Kontext
- Selbststeuerung
- Gesprächsführung
- Change-Management
- Teamentwicklung
- Führung
- Stress
- Mediation
Theorie
Der Politikwissenschaftler Friedrich Glasl hat zunächst in seiner Promotion zu Konfliktprävention geforscht, seine theoretischen Erkenntnisse aber später in der Praxis als Trainer und Berater umsetzen und überprüfen können. Seine Darstellung der 'Konfliktdynamik' datiert auf die erste Auflage seines Trainer- und Beraterhandbuchs 'Konfliktmanagement' von 1990.
Galsls Definition sozialer Konflikte:
Ein sozialer Konflikt ist eine Interaktion zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.), wobei wenigstens ein Aktor Unvereinbarkeiten im Denken/Vorstellen/Wahrnehmen und/
oder Fühlen und/oder Wollen mit dem anderen Aktor (anderen Aktoren) in der Art erlebt,
dass im Realisieren eine Beeinträchtigung durch einen anderen Aktor (die anderen Aktoren) erfolgt.
Das Modell der 'Konfliktdynamik' beschreibt mögliche psychologische Einzelphänomene, die während eines Konfliktes bei den Beteiligten auftreten können. Es handelt sich sowohl um innerpsychische Vorgänge wie auch in der Außenwelt wahrnehmbares Verhalten.
Das Besondere an Glasls Modell ist die Zusammenführung aller Einzelphänomene. Einige bedingen einander, andere lösen einander aus; in jedem Fall tragen sie, ob einzeln oder in Kombination auftretend, zur Dynamisierung und Eskalation eines Konfliktes bei.
Nicht bei jedem Menschen werden in jedem Konfliktfall alle Phänomene festzustellen sein, aber das Modell verdeutlicht, neben aller Individualität dennoch angemessen schematisiert, die Basismechanismen, die bei jedem Menschen wirken können.
Der Zusammenhang der Vorgänge zwischen Innen- und Außenwelt stellt sich als eine Wechselwirkung dar: Die Vorgänge der Innenwelt haben eine Wirkung auf die Vorgänge der Außenwelt, die wiederum Vorgänge der Innenwelt beeinflussen.
In der Innenwelt finden sich die drei Aspekte 'Wahrnehmung', 'Gefühle' und 'Wille'. Sie bedingen und beeinflussen einander, verstärken sich gegenseitig: Daher könnten die Aspekte auch kreisförmig im Sinne eines 'Teufelskreises' angeordnet werden.
In der Außenwelt unterscheidet Glasl 'Verhalten' und 'Effekte', wobei die innerpsychischen Vorgänge hier Wirkung auf das eigene Verhalten zeigen. Das eigene Verhalten hat wiederum Auswirkungen auf das Verhalten meines Gegenübers (Gegners), aber auch mein eigenes. Daher spricht Glasl an dieser Stelle von subjektiven und objektiven Wirkungen.
Anleitung für das 'Konfliktdynamik-Modell'
Wie Sie das 'Konfliktdynamik-Modell' in Ihren Seminaren anwenden und einsetzen können, zeigt unser Beitrag, entnommen aus: 'Trainer-Kit'. Mit Erläuterungen zu den Aspekten
- Wahrnehmung: selektive Aufmerksamkeit, kognitive Komplexitätsreduktion,
- Gefühle: sozialer Autismus, Fähigkeit zur Empathie nimmt ab, Überempfindlichkeit steigt
- Wille: Regressionseffekt
- Verhalten: Worte, Taten, nonverbale Botschaften
- Effekte: subjektive und objektive Wirkungen
sowie einer Kleingruppenarbeit zu Konfliktdynamik im Alltag, vertiefenden Übungen und einem Gesprächsleitfaden nach dem Konzept der kooperativen Konfliktbewältigung.
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