Anwendungsbereiche
Das Tool kann eingesetzt werden, wenn dem Klienten der Abbau von Stress kaum noch alleine gelingt oder dies nur sehr langsam der Fall ist, so dass ein emotionales Ungleichgewicht vorhanden ist.
Typische Ausgangspunkte für das Life-Balancing können z.B. die Klientenaussagen sein: 'Ich weiß nicht, wie ich diese Woche hinter mich bringe' oder 'Ich kenne mich überhaupt nicht mehr, sonst bin ich immer ganz anders gewesen - irgendwie bin ich nicht mehr der Alte'. Das heißt, die Klienten erleben an sich eine Veränderung, die ihnen nicht nur fremd vorkommt, sondern die sie auch schmerzt.
Solche Situationen entstehen beispielsweise durch
- Enttäuschungen (Wunschvorstellungen erweisen sich als unrealistisch)
- Kreativitätsblockaden (Wahrnehmungs- und Denkhemmungen)
- Kränkungen (Selbstbildverzerrungen)
- Karriereprobleme (Motivationsverlust)
- Entscheidungsdruck (Dilemmasituation)
- Lampenfieber (Angst vor Versagen)
- Wiederkehr alter Probleme (Verdrängung funktioniert nicht mehr)
- Dauerstress (körperlich: Schlafmangel; seelisch: fehlende Freude und Arbeitsmotivation)
Das Verbindende dieser Situationen ist der Erstarrungszustand, den sie beim betroffenen Menschen erzeugen. Der Verarbeitungsprozess ist blockiert.
In Anlehnung an Francine Shapiro, der Begründerin der EMDR-Methode, kann dies als 'small-t-Trauma' bezeichnet werden, das Trauma mit dem kleinen 't'. Shapiro verwendet diesen Begriff für belastende Situationen, in denen eine Person keinen körperlichen Schaden erleidet. Die Belastung entsteht durch eine verächtliche Bemerkung, durch einen Brief mit einem erschreckenden Inhalt oder durch Überforderung.
In Abgrenzung zur Behandlung der Folgen von schwerer psychischer Traumatisierung kann der Ausdruck 'Post-Ereignis-Stress' oder Leistungsstress - abgekürzt PES - verwendet werden. Durch PES bedingte Blockaden und Stresserscheinungen sind als normale und nachvollziehbare Reaktionen eines gesunden Menschen in einem Umfeld erhöhter Leistungsanforderung zu sehen.
Hinweis:
Persönliche Krisen von klinischer Qualität sollten
nicht mit dem Life-Balancing-Tool bearbeitet werden. Ebenso verhält es sich mit fortgeschrittenem Burnout.
Life-Balancing kann dann erfolgreich eingesetzt werden, wenn es um die Bearbeitung von Stressreaktionen eines gesunden Menschen im Umfeld hoher Leistungsanforderung geht.
Zielsetzung und Effekte
Fällt ein Teil des Schlafes zu oft aus oder findet er nur verkürzt statt, fehlt die Verarbeitung von emotionalen Blockaden im REM-Schlaf (REM = Rapid Eye Movement, schnelle Augenbewegungen). Berichtet ein Klient, dass er nachts oft nach drei bis vier Stunden Schlaf aufwacht und kaum mehr wieder einschlafen kann, ist dies ein erster Hinweis auf eine vorhandene Stressblockade.
Life-Balancing stimuliert eine REM-Phase im Wachzustand, indem der Coach Scheibenwischerbewegungen mit seiner Hand vor den Augen des Klienten durchführt. Wenn der Klient mit seinen Augen diesen Bewegungen folgt, beginnt die Zusammenarbeit der linken und rechten Hirnhälfte. Auf diese Weise werden stecken gebliebene Prozesse zum Laufen gebracht, und erstarrte Emotionen beginnen erneut zu fließen.
Anleitung für 'Life-Balancing'
Im folgendem Beitrag (aus: Coaching-Tools) von Verena Nussbaumer (cm-p Consulting AG) erfahren Sie, wie Sie in fünf Schritten das Tool 'Life-Balancing' anwenden:
1. Schritt: Einstieg
2. Schritt: Bewertung von Ausgangssituationen oder einer Erinnerung
3. Schritt: Desensibilisierung
4. Schritt: Verankern
5. Schritt: Abschluss und Anschluss an die Zukunft
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