein Beispiel für Ersteres und die täglich stärker wer- denden globalen Wirkungen der Social Media für Letzteres. Regieren und Führen wird nie mehr so sein wie bisher. Über die Finanzkrise selbst werde ich in diesem Buch allerdings wenig sprechen, denn dazu habe ich seit mehr als 15 Jahren alles publiziert, was dazu zu sagen war – jetzt sprechen die Tatsachen für sich. Auch über die Wissensgesellschaft im engeren Sinne will ich hier nur wenig sagen. Vielmehr stelle ich dieser das nötige Strategiewissen, die Ganzheitlichen Ma- nagement Systeme® mit ihren Navigations-, Informations- und Lenkungssystemen, die neuen Strategiekonzepte und rund ein Dutzend neuer, dimensional besserer Methoden und Tools bereit, die sie braucht, um die neuen Herausforderungen zu meistern und sich selbst gemeinsam mit einer neuen Gesellschaftsordnung zu entfalten.
So wie in früheren Perioden epochalen Wandels wird sich auch dieses Mal fast alles fundamental und radikal ändern. Hatten wir früher z.B. eine Revolution durch Maschinen, so wird es jetzt eine Revolution durch ein radikal neues Funktionieren der gesellschaftlichen Organisation, ihres Managements auf allen Stufen, ihrer Strategie und ihrer Methoden, darun- ter der kybernetischen Selbstorganisation und Selbststeuerung sein. Die Große Transformation 21, also der fundamentale Wandel von der Alten zur Neuen Welt, wird größer als jede andere bisherige Gesellschafts- umwälzung sein, denn sie erfasst die ganze Welt. Je mehr ich mich mit der Wirk-, aber auch Sprengkraft der Großen Transformation und den strategischen Lösungen dafür befasste, desto enger zogen sich die Grenzen der Sprache. Die Komplexität global vernetzter Systeme zu beschreiben und die Gleichzeitigkeit ihrer Veränderungsdynamik in Worte zu fassen, ist ebenso schwierig, wie mit Sprache eine Beethovensymphonie zu vermitteln.
An allen Enden fehlen Begriffe für das Neue, für die Dimensionen und die Geschwindigkeit des Wandels und für das Unwissbare, das er mit sich bringt. Herkömmliche Superlative – wie die »Supers« und »Megas« – würden, selbst wenn sie nicht abgedroschen wären, bei Weitem nicht ausreichen, das Ausmaß der Großen Transformation zu erfassen. Davon abgesehen stammen diese Begriffe aus der Alten Welt und können mehr als deren Vorstellungskraft kaum transportieren.
Gelegentlich muss ich diese Begriffe aber trotzdem benutzen, weil mir bessere fehlen. Wenn z.B. mit den hier eingeführten neuen Methoden gerade die komplexesten Entscheidungen regelmäßig 100-mal schneller ge- troffen werden als bisher, die Effizienz von Teams um mehr als das 80-Fache verstärkt und dort innerhalb von nur drei Tagen Maximalkonsens geschaffen wird, wo vorher soziale Gräben auch den kleinsten Kompromiss blockierten, und wenn diese Lösungskraft bereits in Hunderten von Anwendungen ausnahmslos zum Erfolg führte – welche Begriffe würde man für solche Leistungen am ehesten als passend empfinden? Denn einerseits sollen die radikal neuen Wirkdimensionen verdeutlicht, aber andererseits Großsprecherei und Werbejargon vermieden werden. Bisherige Trans- formationen haben immer auch eine neue Sprache gebracht, weil man das Neue nicht mit alter Sprache formulieren kann, aber diese kann nur gleich- zeitig mit dem Fortschreiten des Wandels entstehen.
Die Große Transformation von der Alten Welt zur Neuen Welt verändert fundamental fast alles, was Menschen tun, warum sie es tun und wie sie es tun, und auch, wer sie sind und welches Weltbild sie haben. Sie revolutioniert das Funktionieren der Gesellschaft und ihrer Organisationen. Doppelt so gut zu funktionieren mit der Hälfte des Geldes ist nur eine von vielen Herausforderungen, deren Lösung nur wenige für möglich halten, obwohl sie bereits Praxis ist. In wenigen Jahren schon wird man sich verständnislos und mitleidig erinnern an die lähmenden politischen Entscheidungsprozesse von heute, an sich selbst blockierende Koalitionen, sich selbstparalysierende Vorstands- und Aufsichtsratsgremien, langsam dahin- modernde Change-Prozesse, an Lethargie und Resignation in den meisten Organisationen, monströse Großkonferenzen ohne Wirkung und an die Hilf- und Ratlosigkeit globaler Organisationen.
Man wird die Führer dieser Organisationen bedauern, aber gleichzeitig auch dafür bewundern, dass sie selbst unter solch unmenschlichen Bedin- gungen noch ihr Bestes gaben und ihre Verantwortung zu erfüllen versuchten, wenn auch immer öfter vergeblich, denn selbst der begabteste Renn- fahrer kann mit einem veralteten Auto kein Rennen gewinnen. Man wird sich aber auch fragen, warum sie nicht schon viel früher die neuen Lösungen an die Hand bekamen, obwohl ich diese längst publiziert hatte und wir sie andernorts bereits hundertfach erfolgreich anwendeten. Denn wer diese Lösungen kennt, sieht sofort auch die neuen Wege, Krisen rasch zu beenden und diese sogar als Beschleunigungsrampen für den Fortschritt in die Neue Welt zu verwenden.
Für mich ergibt sich daraus der ethische Auftrag, mit aller Kraft für die Verbreitung der nötigen Informa- tion über diese neuen, global gesellschaftsrettenden Lösungen zu sorgen.
Mit den durch die neuen Lösungen frei werdenden Geldern, die heute in alten Strukturen sinnlos gebunden sind, werden wir, statt Museen für die überholten Methoden des vorigen Jahrhunderts zu erhalten, z.B. den neuen Typus Universität errichten, der für die nächste Generation bereits von Beginn ihres Studiums an jene Leadership-Fähigkeiten vermittelt, deren Fehlen in die heutige Misere führte – Fähigkeiten wie die Kompetenz, vernetzt und ganzheitlich zu denken, das Wissen über die Systemik als Lehre von den Ganzheiten, die Fähigkeit, Kybernetik als Wissenschaft vom Funktionieren praktisch anzuwenden und mittels der Bionik die besten Lösungen der Evolution auch für das Innovieren der soziokulturellen Organisationen zu nutzen. Dies wäre eine Verstärkung der sozialen Lösungsintelligenz um Zehnerpotenzen, denn dies alles kann in weniger als der Hälfte der Zeit und in einem einzigen, voll kompatiblen und integrierten Studiengang erreicht werden, was mit unseren Tools bereits heute möglich ist.
In den sechs Teilen dieses Buchs geht es zuerst um die Dynamik der Gro- ßen Transformation 21, ihre inhärenten Krisengefahren und Chancenpo- tenziale sowie um die Geburtswehen der Neuen Welt. Die dann folgenden Themen sind die frappierend effektiven kybernetischen Systeme für das strategische Navigieren und die dazu erforderlichen Strategy Maps sowie die empirische Quantifizierung von bereits gegebenen Geschäften und noch unbekannten Geschäftsgebieten, mit denen das Neuland des Innovierens erschlossen wird. Schließlich zeige ich die invarianten Muster in den Gezeitenströmen Großer Transformationen sowie die daraus resultierende Wirtschaftsdynamik und die dafür nötigen Strategien.
Am Schluss komme ich zu den revolutionär neuen Methoden, die es möglich machen, bahnbrechenden strategischen Wandel zielsicher und mit der Zeitkompression von »Lichtgeschwindigkeit« zu bewerkstelligen. Da- mit können auch Wachstum und Größe von Unternehmen auf völlig neue Weise gerade dort mit Leichtigkeit gemanagt und zu Stärken gemacht wer- den, wo herkömmliche Methoden hoffnungslos unwirksam sind. Die fast magische Wirkkraft dieser Methoden kommt aus kybernetischen Kommu- nikationsprozessen, die in bisher unvorstellbarem Ausmaß sowohl kollek- tive Intelligenz verstärken als auch soziale Energien erzeugen. Durch den simultanen Einsatz von innovativen System Design-Tools entstehen durch- schlagend wirksame Intelligenz- und Kraftzentren für das souveräne Meis- tern selbst hyperkomplexer Systeme. »Mega Change of Mega Systems with Mega Speed« wird dann für eine glänzende Zukunft in einer Neuen Welt stehen. |