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Virtuelle Universität

Virtuelle Universität

Der Begriff der 'virtuellen Universität' erfreut sich großer Beliebtheit und wird oft nicht einheitlich verwendet. Ursprünglich wurde der Begriff eng verknüpft mit der 'Fernuniversität' bzw. mit dem englischsprachen Pendant der 'Distance and Open University'.


Virtuelle Universität

Eine der ältesten ist die Open University in Großbritannien, die ihr Studienangebot unbegrenzt einer breiten Masse an Studierenden, die nicht vor Ort residieren müssen, anbietet.

Mit zunehmender Verbreitung des Internets wird mittlerweile jedoch ein breites Spektrum unterschiedlicher Szenarien mit dem Begriff der virtuellen Universität assoziiert:

Traditionelle, campus-basierte Universitäten, die Online-Komponenten, Online-Kurse oder ganze Studiengänge via Internet anbieten, bis hin zu Universitäten, die die Präsenzuniversität gänzlich ablösen und ihr komplettes Kursprogramm unter 'einem virtuellen Dach' anbieten.
Unabhängig vom Szenario wird in jedem Fall jedoch damit die Vorstellung einer Veränderung der Aufgaben und Tätigkeitsbereiche der öffentlich verantworteten Universität verbunden. Der Übergang von einer traditionellen Universität bis hin zur 'Reinform virtuelle Universität' (d. h. das komplette Studium wird gänzlich im 'virtuellen Raum' vermittelt) kann als fließend betrachtet werden.
Maßgeblich als konstituierendes Merkmal ist hierbei der vorherrschende Virtualisierungsgrad, der die Ausdehnung von Online-Aktivitäten einer Universität charakterisiert.

In diesem Zusammenhang ist das Verständnis von Virtualität keineswegs einheitlich. Im informationstechnologischen Sinne versteht man unter dem Begriff 'virtuell' die Nutzung lokaler und globaler Datennetze (Intra- oder Internet) zur Optimierung der realen Wertschöpfung.
Im betriebswirtschaftlichen Sinne definiert sich Virtualität durch temporäre Netzwerkverbünde zur Erbringung einer bestimmten wirtschaftlichen Leistung unter Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien.
Im Kontext von e-Learning und der Kommerzialisierung von Bildungsprodukten ist der Begriff der Virtualität daher auch im betriebswirtschaftlichen Sinne zu verstehen.

Aus dem Blickwinkel virtueller Universitäten ergeben sich wiederum mehrere Optionen, Netzwerkverbünde zu schließen und auf dem e-Learning-Markt aktiv zu sein. Mögliche Kooperationsformen und angrenzende Bildungsmodelle im e-Learning-Umfeld lassen sich ebenfalls in drei unterschiedlichen Szenarien einteilen:
Universitätsweite Zusammenarbeit, um Lernangebote Studierenden zu offerieren, Kooperationen mit anderen Universitäten für ein Standort übergreifendes Online-Studium sowie Kooperationen mit der Privatwirtschaft.

In Zukunft werden private Bildungsanbieter und virtuelle Corporate-Universities das staatliche Angebot im globalen Online-Bildungsmarkt beträchtlich erweitern. Sie stellen einerseits Konkurrenten für Universitäten dar, andererseits ergeben sich jedoch auch mannigfaltige Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Die neuen Akteure auf einem globalisierten Bildungsmarkt, die als potenzielle Konkurrenten sowie auch als Kooperations- und Netzwerkpartner für Universitäten auftreten können, sind beispielsweise Corporate-Universities, Bildungskonsortien oder Bildungsportale.

Zusammenfassend kann eine virtuelle Universität definiert werden als eine Bildungsinstitution, die ihr gesamtes Lehrangebot online anbietet und im Gegenzug hierfür Studiengebühren verlangt. Sie gehört zum akademischen Sektor, ist oft akkreditiert und die Kernaktivitäten sind identisch mit konventionellen Universitäten.

Konstituierende Merkmale einer virtuellen Universität sind demzufolge:

  • Zugehörigkeit zum akademischen Bildungssektor: staatliche oder private Universität mit öffentlicher Verantwortung, Universitäten sind sehr häufig akkreditiert

  • Verleihung akademischer Grade, Zertifizierung von Abschlüssen

  • Einschreibung als Studierender an der Universität, Entrichtung von Universitätsgebühren für die Teilnahme am Studium

  • Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Kursentwicklung, Wissensvermittlung, Administration bis hin zur Durchführung von Tests und Prüfungen sowie Karriereberatung

  • Hoher Virtualitätsgrad: gesamtes Kursprogramm unter einem 'virtuellen Dach', die Off-Campus-Aktivitäten in der Hochschullehre überwiegen eindeutig.

Kooperations- und Visualisierungsgrad von Universitäten:

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