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Kooperatives Lernen

Kooperatives Lernen

Der Begriff 'Collaborative Learning' bezeichnet eine Lehr-/Lernmethode, bei der Studierende in kleinen Gruppen gemeinsam an Zielen arbeiten und voneinander lernen. Im deutschsprachigen Raum finden auch Begriffe wie gruppenbasiertes oder kooperatives Lernen Verwendung, die in der Regel das gleiche meinen...


Kooperaives Lernen

Grundlegende Annahme von Collaborative Learning ist, dass kooperative Teams ein höheres Lernniveau erzielen als Einzelpersonen, die sich den Lernstoff im Selbststudium erarbeiten.

Collaborative Learning reiht sich als Methode in die Lerntheorie des Konstruktivismus ein. Es basiert auf der Idee, dass Lernen ein aktiver, sozialer Akt ist, bei dem die Beteiligten durch das Gespräch und den Erfahrungsaustausch voneinander lernen. Die Teilnehmer integrieren neues Wissen in ihr vorhandenes Wissensnetz, um neue Ideen und soziale Bedeutungen zu generieren. In den Lernprozess fließen somit gleichermaßen affektive wie kognitive Elemente ein - eine zentrale Voraussetzung für nachhaltigen Lernerfolg.

In Seminaren und Workshops kann Collaborative Learning in vielen Formen und Abwandlungen eingesetzt werden. Einige gängige Methoden sind:

  • Das Gruppenpuzzle
    Das Gruppenpuzzle eignet sich aufgrund seines Aufbaus insbesondere für Phasen des Wissenserwerbs und für das Erarbeiten neuer Inhalte. Die Lernenden werden zunächst in gleich große Gruppen - die so genannten Stammgruppen - aufgeteilt. Der Lehrende teilt den Lernstoff bzw. das zu bearbeitende Thema in Teilgebiete auf, wobei innerhalb der Stammgruppen jeder Lernende 'sein' Teilgebiet, welches er gerne bearbeiten möchte, auswählen kann.

    Nachdem jeder Lernende sich seinen Stoff erarbeitet hat, trennen sich die Stammgruppen, und diejenigen Lernenden aller Stammgruppen, die das gleiche Teilgebiet bearbeitet haben, treffen sich in einer Expertengruppe. In dieser vertiefen sie gemeinsam ihre Erkenntnisse, diskutieren offene Fragen und Probleme und üben die Präsentation des Stoffes.

    Anschließend kehren sie als Experten für ihr Teilgebiet in ihre Stammgruppe zurück und geben ihr Wissen nacheinander an die anderen Gruppenmitglieder weiter. In der Stammgruppe werden nunmehr die Expertenkenntnisse jedes Einzelnen zusammengeführt, um sich gemeinsam den gesamten Lernstoff zu erarbeiten.

  • Die Gruppenrecherche
    Die Gruppenrecherche ist eine Methode zur Bearbeitung mehrdimensionaler, facettenreicher Inhalte, die unterschiedliche Sichtweisen erfordern. Das Thema muss sich in einzelne Arbeitsfelder oder Aspekte untergliedern lassen, wobei dies von den Lernenden selbst erledigt wird. Entsprechend der jeweiligen Neigungen der Lernenden werden Untergruppen gebildet. Die Gruppenmitglieder überlegen dann gemeinsam, wie sie die jeweilige Fragestellung bearbeiten wollen, welche Hilfsmittel benötigt werden und welche Aufgaben und Maßnahmen erforderlich sind.

    Nach der Durchführung der Recherchen präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse im Plenum. Anschließend kann eine vertiefende Diskussion erfolgen, beispielsweise denken sich die Gruppen Fragen zu ihrem Teilgebiet aus, welche die Mitglieder des Plenums beantworten müssen. Auf diese Weise bekommen die einzelnen Gruppen Feedback, ob die Inhalte ihrer Präsentation von den anderen Teilnehmern nachvollzogen werden konnten.

    Die Gruppenrecherche erfordert von den Teilnehmern die Fähigkeit zur weitgehenden Selbstorganisation und Selbststeuerung des Lernprozesses. Für wenig motivierte und ungeübte Lernende eignet sich die Methode weniger.

  • Die konstruktive Kontroverse
    Bei dieser Methode versuchen die Lernenden, unterschiedliche Standpunkte zu reflektieren und zusammenzuführen. In Kleingruppen nehmen ein oder mehrere Lernende bestimmte Positionen ein, über die sie mit den anderen Gruppenmitgliedern diskutieren.

    Sinnvoll einzusetzen ist die konstruktive Kontroverse bei komplexen, mehrdimensionalen Fragestellungen, die keine eindeutigen Antworten zulassen. Sie eignet sich sehr gut als Problemlösungsmethode und ist Grundlage zahlreicher Kreativitätstechniken wie z.B. de Bono's 'Six thinking hats'.

  • Die Skript-Kooperation
    Beim Bearbeiten von 'kooperativen Skripts' lesen zwei Lernende einen Text, woraufhin einer der beiden die Inhalte zusammenfasst. Der andere Lernende korrigiert die Fehler, ergänzt Auslassungen etc. Danach überlegen beide, wie sie sich den Lernstoff einprägen können. Anschließend wechseln die Rollen.

    In einer anderen Variante liest jeder Lernende nur noch die Textteile, die er dem anderen erklären muss. Diese Methode eignet sich insbesondere für die Erarbeitung von noch unbekannten Inhalten und die Aneignung von Wissen.


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