Die Ausgangssituation
Barbara Bauer ist Mitte fünfzig, hat studiert und promoviert. Sie arbeitet seit mehreren Jahren in einem großen Unternehmen und übernahm im Anschluss an eine umfassende Reorganisation eine Führungsaufgabe. Da sie ihre Mitarbeiter erfolgreich durch einige Veränderungsprojekte führte, wurde sie für eine Position im oberen Management vorgeschlagen, die sie seit einigen Monaten ausübt.
Als sie ihren Coach anruft, wirkt sie sehr verzweifelt. Sie beschreibt, Angst davor zu haben, in ihrer neuen Rolle zu versagen. Obwohl sie viel und hart arbeitet, gelingt es ihr nicht, in der neuen Management-Rolle anzukommen. Ihr Führungsverhalten ist aus ihrer Sicht in vielen Punkten nicht konsequent genug und sie schildert, in wichtigen Situationen das Empfinden zu haben, als Führungskraft Schwächen zu zeigen, statt mit der Autorität zu agieren, die mit der neuen Rolle auch verbunden sein sollte.
Sie berichtet, innerhalb kürzester Zeit stark zugenommen zu haben und regelmäßig zu viel Alkohol zu trinken. Ihr Mann hat ihr wiederholt zurückgemeldet, dass er sie kaum noch zu Gesicht bekommt, und wenn sie zu Hause ist, würden sich entweder alle Gespräche ausschließlich um ihre Arbeit drehen oder sie würde, müde vom Alkohol, bereits schlafen. Er hat damit gedroht, vorübergehend auszuziehen, wenn sie weiterhin zugunsten der Arbeit ihre Ehe vernachlässigt und ihren Alkoholkonsum nicht einschränkt. Barbara Bauer ist über ihre
berufliche und persönliche Situation sehr unglücklich und möchte durch ein Coaching zu der Sicherheit und Zufriedenheit zurückfinden, die sie beruflich und privat bereits einmal erlebt hat...
Der Coaching-Prozess
In unserem Beitrag beschreibt Coach Gunda Seitz den Coaching-Prozess 'Von Verzweiflung und Wiedergutmachung':
1. Sitzung
- Konkretisierung des Anliegens
- 1. Hypothese
- Dilemma-Zirkel
- 1. Intervention/Übung
2. Sitzung
- Erkennen des eigenen Wertepotenzials
- Persönliche und berufliche Werte und ihre Schnittmenge
3. Sitzung
- Selbststeuerung durch bewusstes Management von Emotionen
- 2. Hypothese
- 2. Intervention/Übung
- Gefühle und relevante Körpersignale
4. Sitzung
- 'Skriptarbeit' mit persönlichem Wertepotenzial verbinden
- Gefühle und Körperreaktionen
- Gefühle und Werte
- Visualisierung des Wertepotenzials
5. Sitzung
- Erfahrungen mit dem Achtsamkeitstraining auswerten, Zwischenbilanz erarbeiten
6. Sitzung
- Selbstverwirklichung oder Sinnverwirklichung?
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