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Corporate Volunteering

Corporate Volunteering

Übersetzt heißt Corporate Volunteering 'gemeinnütziges Unternehmensengagement'. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass sich Mitarbeiter eines Unternehmens eine begrenzte Zeit lang freiwillig für eine gesellschaftlich benachteiligte Gruppe engagieren...

Corporate Volunteering

Das Konzept - bisweilen auch etwas prosaisch als 'Praktikum im Leben' bezeichnet - stammt aus den USA, wo das gemeinnützige Unternehmensengagement bereits zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Wirtschaftskultur geworden ist. In Deutschland hingegen gibt es bisher noch relativ wenige Unternehmen, die solche Projekte für ihre Mitarbeiter anbieten. Erst langsam erkennen sie deren Nutzen, der weniger im Imagegewinn für das Unternehmen, sondern vielmehr in der Persönlichkeitsentwicklung der Mitarbeiter zu suchen ist.

Richten sich die meisten Corporate-Volunteering-Programme an Mitarbeiter aller Unternehmensebenen, so existieren inzwischen auch Projekte, die sich speziell an Führungskräfte wenden.

Bei DaimlerChrysler hat sich ein einwöchiges Sozialpraktikum namens 'Seitenwechsel' als fester Bestandteil im Personalentwicklungsprogramm für Führungskräfte etabliert. Ziel der Maßnahme ist es, dass die Manager ihre soziale Kompetenz - wie beispielsweise ihre Kommunikations- und Konfliktfähigkeit - verbessern. Sie sollen die gesammelten Erfahrungen in ihren persönlichen Alltag übernehmen und lernen, sensibler und differenzierter mit ihren Mitarbeitern umzugehen.

Führungskräfte, die bei dem Projekt einsteigen, können zwischen verschiedenen sozialen Einrichtungen wählen, zum Beispiel der Sucht- und Drogenhilfe, der Behindertenbetreuung, der Psychiatrie oder dem Hospiz. Mit 'Switch” setzt auch die Siemens AG auf ein Corporate-Volunteering-Projekt, das speziell auf die Belange von Führungskräften ausgerichtet ist. Seit Oktober 1999 schickt der Konzern Führungskräfte zur Förderung ihrer sozialen Kompetenz für eine Woche in soziale Einrichtungen.

Unternehmen, die auf Corporate-Volunteering-Programme setzen, verstehen diese als wichtige ergänzende Maßnahme und zusätzlichen Baustein ihrer Management-Development-Programme.

Der entscheidende Unterschied zu konventioneller Weiterbildung:

  • Während im Training ein Lernfeld konstruiert wird, sieht sich der Teilnehmer bei einem Corporate-Volunteering-Projekt mit realen Situationen konfrontiert.

  • Führungskräfte agieren in einem ihnen weitgehend unbekannten sozialen Umfeld in der Rolle des Helfers. Sie sind weitgehend auf sich allein gestellt und müssen sich in den anstehenden Krisensituationen bewähren.

  • Ihrer üblichen Führungsfunktion obsolet, erhalten sie ungefiltertes Feedback und erfahren damit viel über sich selbst und ihre Wirkung auf andere Menschen.

Ob Bahnhofsmission, Behindertenwerkstatt oder die Betreuung Aidskranker im Hospiz, ob stundenweise Freistellung der Mitarbeiter, fünftägiges Sozialpraktika oder Secondments, bei denen die Mitarbeiter für einen längeren Zeitraum ihren Arbeitsplatz in eine soziale Institution verlegen - die Bandbreite möglicher Corporate-Volunteering-Projekte ist nahezu unbegrenzt. Wie auch immer das Sozialengagement aussehen mag - für den Erfolg eines Corporate-Volunteering-Projektes ist entscheidend, dass die Mitarbeiter in einer für sie geeigneten Institution tätig werden.

Für Unternehmen ist es daher ratsam, eine der so genannten Mittlerorganisationen einzuschalten, hinter der in der Regel Agenturen, Unternehmensberatungen oder Verbände stehen. Diese vermitteln Projektplätze, entwickeln die Programme, begleiten die Projekte und übernehmen die Nachbereitung und Auswertung.

So sollte die Maßnahme durch Feedbackgespräche im Anschluss an das Projekt begleitet werden, um den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, das Erlebte zu reflektieren. Bei langfristigen Projekten kann auch die Einrichtung einer internen oder externen Supervisionsgruppe erforderlich sein.

Gegenüber den Vorteilen, die solche Projekte mit sich bringen können, erscheint der Kostenaufwand überschaubar. Für ein einwöchiges Sozialpraktikum bezahlt das Unternehmen rund 1.500 bis 2.000 Euro, also weniger als für so manches Führungskräfteseminar. Allerdings muss das Unternehmen seine Mitarbeiter tatsächlich für eine komplette Woche entbehren.

Weiterführende Literatur:

  • Renate Schubert, Sabina Littman-Wernli, Philipp Tingler: Corporate Volunteering. Unternehmen entdecken die Freiwilligenarbeit. Haupt Verlag, Bern 2002, ISBN: 3-258-06428-8, 22.00 EUR.


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