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Online Lectures richtig planen und durchführen

Online Lectures richtig planen und durchführen

Immer mehr Trainer kommen auf den Geschmack, Ihre Seminare im Internet abzuhalten oder sie mit e-Learning-Modulen zu ergänzen. Doch nur wenige wissen, wie man die neuen Medien richtig einsetzt und wie man Seminare als WBTs didaktisch aufbereitet. Hier finden sie eine Anleitung zur Gestaltung von Online Lectures mit Checkliste.

Online Lectures

Das charakteristische Merkmal von Online Lectures ist, dass ein Dozent aktiv mehreren Lernenden Informationen übermittelt. Es liegt eine 1:m-Kommunikationsbeziehung vor. Für die Lehrform Online Lectures können zwei grundsätzlich unterschiedliche Lehrformen unterschieden werden:

Variante I (LIVE): Synchrone Übermittlung:

an dem Referat oder der Vorlesung nehmen alle Teilnehmer zur gleichen Zeit teil (Live-Veranstaltung).

Variante II (PLAYBACK): Asynchrone Übermittlung:

die Lernenden oder auch Informationssuchenden können Aufzeichnungen abspielen ('Media on demand' als Playback-Veranstaltung).


Orientierungsphase

In dieser Phase werden Hilfestellungen gegeben, für welche Lernsituationen Online Lectures geeignet sind:

  • Kognitive Zielsetzung:
    Besonders für die Erarbeitung von Wissen oder die schnelle Übermittlung von Informationen geeignet. In erstaunlich schneller Zeit können räumlich weit entfernte Teilnehmer über einen Sachverhalt aufgeklärt werden. Allerdings erreicht man anhand dieser relativ passiven Lehrform kaum komplexere kognitive Lernziele, wie beispielsweise Problemlösungsfähigkeiten.

  • Lernvoraussetzungen:
    Besonders für Zielgruppen, die nur wenig Vorkenntnisse von den zu vermittelnden Lerninhalten besitzen, daher eher zum Einstiegs- bzw. Überblickslernen geeignet; darüber hinaus auch für das schnelle Updaten eines bestimmten Kenntnisstands.

  • Benötigte Informationen:
    Die Informationsaufbereitung ist sehr elementar, alle Informationen werden dem Lernenden vorgegeben und präsentiert. Der Lernende muss sich mit den gegebenen Lernmaterialien schnell zurechtfinden. Da in der Reinform nur wenig Möglichkeiten der Interaktion bestehen, nimmt die Qualität der Präsentationsinhalte und -aufbereitung einen sehr hohen Stellenwert ein.

  • Orientierungswissen:
    Für komplexe Sachverhalte zweckmässig, die zum Verstehen des Lernstoffes sehr viel Orientierungswissen verlangen, das nur schwer von den Lernenden selbst z. B. anhand von Beispielen abgeleitet werden kann. Des Weiteren auch für Wissen, bei dem es viel zu aufwendig wäre, die Lernenden dieses Wissen selbst aktiver erarbeiten zu lassen, beispielsweise bei neuem Produktwissen, das die Mitarbeiter zur Kundenberatung benötigen. Dabei handelt es sich vielmehr um das Updaten mit neuesten Informationen, um den Wissensstand der Mitarbeiter schnell zu aktualisieren.

  • Verfügbare Zeit:
    Steht für die Bildungsmaßnahme wenig Zeit zur Verfügung, können Online Lectures ebenfalls eine geeignete Lernmethode darstellen. Jedoch muss man sich der eher niedrigeren Lerneffekte aufgrund der passiven Informationsaufnahme bewusst sein. Daher ist diese Lernmethode für komplexere Lernprozesse eher nicht zu empfehlen.


    Vorbereitungsphase

    Die Vorbereitungsphase hängt davon ab, um welche Variante von Online Lectures es sich handelt:

    Variante I Live:

    • Für die PC Übertragung sind vor allem Desktop-Videoconferencing Systeme einzusetzen. ISDN-basierte Lösungen haben hier die höhere Qualität; internetbasierte Lösungen sind jedoch sehr kostengünstig möglich, besonders für Teilnehmer, die räumlich weit voneinander entfernt sind. Sinnvoll einzusetzen sind darüber hinaus Tools für Online Chat, Whiteboards sowie Application Sharing, wodurch ein höherer Interaktionsgrad mit den Teilnehmern erzielt werden kann als in der ursprünglichen Reinform.

    • Aufbauend auf diesen Basis-Kommunikationstechnologien sei an dieser Stelle als Beispiel eines webbasierten Kursautorensystems der LearningSpace von Lotus [früher: Online Learning Server von Data Beam, Anm. d. Red.] aufgeführt; er bietet eine Kursumgebung und einfache Handhabung von Online Lectures. Darüber hinaus stehen Zusatzfunktionalitäten zur Verfügung wie beispielsweise eine Liste aller Teilnehmer – Zuhörer können die Hand heben (Handraise-Funktion) oder die Kontrolle des Shared Workspaces kann vom Dozenten an einen Studenten übergeben sowie wieder zurückgenommen werden.


    Variante II Asynchrones Playback

    Für das Aufzeichnen und Abspielen von Lerninhalten können folgende Möglichkeiten in Betracht gezogen werden:

    • Präsentationen, die als HTML-Format auf dem Web zur Verfügung gestellt werden.

    • Präsentationen, die zusätzlich mit Audio, gesprochenem Text, angeboten werden,

    • Nur Audiosequenzen, um den Lernenden den gesprochenen Text zur Verfügung zu stellen,

    • Videosequenzen, um beispielsweise eher kürzere Vorträge oder auch Interviews einflechten zu können.


      Checkliste

      Planung

      • Planen Sie eine Live Präsentation nicht länger als 30 Minuten, die Konzentrationszeit bei dieser Online Form ist noch kürzer als in einer traditionellen Seminarform.

      • Beschreiben Sie Ihr Zielpublikum noch konkreter und gewissenhafter. Da Sie sich keinen schnellen Überblick über die Zuhörerschaft verschaffen können, ist dies in der Planungsphase umso stärker zu berücksichtigen. Was sind der Wissensstand und die Erfahrungen, was sind die Bedürfnisse und Ziele, versetzen Sie sich in die Lage Ihrer Zuhörer.

      • Definieren Sie die Ziele des Vortrages noch konsequenter und formulieren Sie die Ziele sehr klar (stick to the point). Planen Sie eine Einleitung, Hauptphase und einen Schluss.


      Vorbereitung

      • More Practice! Die Präsentation sollten Sie intensiv im Vorfeld üben, so als würden Sie vor einem sehr grossen Publikum ein Referat halten; so lange Einüben, bis Sie sich sehr sicher fühlen.

      • Bereiten Sie eine gute Einleitung vor: die Einstiegsmotivation zu finden, ist sehr wichtig; warum ist diese Präsentation für den Zuhörer interessant?

      • Die Bedeutung von «Story Telling» ist hierbei elementar, besonders wenn es darum geht, Erfahrungswissen einprägsam zu vermitteln. Berichten Sie von einem passenden Ereignis, «Stories» sind sehr anschaulich und bleiben lange haften.

      • Illustrieren Sie Hauptargumente mit Begründungen und Anschauungsmaterial, wie z. B. Statistiken, Analogien, Metaphern, Demonstrationen, Attesten, Ereignissen, Beweisstücken.

      • Beachten Sie Anschaulichkeit und logische Gedankenführung.

      • Finden Sie ein einprägsames Schlusswort, mit dem Sie z. B. den Hauptnutzen, eine motivierende Aussage oder eine überzeugende Zusammenfassung liefern können.


      Variante 1: Phase Präsentation

      • Schicken Sie eine Begrüssungsnachricht per E-Mail an die Teilnehmer im voraus als Auftakt zu dieser Bildungsmaßnahme, indem Sie nochmals an die Zeit erinnern. Selbst wenn Sie im Schedule in der Kursumgebung die Zeiten angegeben haben, ist es besser, Sie schicken ein Erinnerungsmail kurz vorher.

      • Machen Sie einen positiven ersten Eindruck, starten Sie gut.

      • Sehen Sie in die Kamera, als würden Sie die Menschen «dahinter» sehen. Achten Sie auf eine selbstbewusste Körpersprache (falls mit Video). Reden Sie laut und deutlich, verwenden Sie eher kürzere, unkompliziertere Sätze.

      • Ermuntern Sie unbedingt Ihre Online Studenten zu einer Interaktion, damit diese auch die Tools und Techniken lernen und die Hürden allmählich überwinden, am besten durch kleine Aufgaben oder Übungen, die den Studenten auch Spaß machen und sie motivieren.


      Variante 2: Phase Aufzeichnung

      Die Aufzeichnung ist u.a. geeignet für Interviews oder Filmmaterial, die in kurzen Sequenzen übers Web können. Für die Entwicklung von Web Videos kann folgendes Vorgehensmodell aufgeführt werden:

      • Projektplanung: Ziel und Zweck, Zeit- und Kosteneinteilung, Storyboard, Distribution und Format,

      • Filmproduktion: Ausstattung, Aufnahme (Ton ist besonders wichtig! Vermeiden hektischer Bewegungen),

      • Digitalisierung: Vorbereitungen, Capture-Weisheiten, Capturing,

      • Komposition: Rohschnitt der Videosequenz, Verfeinerung des Schnittes, Encoding,

      • Publikation: Umfeld der Sequenz, Betreuung der Internetseite.


        Evaluationsphase

        Die Evaluation dieser Lernmethode ist ebenfalls davon abhängig, welche Variante im Einsatz ist.

        Bei Variante 1 Live, den Online Lectures im synchronen Modus, kann auch eine formative Evaluation, d. h. während der Veranstaltung stattfindende Evaluation, in Form von Rückfragen durchgeführt werden. Der Dozent kann Rückfragen oder motivierende Zwischenfragen stellen, um ein Feedback zu erhalten, ob die Teilnehmer engagiert bei der Sache sind.

        Beim LearningSpace von Lotus beispielsweise haben Dozierende die Möglichkeit, eine Multiple Choice Frage zu stellen, welche die Teilnehmer dann einfach durch Anklicken beantworten können. Auf einen Blick kann der Dozent feststellen, wie viele der Teilnehmer aktiv wurden und inwieweit die Lerninhalte verstanden wurden. Umgekehrt können die Teilnehmer die 'Hand Raise' Funktion nutzen, um sich selbst zu Wort zu melden. Werden derartige Funktionen in Verbindung mit klaren Regeln kommuniziert, z. B. der Regel, dass Zwischenfragen sehr erwünscht sind, kann dadurch eine formative Evaluation unterstützt werden.

        Bei der Variante 2 Playback ist eine formative Evaluation nicht möglich.

        Für die summative Evaluation sind vor allem folgende Kriterien wichtig, die sich zum einen auf den Dozenten selbst beziehen und zum anderen auf die Qualität der dargestellten Präsentation:

        • Klare Aussprache des Dozenten, gute Tonqualität (sehr wichtig, noch wichtiger als Bild), trotz 'Kommunikationsbarriere Kamera' natürliche Erscheinung, persönliche Note setzen mit Erfahrungswissen.

        • Ziele klar formuliert und kommuniziert, Zielgruppe angesprochen.

        • Nachvollziehbare, nicht zu komplexe Struktur des Themas (da längstens 30 Minuten gesprochen werden sollte, nicht zu viele Gliederungspunkte und -ebenen).

        • Das Wichtigste auf den Punkt gebracht (gilt besonders für Online Lectures: weniger ist oft mehr!).

        • Qualität der Präsentation: Lesbarkeit, Ideenreichtum, sinnvolle und ansprechende Grafiken.

        • Anschaulichkeit: mit Fallbeispielen aufgelockert und angereichert mit Erfahrungswissen (Story Telling!).


        Quelle und Buchtipp

        In Kooperation der Swisscom mit dem Learning Center der Universität St. Gallen ist ein sprachlich gut aufbereites, inhaltlich fundiertes und praktisch anwendbares Handbuch für Trainer und Lehrende entstanden, die erstmals online Seminare durchführen möchten. Hier findet man Muster für didaktische Inszenierungen, die auf verschiedene Inhalte anwendbar sind. Das Kapitel 'Online Lectures', dem dieser Beitrag entnommen wurde, ist nur ein kleiner Ausschnitt der unterschiedlichen Lehr- und Lernmöglichkeiten, die das Internet bietet:

        Sabine Seufert, Andreas Back, Martin Häusler: E-Learning - Weiterbildung im Internet. Das 'Plato-Cookbook' für internetbasiertes Lernen. SmartBooks Publishing, Kilchberg 2001.


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