Dauer
Die Intervention dauert bei acht bis zehn Teilnehmern ungefähr eine
Stunde.
Anwendungsbereiche
Die Methode eignet sich als Schlusssequenz, wenn die Teilnehmer am Ende des Workshops auf die anstehende Veränderung eingeschworen werden sollen und die Bereitschaft zum Mitmachen aktiviert bzw. verstärkt werden soll. Die Intervention bietet sich vor allem an, wenn
vorhersehbar ist, dass sich ein Erfolg nur einstellen kann, wenn die Beteiligten den Prozess entschlossen, diszipliniert, ausdauernd und mit kontinuierlich hoher Priorität vorantreiben - auch dann, wenn die kurzfristigen Erfordernisse des Tagesgeschäft diese Priorität gelegentlich
infrage stellen.
Besonders hilfreich ist die 'Erfolgsfürsorge' bei der Neuauflage von Veränderungsvorhaben, die in der Vergangenheit schon wiederholt gescheitert sind, weil entweder die Komplexität des Projekts unterschätzt wurde oder das Durchhaltevermögen der verantwortlichen Akteure fehlte. In diesem Fall kann das Tool helfen, die Wachsamkeit gegenüber den erneut zu erwartenden Störungen zu erhöhen und Handlungsoptionen aufzuzeigen.
In der hier beschriebenen Version eignet sich das Tool sehr gut für Gruppengrößen von sechs bis zwölf Teilnehmern. Das Setting kann jedoch auch für den Einsatz in größeren Gruppen modifiziert werden.
Zielsetzung/Nutzen
Veränderungen in Organisationen werden durch Visionen, durch Leidensdruck oder durch Einsicht ausgelöst. Visionsprozesse schöpfen ihre Energie aus der Begeisterung der Visonäre, die ihre Ideen mit emotionalen Reden und bewegenden Ritualen durch das Unternehmen tragen. Leidensdruckprozesse mobilisieren die Beteiligten dadurch, dass es eine offensichtliche Not gemeinsam abzuwenden gilt. Es brennt lichterloh und jedem ist klar, dass sofort und entschlossen gehandelt und der Brand gelöscht werden muss.
Am schwierigsten ist es, die Energien im Unternehmen auf Prozesse zu fokussieren, die aus einer rationalen Einsicht heraus eingeleitet werden - denn hier werden weder die Programme Lustgewinn noch Schmerzvermeidung aktiviert. Stattdessen gibt es eine vernünftige Managemententscheidung, bestimmte Veränderungen schon heute bewusst, systematisch und kontrolliert vorzunehmen, um für die kommenden Herausforderungen gut aufgestellt zu sein.
Das Tool 'Erfolgsfürsorge' unterstützt insbesondere solche einsichtgetriebenen Prozesse. Der Ablauf der Methode sorgt dafür, dass am Ende des Workshops nochmals allen Akteuren deutlich wird, dass die beschlossene Veränderung auf jeden Fall sinnvoll, wenn nicht sogar zwingend erforderlich ist - obwohl vielleicht aktuell noch keine wirkliche Not herrscht, es also (noch) nicht brennt.
Im Sinne einer wirksamen 'Brandvorsorge' beleuchten die Teilnehmer, was passieren wird, wenn das Projekt entweder scheitert oder jetzt einfach nichts passiert. Sie erkennen, dass die dann zu erwartenden Resultate und Entwicklungen keine wünschenswerten Alternativen zum geplanten Vorhaben darstellen. Die Intervention lädt außerdem dazu ein, die Stolpersteine zu identifizieren, die den Erfolg der Veränderung beeinträchtigen oder gar verhindern könnten, um dann lösungsorientiert nach Strategien und Maßnahmen zu suchen, mit deren Hilfe die Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden können.
Anleitung für 'Erfolgsfürsorge'
Wie Sie das Change-Tool 'Erfolgsfürsorge' richtig anwenden und einsetzen können, zeigt die Anleitung von Armin Rohm.
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