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'Grau ist alle Theorie' - ein Satz, der für Personalentwicklung und Weiterbildung sicherlich nicht zutrifft. Dort sieht man sich häufig mit einem kunterbunten Mix an Theorien konfrontiert. Gelegentlich werden sie mit trend-konformen Schlagworten ein wenig aufgepeppt, bisweilen erscheinen sie fragwürdig, hin und wieder überzeugen sie auf den ersten Blick durch ihre bestechende Plausibilität. Warum nur, so ertappt sich dann der gestandene PE-Profi, arbeite ich nicht schon seit Jahren so?
Doch in der Regel wissen Weiterbildner und Personalentwickler ab einem gewissen Maß an Berufserfahrung nur zu gut, dass die Umsetzung die eigentliche Herausforderung in jedem Weiterbildungskonzept darstellt. Und die Theorien kommen häufig nur so überzeugend
daher, weil sie den Beweis ihrer Praxisrelevanz und -tauglichkeit nie angetreten haben.
Der Graben zwischen Theorie und Praxis, zwischen Anspruch und Wirklichkeit scheint in der Weiterbildung besonders groß zu sein. Dieses Manko wird offensichtlich auch den Bildungspolitikern, einschlägigen Verbänden und öffentlichen Institutionen zunehmend bewusst.
Seinen sichtbaren Ausdruck findet es in den inzwischen reichlich verliehenen Preisen und Awards, denen eines gemeinsam ist: Sie prämieren beinahe durchweg die erfolgreich gestaltete Weiterbildungspraxis jenseits fundierter Theorie und Feldforschung.
So verwundert es nicht, dass gelungen umgesetzte Weiterbildungsmaßnahmen gerade bei den Praktikern auf reges Interesse stoßen. Dies gilt erst recht in Krisenzeiten, in denen sich Trainer und Personalentwickler verstärkt mit der Forderung ihrer Auftraggeber und Vorgesetzten konfrontiert sehen, schnell mess- und vorzeigbare Ergebnisse ihrer Arbeit nachzuweisen.
Wir stellen Ihnen im folgenden Beitrag (aus: 'Jahrbuch Seminare 2007') fünf prämierte Maßnahmen vor. Der besseren Vergleichbarkeit wegen geschieht dies nach einem einheitlichen Raster, aus dem sich das jeweilige Vorgehen in Konzeptions-, Umsetzungs- und Transferphase erschließt. Natürlich lässt sich kein Konzept 1:1 übertragen. Auch kann jedes Konzept, das einmal in der Praxis erfolgreich funktioniert hat, beim nächsten Mal scheitern. Es bedarf immer der spezifischen Anpassung an Teilnehmervoraussetzungen, Lernumfeld, Unternehmenskultur und -ziele. Nichts spricht aber dagegen, einzelne Elemente zu adaptieren und weiterzuentwickeln.
Gute Konzepte liefern zudem Ideen, die auch in einem anderen Kontext sinnvoll genutzt werden können. In der Mehrzahl sind es nämlich die kleinen Kniffe, Anregungen und persönlichen Erfahrungen von Berufskollegen, die Personalentwicklern und Trainern helfen, die Hürden im eigenen Arbeitsalltag leichter zu nehmen. Abschließend soll indes ausdrücklich darauf hingewiesen werden, was bei aller Unterschiedlichkeit an Inhalten, Methodik und Zielsetzungen die vorgestellten Programme gemeinsam haben: Sie sind langfristig angelegt, sie sind systematisch aufgebaut, sie wurden konsequent umgesetzt und hatten die entsprechende Unterstützung der Geschäftsleitung. Das scheinen in der Tat elementare Voraussetzungen zu sein, damit Weiterbildung Früchte trägt und den häufig zu hörenden Vorwurf entkräftet, keine konkreten Ergebnisse zu liefern.
Die vorgestellten Konzepte: