Rezension:
Noch ein Trainerbuch? Ja, noch ein Trainerbuch! Und endlich eines, das auch von einem Praktiker geschrieben wurde. Vielseitig, tiefgründig, verständlich, praxisnah und erschöpfend.
Auf 450 Seiten wagt sich Jochem Kießling-Sonntag an ein schwieriges Thema für ein schwieriges Klientel: Trainer, Berater, Seminarleiter. Und als hätte diese Berufsgruppe nicht schon genug zu lesen, mutet er ihr auch noch ein seitenstarkes Buch zu. Doch genau das ist richtig. Der Grund: Die vielfältigen Aufgaben sind zu komplex und individuell, um sie hilfreich in ein 5-Minuten-Taschenbuch einengen zu können. Kießling-Sonntag gelingt der Spagat zwischen notwendiger (wissenschaftlicher, psychologischer, pädagogischer) Theorie, praxisorientiertem Einsatz und eigener Erfahrung und Empfehlung. Einen Einstieg findet er über die zahlreichen Trainingskonzepte und Methoden. Zudem wirft er zahlreiche Blicke auf die Trainerpersönlichkeiten und ihre Rollen, bevor er zu Themen wie Auftragsklärung und
Trainingsvorbereitung kommt. Wie es sich für einen Profi gehört, lässt er auch die Themen Seminardynamik, Konfliktsituationen und Evalution nicht aus. Dankenswert auch die Praxisbeispiele vier weiterer Trainer, die einen kompletten Einblick in eines ihrer authentischen Seminare gewähren.
Die sinnvolle Gliederung sowie der Aufbau sind für Profis und Einsteiger gleichermaßen hilfreich, inhaltliche Zusammenhänge zu verstehen. Die Kapitel bauen aufeinander auf, ohne voneinander abhängig zu sein. Jedes Kapitel ist für sich abgeschlossen, so dass ein direktes Nachschlagen und Auswählen einzelner Themen möglich ist. Aussagekräftige Überschriften, die mit dem Inhalt übereinstimmen, geben eine klare Orientierung. Zusammenfassungen der wichtigsten Aussagen aus den jeweiligen Kapiteln bzw. Themenabschnitten verhelfen zu einem schnellen Überblick.
Fazit: Der Autor hat ein neues Standardwerk geschaffen, auf das Trainer zurückgreifen können und sollten – der Neuling zur Unterstützung, der alte Hase zur Ideenfindung und regelmäßigen Reflexion.
Andreas M. Bruns (Leser-Rezension)