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Systemische Strukturaufstellung (SSA)

Systemische Strukturaufstellung (SSA)

Die Strukturaufstellung ist ein noch relativ junger, aber zunehmend populärer Zweig der Organisationsberatung. Dabei gehen Klient und Berater den Ursachen für problematische Beziehungsmuster auf den Grund, indem sie das gesamte System mit stellvertretenden Personen nachstellen...

Systemische Strukturaufstellung

Neben den sichtbaren System-Verzweigungen, die sich in Organigrammen darstellen lassen, gibt es in jeder Organisation und jedem Unternehmen eine Menge weicher und unsichtbarer Faktoren – die im offenen Mobbing bis zum unbewussten Widerstand zum Ausdruck kommen. Ziel der so genannten Systemischen Strukturaufstellung ist es, diese Faktoren der betroffenen Person bewusst zu machen. Entwickelt wurde das Verfahren von Matthias Varga von Kibéd, Professor für Logik und Wissenschaftstheorie an der Universität München, und seiner Frau Insa Sparrer.

Bei Strukturaufstellungen verteilt der - beispielsweise in einen Konflikt verstrickte - Klient 'neutrale' Unbeteiligte in einem Raum. Diese fungieren als Stellvertreter der involvierten Konfliktparteien. Aber nicht nur reale Personen, sondern auch 'ausgeblendete Themen' oder 'unbekannte Ressourcen' können durch Stellvertreter dargestellt und in den Raum platziert werden.

Nachdem allen ihre Position im Raum zugewiesen wurde und der Klient der Überzeugung ist, sein Problem richtig abgebildet zu haben, geben die gestellten Personen Auskunft über ihre Empfindungen und Emotionen. Allein über das vollständige Erkennen und Beschreiben der gestellten Situation werden nunmehr blinde Flecken im System sichtbar gemacht, unbewusste Verhaltensmuster aufgedeckt und neue Handlungsoptionen durchgespielt.

Durch Veränderungen im Aufstellungsbild, die Zuweisung neuer Plätze oder die Aufforderung zu einfachen Dialogen, versucht der Berater nun gemeinsam mit dem Klienten Lösungen für das visualisierte Problem zu finden.

Das Verfahren mutet auf den ersten Blick bizarr an. Eine allgemein anerkannte wissenschaftliche Erklärung, warum systemische Strukturaufstellungen funktionieren, gibt es nicht. Die Entwickler und Anwender sind jedoch davon überzeugt, dass sie funktionieren. Denn erstaunlicherweise bringen die als Repräsentanten aufgestellten Personen genau die Gefühle und Reaktionen zum Ausdruck, die der Aufsteller aus seiner persönlichen Betroffenheit bestätigen kann. Und obwohl keiner von ihnen Details über das Problem kennt, können sie Auskunft geben über die Ordnungen und Bezüge, Zusammenhänge und Probleme in der aufgestellten Situation:
Ob es Menschen sind, die im System einmal eine bedeutende Rolle gespielt haben, ob es positive, negative oder verdrängte Ereignisse sind - all dies spielt in der 'unbewussten Erinnerung eines Systems' eine Rolle und wird durch die Aufstellung wieder ans Licht gebracht.

Das Vorgehen bei der systemischen Strukturaufstellung erinnert an das in den 70er Jahren bekannt gewordene 'Familienstellen' nach Bert Hellinger. Auch Hellinger geht von der systemischen Grundvoraussetzung aus, dass in der Familie auftretende Probleme und Störungen nicht als Eigenschaften von Einzelpersonen angesehen, sondern vielmehr vom Gesamtsystem der Familie her verstanden werden müssen. Im Unterschied zur systemischen Strukturaufstellung weist Hellinger den Stellvertretern aber keine festen Rollen zu.

Die Entwicklung der systemischen Strukturaufstellung beeinflusst haben darüber hinaus die Technik der lösungsfokussierten Kurzberatung nach Steve de Shazer und das Methodeninventar von Milton H. Erickson. Die Strukturaufstellung nutzt die theoretischen und praktischen Erkenntnisse dieser Verfahren und überträgt sie auf verschiedene Systemkontexte.

Laut Varga von Kibéd eignen sich systemische Strukturaufstellungen zum Beispiel zur Lösung verfahrener Entscheidungssituationen oder zur Bewältigung von Problemen. Insgesamt gibt es rund 50 Formen und Einsatzmöglichkeiten.

Weiterführende Literatur:

  • Klaus Grochowiak, Joachim Castella: Systemdynamische Organisationsberatung. Die Übertragung der Methode Hellingers auf Organisationen und Unternehmen. Ein Handlungsleitfaden für Unternehmensberater und Trainer. Carl-Auer-Systeme, Heidelberg 2001, ISBN: 3-89670-180-0.

  • Franz Ruppert: Berufliche Beziehungswelten. Das Aufstellen von Arbeitsbeziehungen in Theorie und Praxis. Carl-Auer-Systeme, Heidelberg 2001, ISBN: 3-89670-191-6.

  • Insa Sparrer: Wunder, Lösung und System. Lösungsfokussierte Systemische Strukturaufstellungen für Therapie und Organisationsberatung. Carl-Auer-Systeme, Heidelberg 2001. ISBN: 3-89670-204-1.


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