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Selbstgesteuertes Lernen

Selbstgesteuertes Lernen

Die Wurzeln des Selbstgesteuerten Lernens finden sich in der humanistischen Pädagogik wieder. Seit Beginn des Jahrhunderts sind immer wieder freiheitliche Bestrebungen in der Pädagogik entstanden, zum Beispiel durch Diesterweg oder die Montessori-Pädagogik. Richtig durchgesetzt hat sich dieses Konzept aber erst in den siebziger Jahren. Carl Rogers veröffentlichte sein Buch 'Lernen in Freiheit', dem ein ganzheitliches Menschenbild zugrunde liegt...

Selbstgesteuertes Lernen

Anwendung fand diese neue Lernform zunächst in den Schulen. Mit den reformierten Oberstufenkonzepten ermöglichte man es älteren Schülern, ihren Lehrplan selbständig zusammenzustellen. Zu Beginn der achtziger Jahre wurden die Methoden des Selbstgesteuerten Lernens auch in der Aus- und Weiterbildung der Wirtschaft und Industrie eingesetzt.

Selbstgesteuertes Lernen basiert auf der These, dass jemand, der etwas lernen möchte, dies nur selbst tun kann. Kein Lehrer kann ihm die Lernarbeit abnehmen. Beim selbstgesteuerten Lernen bestimmt deswegen allein der Schüler das Lernziel, den Lerninhalt und die Lernform. Damit wird er zum Initiator und Organisator und nimmt nicht nur passiv didaktisch aufbereitetes Wissen auf. Selbstgesteuertes Lernen überträgt auch die Verantwortung für das Lernergebnis dem Schüler.

Selbstgesteuertes Lernen kann auch als ein Organisationsentwicklungskonzept verstanden werden mit dem Ziel, die Führungskräfte und Mitarbeiter im Unternehmen an einen ununterbrochenen Lernprozess zu gewöhnen. Das kann auf der Ebene der Auszubildenden oder Trainees genauso geschehen, wie auf allen anderen Ebenen. Die Organisation entwickelt hiermit eine Lernkultur. Führungskräfte und Mitarbeiter können so immer wieder ihr bestehendes Wissen auffrischen und ihre fachliche, soziale und methodische Kompetenz erweitern.

Selbstgesteuertes Lernen berücksichtigt die individuellen Lerngewohnheiten. Es passt sich der jeweiligen Lernkapazität und der Lerngeschwindigkeit an. Die Lernzielkontrolle ist alleinige Selbstkontrolle, die sich am individuellen beruflichen Erfolg orientiert. Es wird vorausgesetzt, dass der Lernende in der Lage ist, sich selbst zum Lernen zu motivieren. Damit hofft man, dass die Einsicht in die Sinnhaftigkeit des Lernstoffes und das Gefühl der Selbstverantwortlichkeit dem Bedürfnis nach Autonomie gerecht wird. Voraussetzung für das Eintreten dieser Hoffnung ist, dass das Lernmaterial interessant und praxisorientiert gestaltet ist und insgesamt positiv und verstäkend auf den Lernenden wirkt.

Ein neues Lehrer-Schüler-Verständnis

Die Rolle des Lehrers, der den Lernprozess betreut, verändert sich beim selbstgesteuerten Lernen. Seine Aufgabe ist es, Lernquellen bereitzustellen und als Berater zur Verfügung zu stehen. Der Tutor soll nicht 'lehren', sondern nur den Lernprozess erleichtern und fördern. Auch die Lernziele und Bewertungskriterien werden nicht mehr einseitig festgelegt, sondern in einem Lernvertrag gemeinsam erarbeitet. Kann der Lernende eine Aufgabe nicht lösen, hilft der Lehrer nicht wie im traditionellen Sinne, indem er Lösungsansätze zur Verfügung stellt, sondern er beschränkt sich darauf, das Potenzial des Ratsuchenden zu mobilisieren.

Beim selbstgesteuerten Lernen ist es auch möglich, Lernpartnerschaften, Lerngruppen oder Projektarbeit zu initiieren. Der Lernende ist nicht immer darauf angewiesen, alleine mit dem Lernstoff zurechtzukommen. Allerdings sieht die Methode das individuelle Lernen als Hauptform vor. Das Lernen würde sonst genauso viele Kräfte binden, wie Workshops, Arbeitsgemeinschaften oder auch Seminare.

Selbstgesteuertes Lernen setzt voraus, dass der Lernende seine Lerngewohnheiten und -möglichkeiten kennt und mit ihnen umgehen kann. Es birgt die Gefahr, dass Schüler, die gerne etwas lernen möchten, aber nicht gelernt haben zu lernen, mit den Angeboten nicht zurecht kommen. Sie verzetteln sich in den Möglichkeiten, können den Stoff weder sinnvoll strukturieren noch dosieren und verzweifeln, wenn sich die erhofften Erfolge nicht schnell genug abzeichnen.

Manche Menschen brauchen zum Lernen eine liebevolle Anleitung und das intensive Gespräch mit anderen Schülern, um ihre kreative Kraft freisetzen zu können. Auf diese Persönlichkeitstypen nimmt das selbstgesteuerte Lernen keine Rücksicht.

Da diese Methode eine Veränderung der in Unternehmen bestehenden Lernkultur voraussetzt, kommt es bei der Einführung häufig zu Konflikten. Um diesen Schwierigkeiten vorzubeugen, muss bei Umstellung auf selbstgesteuertes Lernen sehr viel Zeit investiert werden. Besonders wichtig ist es dabei, die Lehrer, Tutoren oder Ausbilder mit einem ausreichenden pädagogischen Know-how auszustatten.


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