Kunden-Login


Ihr Warenkorb ist leer
 

Ihr Warenkorb ist leer !

Wege aus der beruflichen Krise: Beispiele und Tipps zur Krisenbewältigung

Wege aus der beruflichen Krise: Beispiele und Tipps zur Krisenbewältigung

Seit Jahren dümpelt die Wirtschaft vor sich hin, die Arbeitslosenzahlen wollen einfach nicht sinken, und immer mehr Firmen sind gezwungen, Mitarbeiter vor die Tür zu setzen. Und wer nicht arbeitslos ist, steckt dafür oft in einer beruflichen Sackgasse... - Grund genug den Kopf hängen zu lassen? - Nein, denn auch in Krisen steckt positives Potenzial, um am eigenen Erfolg zu arbeiten. Wir verraten, wie Sie Krisen für sich nutzen können.

Kostenfrei
für angemeldete Benutzer
kostenfrei laden

Wie neue Ideen aus Krisen entstehen


Beispiel: Not macht erfinderisch

Nach der Übernahme des Traditionsunternehmens Eduscho durch die Firma Tchibo im Jahr 2001 erhalten viele Mitarbeiter ihre Kündigung, unter anderem auch zwei erfahrene Kaffeeexperten. Trotz ihrer Erfahrung sehen beide Spezialisten keine Chance mehr, eine vergleichbare Anstellung in der desolaten Kaffeebranche zu bekommen. Aber beide wollen sich nicht in das Schicksal der Arbeitslosigkeit fügen. Stattdessen setzen sie sich zusammen und brüten eine neue Idee aus: Nach dem Vorbild der so erfolgreichen Brotbackmaschinen wollen sie einen Mini-Kaffeeröster für den Hausgebrauch entwickeln. Sie investieren ihre Abfindungen, belasten ihre privaten Wohnhäuser und investieren ca. 1 Million Euro in diese Idee.

Zwei Jahre später gewinnt der Prototyp auf der Neuheitenmesse in Nürnberg die Goldmedaille. Inzwischen ist ein Patent auf die Maschine erteilt worden und die ersten 1.000 Exemplare sind verkauft. Keine Wundergeschichte nach amerikanischem Vorbild, aber ein Beispiel dafür, wie aus Krisen neue Ideen und Chancen entstehen.

Positives aus Krisen ziehen

  • Krisen liefern Impulse, ernsthaft etwas zu verändern.

  • Je zwanghafter wir an alten, ehemals bewährten Mustern festhalten, desto stärker wird unser 'Tunnelblick', durch den wir die Chancen übersehen, denen wir täglich begegnen.

  • In Niederlagen liegt die Chance, zu sich selbst, den inneren Werten und der existenziellen Stärke zurückzufinden, die wir für neue Erfolge benötigen.

  • Krisen geben den Ausschlag, persönliche Bilanz zu ziehen und daraus neue Trends und Marktchancen abzuleiten: verborgene, bisher ungenutzte Fähigkeiten, persönliche Bedürfnisse, Sehnsüchte, Ziele.

  • Wir lernen, persönliche Stärken und Schwächen zu verstehen und zu akzeptieren. Dieses Verständnis führt zu dem Gefühl für den eigenen Wert und die eigene Würde.


Auf die richtige Einstellung kommt es an


Beispiel: Frustration demotiviert

Ein Trainings-Teilnehmer klagt über seine niedrige Frustrationstoleranz und das starke Bedürfnis nach Anerkennung durch seine Kollegen. Bei der Durchführung verschiedener Übungen erkennt er die Ursache hierfür selbst: Er tendiert dazu, seine Projekte mit hohen Zielvorgaben auf breiter Front zu starten und übersieht dabei die kleinen Details. So nimmt er sich selbst die kleinen Erfolgserlebnisse und die Motivation, die nötig wäre, kleine Niederlagen zu überstehen und seine Aufgaben letztendlich erfolgreich zu beenden. Seine Schlussfolgerung: Er muss lernen, nicht nur das große Ganze zu verfolgen, sondern auch die Details zu achten und wertzuschätzen. Erst durch das Relativieren seiner Wertevorstellungen ist er nicht mehr Opfer seiner eigenen Ansprüche, sondern kann 'pro-aktiv' Entscheidungen revidieren, sein Handeln den Umständen entsprechend anpassen und wieder erfolgreich sein.

Den Sinn von Werten erkennen und nutzen

  • Menschen sind abhängig und fremdbestimmt, wenn sie nur nach den Bedürfnisse anderer handeln. Sie re-agieren nur, statt ihr Leben aktiv in die Hand zu nehmen, machen andere für ihre Situation verantwortlich und beklagen sich darüber.

  • Erst durch tiefgreifende emotionale Erlebnisse, wie sie in Persönlichkeitstrainings möglich sind, lernt das Unterbewusstsein, seine Einstellung zu den Dingen zu verändern. Oft sind es individuelle, kleine Details, die eine positive Herangehensweise verhindern, die aber im spielerischen Umgang mit Aufgaben als destruktiv erkannt und durch konstruktive ersetzt werden können.

  • Die persönlichen Wertevorstellungen beeinflussen oft unser Handeln positiv oder negativ. Alte, überholte Wertevorstellungen zu erkennen und zu bearbeiten, ist ein wichtiger Schritt, Krisen zu überwinden und die Kraft für einen Neubeginn zu finden.

  • Wer einseitig nur für materielle Werte und Sicherheit gelebt hat, verliert in der Krise schnell den Sinn seines Tuns. Was soll ihn motivieren, wenn der Lohn fehlt? Woran will er messen, was gut oder schlecht ist? Es ist die Chance, die ideellen Werte wiederzuentdecken. Sie geben dem Leben wieder einen Sinn, auch ohne die gewohnte materielle Sicherheit.

  • Es gilt herauszufinden, was einem persönlich im Leben am wichtigsten ist, und zwar durch Selbstbeobachtung und Selbstreflexion: Was mir in meinem Leben besonders wertvoll? Worauf möchte ich auf keinen Fall verzichten?


Neue Visionen mit Hilfe der Disney-Strategie


Beispiel: Genies

Oft bewundern wir kreative Menschen um ihre Fähigkeiten. Künstler wie Pablo Picasso, Charly Chaplin oder Walt Disney scheinen von einer einmaligen Begabung getrieben worden zu sein, die den meisten von uns zu fehlen scheint. Sie waren Menschen, die neue Ideen wie am Fließband produzieren konnten. Denen es scheinbar sehr leicht fiel, Visionen zu entwickeln und diese erfolgreich umzusetzen. Aber ist das wirklich so? Muss man ein Genie sein, um neue, bedeutende Ideen zu haben? Was macht Genies erfolgreich?

Studiert man die Biografien dieser 'Genies', so erkennt man einige Gemeinsamkeiten:

  • Sie sind selbstbewusste, eigenwillige und konsequente Menschen, die nicht nur einseitig begabt, sondern vielseitig engagiert sind.

  • Sie sind sensible Träumer: Ihre grenzenlose Kreativität entspringt einer bedingungslosen Unabhängigkeit von gesellschaftlichen und kulturellen Normen. Ihr uneingeschränktes Denken wird möglich, weil sie sich von Bedenken und Erfahrungen frei machen können und ihren Emotionen freien Lauf lassen. So können sie Grenzen überschreiten und die Welt in ihrer Phantasie neu definieren.

  • Sie sind realistische Macher: In einer großen Idee erkennen sie sofort den Weg zu einer erfolgreichen Umsetzung. Sie planen die notwenigen Einzelschritte, können Prioritäten setzen, Beziehungen knüpfen, notwendige Kompetenzen einbinden und konsequent handeln.

  • Sie sind konstruktive Kritiker, hart gegen sich und andere: Wenn das Ergebnis nicht der ursächlichen Idee entspricht, sind sie bereit, von vorne zu beginnen. Für sie zählt ausschließlich ein hundertprozentiges Ergebnis. Bedenken dienen nicht dazu, die Idee zu blockieren, sondern werden zum Anlass für Verbesserung und Erweiterung genutzt.


Die Disney-Strategie

Jede dieser verschiedenen Eigenschaften ist entscheidend für den Erfolg. Walt Disneys hat diese Technik des gezielten Rollenwechsel erstmalig bewusst angewandt und zur Entwicklung neuer Zeichentrickfilme eingesetzt. Wichtig war ihm, dass jede Rolle hundertprozentig gelebt wurde, ohne von anderen Einflussgrößen gestört zu werden. Er ließ dazu für jede der drei Rollen unterschiedliche Räume einrichten, um durch deren Ausstattung in einen für die Aufgabe günstigen mentalen Zustand zu gelangen:
  • Im Raum des Träumers ist jede Kritik, jede Bewertung, jede Diskussion verboten. Hier wird der Phantasie freien Lauf gelassen – unabhängig davon, ob es realisierbar ist. Denn die wichtigste Regel in kreativen Prozessen ist, sich in keiner Weise einzuschränken oder einzuengen. Kreativität kennt keine Grenzen, keine Verbote und keinen Zeitdruck. Nur wer seinen Träumen freien Raum lässt, kann sich von ihnen inspirieren lassen.

  • Im Raum des Realisten werden die Wege zur Umsetzung entwickelt, ohne eine Stellungnahme zu Nutzen oder Qualität der Idee. Den Realisierer interessiert nicht 'ob', sondern 'wie' die Realisierung möglich ist. Er strukturiert die einzelnen Schritte der Umsetzung, recherchiert notwendige Ressourcen, Zeitrahmen und Entscheidungskriterien.

  • Mit dem fertigen Plan geht es in den dritten, den Raum des Kritikers, wo die Pläne wieder zerrissen werden dürfen. Hier werden die Fehler, die Schwachpunkte und Illusionen rücksichtslos aufgezeigt. Der Kritiker ist Pessimist. Er baut nicht auf Hoffnungen oder Zufälle sondern prüft, ob die Idee alle erdenklichen Widerständen trotzen kann.

Mit dieser Kritik tun Sie etwas ganz Überraschendes: Sie gehen wieder in den Raum des Träumer, nehmen sich die einzelnen Kritikpunkte vor und optimieren ihre Vision solange, bis sich alle Einwände in Luft auflösen und eine erweiterte und verbesserte Vision vorliegt. Diese wird wiederum dem Prozess des Realisierens und Kritisierens ausgesetzt, solange bis ein schlagkräftiger Plan vorliegt und dem Kritiker nichts mehr einfällt.

Die meisten Menschen sind eher einseitig veranlagt. Vielen liegt die Rolle des Kritikers oder des Realisierers besonders gut, aber sie haben große Schwierigkeiten, zu träumen und kommen deshalb kaum zu neuen Ideen. Anderen fällt es leicht, sich in eine Phantasiewelt einzulassen, für sie ist es schwer, ihre Träume umzusetzen.

In der Disney-Strategie geht es darum, Träumer, Realisten und Kritiker ins Gleichgewicht zu bringen. Diese Technik hilft, zum Beispiel den Träumer zu stärken ohne die beiden anderen Rollen zu schwächen. Leben Sie jede Rolle hundertprozentig, dann treffen Sie hundertprozentige Entscheidungen und werden Ihre tragfähige Vision entwickeln.


Die Bedeutung von freien Entscheidungen


Beispiel: Ja-Sager

Ein selbständiger Unternehmer bittet einen Coach um Unterstützung. Er ist ein erfolgreicher Marketing-Berater, der seine Vision der Selbständigkeit konsequent realisiert. Trotz seiner beruflichen Erfolge fühlt er sich ausgelaugt und frustriert. Durch das Coaching will er seine verloren gegangene Motivation wiedergewinnen. Er erklärt, wie sehr ihn die beruflichen Anforderungen, die vielseitigen Kundenkontakte und zwischenmenschliche Probleme belasten. In intensiven Einzel-Sitzungen wird ihm langsam bewusst, was seinen Beruf für ihn so besonders wertvoll macht: Die immer neue berufliche Herausforderungen und der ausgeübte Einfluss seiner beratenden Tätigkeit.

Durch sein Sicherheitsdenken und die steigenden finanziellen Abhängigkeiten hat er unbewusst immer häufiger gegen seine ureigenen Interessen verstoßen. Aus Gründen der finanziellen Sicherheit hat er Aufträge angenommen, die ihn beruflich nicht mehr fordern und wenig partnerschaftliches Arbeiten ermöglichen. Die Routine dieser Jobs zermürbt ihn, weil ihm die zwei wichtigen Motivationsfaktoren fehlen: Die persönliche Weiterentwicklung und sein Anspruch an ein menschliches Miteinander.

Indem er sich seiner Wertevorstellungen bewusst wird, kann er ein einfaches Entscheidungsmodell aufstellen:

  • Alle in Zukunft zugesagten Aufträge sollten mindestens zwei von drei ihm wichtigen Kriterien erfüllen: 1. Gewinn bringend sein. 2. Fachlich herausfordernd sein. 3. Partnerschaftliches Arbeiten ermöglichen.

  • Wird nur ein Punkt erfüllt, so will er den Auftrag ablehnen.

Nach diesem Muster entscheidet er trotz des finanziellen Risikos, sich von einem Kunden ganz zu trennen. Durch den Mut zu solch einer klaren Haltung findet er zu seiner alten Stärke und Motivation zurück. Innerhalb weniger Wochen gewinnt er nur durch sein selbst-bewussteres Auftreten mehrere interessante und lukrativere Aufträge, die den Verlust mehr als wett machten.

Die richtigen Entscheidungen treffen
Aus dieser Geschichte können wir ablesen, welche Kraft in der Möglichkeit der eigenen freien Entscheidung liegt. Ganz gleich, in welcher Situation wir uns befinden, wir können zu allem Ja und Nein sagen. Wenn wir uns einer Situation anpassen, ist es unsere freie Entscheidung. Niemand anderes trägt dafür die Verantwortung als wir selbst.
  • Entscheidungen zu treffen macht stark und selbstbewusst, auch wenn sich später herausstellen sollte, dass es eine falsche Entscheidung war. Denn wir besitzen jederzeit die Freiheit, uns auch dagegen entscheiden zu können.

  • Das Leben ist kein Schicksal, sondern jederzeit von uns zu gestalten. Gefühle wie Ohnmacht, Hoffnungslosigkeit oder Hilflosigkeit sind nicht Ergebnis einer unangenehmen Realität, sondern Folge einer nicht bewusst getroffenen Entscheidung.

  • Wer die Kraft des freien Willens durch eigenes Tun erfahren und nutzen gelernt hat, kann die Angst vor Krisen und Niederlagen überwinden.

  • Jede Krise, jede Niederlage, jeder Schicksalsschlag ist eine Gelegenheit, unsere pessimistische Sichtweise zu verlassen und das Gute darin zu sehen, zum Beispiel die Tatsache, dass wir dadurch gezwungen werden, uns aufs Neue frei zu entscheiden und Neues auszuprobieren.


eBook 'ÜberLebensZeit'

Dieser Beitrag wurde managerSeminare online mit freundlicher Genehmigung von Michael Blochberger, Coach, Persönlichkeitstrainer und Leiter des Institus CIT, zur Verfügung gestellt. Den vollständigen Beitrag können Sie im kostenlosen Kurz-eBook 'ÜberLebensZeit' nachlesen, das Sie hier als PDF-Datei laden können.


Quelle und Linktipp

Michael Blochberger
CIT Institut für Corporate Identity & Teamentwicklung
Butlandskamp 8
28357 Bremen
Tel.: 0421/2007460
Fax: 0421/2007464


ANZEIGE
  
drucken versenden

RSS-Feed bookmark

ANZEIGE

Suche in Tools/Wissen/Recht und Lexikon


© 1996-2017, managerSeminare Verlags GmbH, Endenicher Str. 41, D-53115 Bonn
Mobile-Ansicht



OK

Wir verwenden Cookies, um Ihre Zufriedenheit auf unserer Website zu steigern. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen finden Sie hier