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Story-Telling

Story-Telling

Nichts verbreitet sich bekanntermaßen so schnell wie eine gute Geschichte. Geschichten fesseln und bewegen, sie machen Schwieriges begreifbar, sie geben den Impuls, über sich, seine Umwelt, sein eigenes Verhalten nachzudenken. Und: Geschichten - Märchen zumal - haben eine klare Botschaft...

Story-Telling

Kein Wunder also, dass die Kraft der Geschichte inzwischen auch von Trainern und Beratern entdeckt wurde und sich im anglizistischen Gewand des 'Story-Telling' zum professionellen Coaching- und Change-Management-Tool gemausert hat. Geschichten zielen bewusst auf die emotionale Ebene des Zuhörers, um auf diese Weise dessen gefestigte Überzeugungen, Einstellungen und Verhaltensweisen aufzubrechen. Schließlich wusste schon Mahatma Gandhi, wie man Menschen für eine Idee gewinnt: 'Ich will nicht nur an Euren Verstand appellieren, ich will Eure Herzen erreichen.'

Einsatz im Change-Management
Im Zuge von Fusionen, Change-Prozessen und tiefgreifenden Restrukturierungsmaßnahmen nutzen inzwischen zahllose namhafte Unternehmen das Potenzial von Story-Telling. Anstatt auf einer Mitarbeiterversammlung mit sachlichen Argumenten den neuen Unternehmenskurs zu erläutern, erzählt der Vorstand ein eigens geschriebenes Märchen, in dem die Mitarbeiter die Situation des Unternehmens wiederentdecken. Die zu bestehenden Abenteuer fungieren als Metapher für die eingeschlagene Strategie und das Wettbewerbsumfeld, das Happy End gibt Zuversicht, dass man es schafft.

Ein in sich stimmig und stimmungsvoll geschriebenes Märchen über das eigene Unternehmen kann so zur treibenden Kraft für Change-Prozesse werden, denn es

  • vermittelt eine attraktive Vision: Märchen gehen gut aus, dadurch präsentieren sie das Ergebnis eines Veränderungsprozesses in hellen Farben.

  • verhindert vorschnelle Einwände: Mitarbeiter lassen sich von der Handlung in Bann ziehen, sie hören gespannt zu und nehmen die Botschaften auf, ohne sie gleich kritisch und vernichtend zu kommentieren.

  • führt vor Augen, dass 'ein Königreich' nur durch Mühen, Qualen und über Lernprozesse zu gewinnen ist.

  • hält Mitarbeitern einen Spiegel vor: In den Märchenfiguren entdeckt jeder einen Teil von sich selbst. Er erkennt z.B. Verhaltensweisen, mit denen er Veränderungen bislang behindert hat.

  • kann eine komplexe Strategie anschaulich darstellen.

  • zeigt neue Möglichkeiten auf und verleitet dazu, neue Wege zu gehen.

  • löst Gefühle aus: Ein in Märchensprache vermitteltes Vorhaben verankert sich. Die gemeinsam erlebten Gefühle stiften Identität.

Neben diesem top-down-Ansatz des Story-Telling denken die Vertreter des Ansatzes inzwischen auch über die systematische Nutzung der bottom-up-Erzählungen der Mitarbeiter über 'ihr' Unternehmen nach. Schließlich prägen die täglichen - realen! - Geschichten im Büro maßgeblich die Unternehmenskultur und vermitteln den Mitarbeitern ein gemeinschaftliches Bild davon, 'wie wir sind' und 'wie wir es machen'. Wer den Geschichten der Mitarbeiter zuhört, erfährt, wie die Firma in den Köpfen der Mitarbeiter aussieht, welche Werte es in dem Unternehmen gibt und welche Ziele jenseits der offiziellen Unternehmensleitlinien verfolgt werden.

Wie sich diese Erkenntnisse nun systematisch nutzen lassen, ist letztlich eine Glaubensfrage und von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Einige sehen im erzählten Erfahrungsaustausch eine praktikable Form des Wissensmanagements, da Geschichten besser behalten und schneller weitergegeben werden als abstrakte Informationen. Andere lassen sich die Berufslaufbahn der Mitarbeiter erzählen, um deren Zielen und Sinnkonstruktionen auf die Spur zu kommen.

Für einige Berater liegt in diesem Vorgehen sogar das noch unerschlossene Potenzial des narrativen Ansatzes. Das Management großer Unternehmen müsse seine täglichen Entscheidungen stets auch dahingehend überprüfen, ob eine gute und motivierende Geschichte darüber erzählt werden kann - als Voraussetzung, damit die Mitarbeiter des Unternehmens ihre Arbeit als sinnstiftend erlebten.

Einsatz im Coaching/Training
Auch im Training und Coaching ist das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten ausgesprochen groß. So lässt sich Story-Telling in Kommunikationstrainings einsetzen, ebenso in Team- und Führungstrainings, in Trainings zu den Themen Verhandeln und Verkaufen, Selbstmanagement, Persönlichkeitsentwicklung – und vielen weiteren Themen. Das Ziel ist auch hier das gleiche: den Zuhörer zum Nachdenken über eigene Erfahrungen, Einstellungen und Verhaltensweisen zu bewegen.

Hierfür greift der Trainer bzw. Coach in der Regel auf existierende Märchen und Parabeln zurück, erfindet also nicht eine quasi unmittelbar auf den Teilnehmer zugeschnittene Geschichte. Vorteil: Er wahrt dadurch die persönliche Distanz zum Teilnehmer bzw. Klienten. Selbst wenn die Geschichte eine reale Begebenheit wiedergibt - der Zuhörer ist kein direkt Beteiligter. Somit beinhaltet die Geschichte auch keine direkte Aufforderung an den Teilnehmer, die er vielleicht sogar als Bloßstellung oder Bedrohung erlebt. Sie gibt lediglich Gedankenanstöße und lässt dem Zuhörer die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie er mit dem Erzählten umgehen möchte.

Doch auch, wenn eine Geschichte noch so gut eingebracht wird und die Teilnehmer inhaltlich fesselt - selten erschließen sich all ihre Aspekte und Deutungsmöglichkeiten von allein. Das gilt selbst dann, wenn die Geschichte ihre Botschaft wie eine Keule zu offenbaren scheint. Daher sollte der Trainer bei jeder Geschichte eine Reflexionsphase anschließen und mit gezielten Fragen die Teilnehmer zu Deutungen anregen. Wer als Erzähler die Moral der Geschichte selbst hinterher schiebt, erstickt weitere Aha-Erlebnisse der Teilnehmer und schwingt sich letztlich in die nicht sonderlich beliebte Rolle des Moralapostels auf. Und damit haben sich Nutzen und Potenzial des Story-Telling ins Gegenteil verkehrt. Auch diese Methode will also gekonnt und sensibel eingesetzt sein - gerade weil sie an die emotionale Ebene des Zuhörers appelliert.


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