Dauer
Für die Diagnose in der hier vorgestellten Form benötigt eine Gruppe von max. zwölf Personen 60 bis 90 Minuten.
Anwendungsbereiche
Der 'Kreislauf der Veränderung' kann in unterschiedlichen Phasen von Veränderungsprozessen eingesetzt werden. Er basiert auf dem Trauerzyklus von Elisabeth-Kübler Ross und geht davon aus, dass sich Mitarbeiter in Organisationen immer in irgendeiner Phase des Trauerns befinden. Dies wirkt sich maßgeblich auf ihr Verhalten und ihre Arbeit aus.
Im vorliegenden Beitrag wird die Verwendung des 'Kreislaufs der Veränderung' als Diagnose-Tool beschrieben. Mit ihm wird untersucht, ob die Mitarbeiter bereit sind, frei von Lasten aus der Vergangenheit in die Zukunft zu gehen. Und es zeigt, ob der 'offene Raum' da ist, den es für partizipative und kreative Zukunftsprozesse braucht.
Die Anwendung des Tools eignet sich bestens am Beginn von Veränderungsprozessen oder in Workshops im Vorfeld von wichtigen, richtungsweisenden Veranstaltungen, wie z.B. Zukunftskonferenzen. Idealerweise wird das Instrument im Rahmen eines Diagnose-Workshops mit einem Querschnitt aller betroffenen Mitarbeiter und Führungskräfte (Diagnose-Gruppe) angewandt und zwar als Selbst-Diagnose: Nicht die Moderatorin sagt, was aufgrund der Diagnose-Ergebnisse zu tun ist - die Teilnehmer erkennen selbst, was in der gegebenen Situation die notwendigen Schritte sind, um bereit zu sein für den Weg in die Zukunft und um einen offenen Raum für Partizipation und Kreativität zu schaffen.
Zielsetzung/Nutzen
In vielen Organisationen sind Wörter wie 'Trauer', 'Wut' oder 'Angst' ein Tabu: Es wird nicht darüber gesprochen, somit leugnet man die Existenz dieser Lebenszustände. Doch sie sind da und wirken - oft sehr destruktiv - unter der Oberfläche. Ein zentraler Nutzen des 'Kreislaufs
der Veränderung' besteht darin, dass diese Tabus angesprochen und an die Oberfläche geholt werden.
Ganz bewusst führt der Moderator eine neue, für Organisationen ungewohnte Sprache ein. Er öffnet mit dem 'Kreislauf der Veränderung' einen Raum, in dem das bisher Unausgesprochene erzählt und gehört werden kann und gemeinsame Trauerarbeit möglich ist. Von großem Vorteil ist, dass die Mitglieder der Diagnose-Gruppe bereits zu Beginn eines Prozesses in Kontakt mit diesem Instrument kommen und dadurch von Anfang an eine sehr offene Kommunikation erleben.
Darüber hinaus leistet das Instrument einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Mitarbeiter sowohl sich selbst als auch die anderen neu sehen und besser verstehen. Sie erkennen, dass sie nicht alleine sind mit ihrer Trauer, mit ihrer Angst, mit ihrer Wut. 'Geteiltes Leid ist halbes
Leid', sagt der Volksmund - und genau das trifft hier zu: Die Wirkung des Instrumentes geht weit über die Diagnose hinaus. Seine Anwendung ist bereits ein erster Schritt in Richtung Transformation und Heilung.
Mit dem 'Kreislauf der Veränderung' lässt sich sehr gut klären, ob vor einem geplanten Change-Ereignis noch ein Zwischenschritt eingeplant werden muss, bei dem für alle bzw. für bestimmte Mitarbeiter Trauerarbeit möglich ist und in welcher Form dies idealerweise geschehen kann.
Anleitung für den 'Kreislauf der Veränderung'
Wie Sie das Change-Tool 'Kreislauf der Veränderung' richtig anwenden und einsetzen können, zeigt die Anleitung von Dr. Isabella Klien.
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