Training
Häufig verwechseln Trainer Seminare mit Trainings und referieren einfach über optimale Verhaltensweisen in Geschäftssituationen. Die Teilnehmer können dann im Alltag versuchen, diesem Stereotyp zu entsprechen - und geben meistens frustriert auf, da sie aufgrund gänzlich verschiedener Persönlichkeitmerkmale nicht einfach ein sogenanntes 'Idealverhalten' kopieren können.
Ein Training operiert mit individuellem Verhalten und Verhaltensweisen der Teilnehmer. Dies geschieht idealerweise an konkreten Situationen, die aus dem täglichen Erfahrungshintergrund der Teilnehmer stammen.
Ein Team-Training beispielsweise arbeitet mit dem aktuellen Verhalten der Teammitglieder und ihrer Führung, definiert Ziele und begleitet die Gruppe im Prozess.
Und ein gutes Verkaufstraining sollte sich nicht darauf beschränken, den Verkäufer schematisch Abschlusstechniken üben zu lassen. Vielmehr dient es dem Zweck, dem Teilnehmer Feedback zu geben, ihm persönliche Stärken und Schwächen bewusst zu machen und individuelle Verhaltensweisen zu erarbeiten, die seine Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft gegenüber dem Kunden stärken.
Ein Training hat im wahrsten Sinne des Wortes Übungscharakter. Der Trainingsraum wird zur 'Turnhalle', in der Neues ausprobiert, versucht und verworfen werden darf.
So erlauben Rollenspiele den Teilnehmern, ihre Wirkung auf andere zu testen und flexible Verhaltensweisen einzustudieren, gruppendynamische Übungen sensibilieren für die eigene Wahrnehmungsfähigkeit und den persönlichen Kommunikationsstil. Alles, was im tatsächlichen Umgang im Geschäftsleben ein Risiko birgt, darf hier getestet werden.
Das bedeutet nicht, dass ein Training ganz frei von Wissensvermittlung ist. Denn auch im psychologischen Bereich existieren 'hard facts', die gelernt werden müssen. So gibt es in einem fundierten Training immer wieder kurze Inputs des Trainers, die aber nicht nur kognitiv nachvollzogen, sondern auch praktisch erprobt werden müssen.
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