Fallstudien
Fallstudien und Planspiele kommen der Forderung nach einem ganzheitlichen Lernen sehr nahe. Sie fördern u.a. die Fähigkeit:
- komplexe Probleme zu analysieren,
- alternative Lösungen in ihren Konsequenzen abzuwägen,
- Wissen situationsgerecht anzuwenden,
- wichtige von unwichtigen Informationen zu unterscheiden und Prioritäten zu setzen,
- strategisch zu denken,
- Entscheidungs- und Handlungskompetenz zu entwickeln.
Durch das Lernen am Modell erkennen die Teilnehmer sehr schnell, wie sie in der Praxis vorgehen müssen und können gefahrlos aus jenen Fehlern lernen, die sie sich im tatsächlichen Geschäftsleben nicht mehr erlauben dürfen. Der Erfolg dieser anspruchsvollen Lernmethode hängt dabei nicht nur von der Realitätsnähe der Fallstudiebzw. des Planspiels ab.
Genauso wichtig ist das pädagogische Können des Dozenten oder Spielleiters. Er muss einerseits Experte für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und Management-Techniken sein, andererseits sollte er auch die Dynamik des Gruppenlernens fördern und steuern können. Dazu gehört es, den Teilnehmern ihre Lern- und Entscheidungsprozesse bewusst zu machen, kooperatives Verhalten zu trainieren und das Verantwortungsbewusstsein zu schärfen.
Das bewusste Einbeziehen des Teilnehmerverhaltens wird bei dieser Lernmethode immer noch sehr stiefmütterlich behandelt. So lautet dann auch die häufige Kritik an Planspiel und Fallstudie, diese würden lediglich der Kennzahlengläubigkeit Vorschub leisten und Unternehmensführung auf einen rein rationalen Erkenntnisprozess reduzieren.
Um die Möglichkeiten dieser Lernmethode voll auszuschöpfen, empfiehlt sich daher ein Wechsel von Spiel- und Entscheidungsrunden sowie moderierten Reflexionsphasen. Wobei sich hierfür das Hinzuziehen eines Verhaltenstrainers empfiehlt.
Auch sollten Fallstudie und Planspiel als Aufbaustufe auf Seminare, Selbststudium oder Computer Based Training (CBT) eingesetzt werden. Bei stark unterschiedlichen Vorkenntnissen der Teilnehmer und elementaren fachlichen Wissenslücken ist der Lerneffekt erfahrungsgemäß deutlich geringer.
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