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Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun

Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun

Das Kommunikationsquadrat wird häufig auch als Vier-Ohren-Modell oder Nachrichtenquadrat bezeichnet und wurde bereits in den 60er Jahren vom Hamburger Psychologen Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun entwickelt. Sein Modell beschreibt die kommunikationspsychologischen Prinzipien, die bei jeder Art zwischenmenschlicher Kommunikation und Informationsvermittlung wirksam werden...

Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun

Um zu verdeutlichen, was in einem Gespräch geschieht und wie Kommunikationsprobleme zustande kommen, zerlegt Schulz von Thun eine Nachricht in vier verschiedene Seiten, die wiederum vier verschiedene Botschaften enthalten können:

  • Sachinhalt
    Was sagt der Sender inhaltlich? Was sind die Fakten?

  • Selbstoffenbarung
    Was sagt der Sender der Nachricht über sich selbst? Wie denkt und was fühlt er?

  • Beziehung
    Welche Beziehung hat der Sender zum Empfänger? Welche Verstehensanweisungen gibt er seinem Sachinhalt mit auf den Weg?

  • Appell
    Was will der Sender beim Empfänger mit dieser Nachricht erreichen? Will er ihn ermuntern, erinnern oder zum Handeln bewegen?

Diese vier Botschaften können nun weder dem Sender noch dem Empfänger der Nachricht bewusst sein, sie können vom Sender durch Tonfall, Gestik, Ironie etc. gezielt manipulativ oder provozierend eingesetzt werden, der Empfänger wiederum kann diese bewusst ignorieren oder missverstehen.

Die Botschaften können indes auch - ohne bewusste Absicht - von den beteiligten Gesprächspartnern in unterschiedlicher Weise interpretiert werden. Das Ergebnis ist in jedem Fall ein Kommunikationsproblem, das vom bloßen Missverständnis bis hin zum dauerhaften, handfesten Konflikt reichen kann.

Beispiel
Eine Führungskraft sagt zu ihrem Mitarbeiter: 'Auf dem gestrigen Meeting waren Sie mit Ihren Argumenten sehr zurückhaltend.' Neben dieser rein sachlichen Beobachtung, versteht die Führungskraft ihre Äußerung durchweg wohlwollend. Sie beachtet die Arbeit des Mitarbeiters (Selbstoffenbarung), begreift seine profunde Sachkompetenz als wertvolle Unterstützung (Beziehung) und will ihn ermuntern, sein Licht auch in größeren Diskussionsrunden nicht unter den Scheffel zu stellen (Appell). Der Mitarbeiter indes interpretiert die Äußerung jenseits des sachlichen Aspekts als vernichtende Kritik: 'Der Chef lässt mich keine Sekunde aus den Augen (Selbstoffenbarung). Er traut mir vermutlich nichts zu (Beziehung). Hätte ich den Mund aufgemacht, wäre das Meeting besser gelaufen (Appell).'

Schulz von Thuns Kommunikationsquadrat eignet sich als Erklärungsmodell und methodische Grundlage für nahezu jedes Seminar, das sich mit der Schulung kommunikativer Kompetenzen beschäftigt - angefangen vom Zielvereinbarungsgespräch bis hin zu umfangreichen Mediationsverfahren.

So vielfältig die Einsatzbereiche auch sind, letztlich ist das eigentliche Lernziel stets dasselbe: Die unausgesprochenen Botschaften in einem Gespräch wahrzunehmen sowie ohne Vorwürfe zu thematisieren. Auf diese Weise lassen sich Missverständnisse vermeiden und letztlich sogar zwischenmenschliche Konflikte aufdecken und angehen. Der Weg dorthin führt über die Kunst der eindeutigen Mitteilung und des klärenden Nachfragens. Auf jeder der vier Ebenen führen dabei unterschiedliche Gesprächstechniken und -strategien zum Ziel:
  • Sachebene
    Die Aufgabe des jeweiligen Senders ist es, Sachverhalte klar und verständlich mitzuteilen, ohne sich durch die Art der Gestik oder die Reaktionen des Gesprächspartners beeinflussen zu lassen. Geeignete Gesprächsstrategie: sachlich bleiben, verständlich reden, analytisch zuhören.

  • Selbstoffenbarungsebene
    Werden Werte und Emotionen berührt, so gilt es, dies ohne Vorwürfe und Unterstellungen in Richtung Gesprächspartner anzusprechen, sondern das persönliche Empfinden und den eigenen Standpunkt darzustellen. Geeignete Gesprächsstrategie: Ich-Botschaften senden, eigene Meinung äußern, Absichten und Ziele klären.

  • Beziehungsebene
    Je nachdem, wie ich Menschen anspreche, zeige ich, was ich von ihnen halte (Art der Formulierung, Körperhaltung, Tonfall ...). Gerade bei Kritik nimmt der Angesprochene die Beziehungsbotschaft überdeutlich wahr. Er fühlt sich schnell bevormundet, zurechtgewiesen und als Person nicht respektiert. Denn in der Beziehungsbotschaft schlägt sich die Wertschätzung nieder. Geeignete Gesprächsstrategie: aktiv zuhören, Gefühle direkt ansprechen, Feedback geben und nehmen.

  • Appellebene
    Wer kommuniziert und diskutiert, will seinen Einfluss geltend machen und zwar in der Hinsicht, dass der Gesprächspartner bestimmte Dinge tut oder unterlässt, denkt oder fühlt. Legitim ist dies, sofern das offen geschieht. Stecken hinter dem Appell noch weitere Absichten, die vor dem Gesprächspartner verborgen werden, sprechen wir von Manipulation – und die ist bekanntlich keine Grundlage für konstruktive Kommunikation. Geeignete Gesprächsstrategie: überzeugend, offen und fair argumentieren, Fragen zulassen und stellen.


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